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Gutschein-Aktion soll Visbeker Einzelhändler wieder auf die Beine helfen

Ein Gutschein-Paket im Wert von 100 Euro soll bald im Rathaus für 75 Euro angeboten werden. Eingelöst werden kann dies ausschließlich bei örtlichen, von der Pandemie gebeutelten, Gewerbetreibenden.

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Symbolbild: Pixabay

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Dem Visbeker Einzelhandel soll wieder auf die Füße geholfen werden. Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen, die zu längerfristigen Geschäftsschließungen geführt haben, haben finanzielle Spuren hinterlassen. Deshalb möchte die Gemeinde Visbek die örtlichen Gewerbetreibenden bei ihrer Gutschein-Aktion unterstützen und dafür 25.000 Euro zur Verfügung stellen. Die Mitglieder des Finanzausschusses sprachen sich in der vergangenen Sitzung einstimmig dafür aus.

Wie diese Gutschein-Aktion des Visbeker Handels- und Gewerbevereins (HGV) konkret aussehen soll, erklärte Amtsleiter Jörg Reinke den anwesenden Ausschussmitgliedern. Der Gutschein trägt den Namen „Gönn‘ dir Visbek“ und kann bei allen teilnehmenden Einzelhändlern und Gastronomen eingelöst werden. Lebensmitteleinzelhändler und Drogerien seien ausdrücklich von dieser Aktion ausgenommen, erklärte Reinke, da diese durch die Pandemie keine Einbußen erleiden mussten. Nutznießer sollen die sein, die schließen mussten. Auf Nachfrage von Christel Kellermann (FDP), die wissen wollte, ob die Gutscheine nur bei HGV-Mitgliedern eingelöst werden können, antwortete Bürgermeister Gerd Meyer, dass an der Aktion alle Gewerbetreibenden – ob HGV-Mitglied oder nicht – teilnehmen können.

Weitere 500 Gutschein-Pakete, wenn Gastronomie wieder öffnen darf

Angeboten wird ein Gutschein-Paket im Wert von 100 Euro, das für 75 Euro beim Rathaus erworben werden kann, führte Reinke weiter aus. Die Gemeinde bezuschusse das Ganze somit zu 25 Prozent. Das Paket ist in der Stückelung von 50 Euro, 20 Euro und dreimal 10 Euro zu haben. Wie Meyer auf Nachfrage erklärte, können in einem Geschäft sowohl nur einer als auch mehrere Gutscheine eingelöst werden. Nach dem entsprechenden Ratsbeschluss am kommenden Dienstag werde es vorläufig 500 Gutscheine geben. Weitere 500 soll es geben, wenn die Gastronomie wieder vollumfänglich ihre Dienste anbieten kann.

Der Bürgermeister stellte zudem klar, dass pro Person nur ein Gutscheinpaket herausgegeben werde. Über den Verkauf im Rathaus soll sichergestellt werden, dass niemand unverhältnismäßig viele Gutscheinpakete erwerbe. So könnten zumindest 1000 Leute dazu bewegt werden, „hier in Visbek in die Geschäfte zu gehen“. Im Namen des HGV sprach er zudem seinen Dank an die Fraktionen aus, dass das Vorhaben so unkompliziert abgelaufen sei.

Ob der Kaufpreis von 75 Euro nicht zu hoch sei, erkundigte sich Martin Rohe (SPD). Er befürchte, dass der Preis einige Familien abschrecken könne. Nicht jede könne spontan diese Summe aufbringen, warf er ein. Mit einem weiteren Paket zu einem geringeren Wert könnte man womöglich mehr Menschen ansprechen. Meyer gab zu, dass auch der HGV sich darüber Gedanken gemacht habe. Allerdings habe dieser sich letztlich für das Paket entschieden, um es handhabbarer zu halten. Außerdem seien die Gutscheine bis zum Ende des Jahres einlösbar.

"Mit Schwung" wieder aus der Krise

André Hüttemeyer (CDU) begrüßte die Aktion „persönlich und von CDU-Seite ausdrücklich“. So werde eine Möglichkeit geschaffen, um dem Einzelhandel, der hart getroffen wurde, dabei zu helfen, „mit Schwung“ wieder aus der Krise zu kommen. Auch, dass es sich bei der Unterstützung seitens der Gemeinde um keine „Vollsubventionierung“ handele, begrüße er. Das Modell habe bereits in einer anderen Kommune erfolgreich funktioniert, und im Kreis Vechta „sind wir, soweit ich weiß, die ersten und einzigen“, so Hüttemeyer. Bernhard Schmidt (FDP) schloss sich dem an, und es sei „toll, dass es so schnell geklappt hat“. Der Einzelhandel gehe besseren Zeiten entgegen, und es habe „Symbolcharakter“, dass die Gemeinde die Gewerbetreibenden unterstütze.

Da die Ausschusssitzung in Kombination mit den anderen Ausschüssen parallel stattfand, stellte Josef Diersen (Grüne), Mitglied des Bauausschusses, zuvor den Antrag, das Thema auch in den anderen Ausschüssen zu behandeln. Er finde es „unglücklich“, dass es nur im Finanzausschuss behandelt werde. Wenn es schon eine derartige Sondersitzung gebe, sollten alle anderen ebenfalls die Möglichkeit haben, Stellung zu beziehen. Dieser Dringlichkeitsantrag Diersens wurde von den anderen Bauausschussmitgliedern abgelehnt.

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