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Gut-Bergmark-Neubau in Wildeshausen? Firma dementiert Berichte

Dirk Heidler stellt klar, kein Interesse an Gewerbeflächen in der Gildestadt zu haben. Stattdessen investiert der geschäftsführende Gesellschafter in den Betrieb an der Goldenstedter Straße.

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Kein Interesse: Dirk Heidler, geschäftsführender Gesellschafter von Gut Bergmark Premium Geflügel, hat Medienberichten widersprochen, wonach sein Unternehmen wegen Gewerbeflächen in Wildeshausen angefragt habe. Foto: Timphaus

Kein Interesse: Dirk Heidler, geschäftsführender Gesellschafter von Gut Bergmark Premium Geflügel, hat Medienberichten widersprochen, wonach sein Unternehmen wegen Gewerbeflächen in Wildeshausen angefragt habe. Foto: Timphaus

Das Steinfelder Unternehmen Gut Bergmark Premium Geflügel hat keinerlei Interesse an einem Erwerb von Gewerbeflächen in Wildeshausen. Das hat der geschäftsführende Gesellschafter Dirk Heidler mitgeteilt. Er dementiert damit mehrere Medienberichte, wonach der Geflügelproduzent bei der Stadt wegen eines Grundstücks in einer Größe von 3 bis 5 Hektar für den Bau eines neuen Schlachthofs angefragt habe.

Heidler sagt: "Es ist schon lange bekannt, dass es keine geeigneten Gewerbeflächen in Wildeshausen gibt, somit befassen wir uns auch nicht damit." Die Stadt – namentlich Bürgermeister Jens Kuraschinski – habe um einen Termin gebeten, um sich einmal persönlich vorzustellen, gibt der Holthausener an.

Unter anderem die Wildeshauser Zeitung hatte zuvor über eine Anfrage des Steinfelder Unternehmens berichtet. Stadtsprecher Hans Ufferfilge wurde wie folgt zitiert: "Es ist völlig legitim, dass Firmen Wünsche äußern, aber wir haben derzeit keine entsprechenden Flächen. Von daher befassen wir uns damit nicht." Eine Ansiedlung müsste zudem erst politisch diskutiert werden.

"Ich kenne ihn nicht, das darf auch so bleiben"

Heidler sagt: "Wir können nicht nachvollziehen, wo Herr Ufferfilge, als Pressesprecher der Stadt Wildeshausen, diese Informationen hernimmt. Ich habe noch nie mit Herrn Ufferfilge gesprochen und kenne ihn gar nicht, das darf auch so bleiben."

Wildeshausens Stadtsprecher teilt auf Anfrage mit: "Wir haben das (die Anfrage nach Gewerbeflächen; Anm. der Red.) aus dem mit dem Unternehmen geführten Wirtschaftsgespräch so wahrgenommen und verstanden." Weiter sagt Ufferfilge: "Wenn das Unternehmen dazu eine andere Sichtweise hat, dann nehmen wir das zur Kenntnis."

Schlachthof-Vorhaben in Steinfeld scheiterte

Der Steinfelder Geflügelproduzent hatte im Herbst 2019 die Wildeshauser Hähnchenschlachterei Kreienkamp übernommen. Der Betrieb, in dem mehr als 160 Mitarbeiter beschäftigt sind, liegt in einem Wohngebiet an der Goldenstedter Straße. Der Standort ist ungünstig, weil es keine Möglichkeiten zur Erweiterung gibt.

Auch deshalb wollte Gut Bergmark Premium Geflügel im vergangenen Jahr einen neuen Schlachthof im Südwesten Steinfelds bauen. Das Investitionsvolumen taxierte Heidler seinerzeit auf 25 bis 30 Millionen Euro. Bis zu 200 neue Arbeitsplätze sollten entstehen, der Standort in Wildeshausen mittel- bis langfristig geschlossen werden.

Doch das Vorhaben scheiterte. Anfang November sprach sich der Steinfelder Gemeinderat überraschend deutlich gegen den Verkauf einer 5,5 Hektar großen Gewerbefläche im Industriegebiet "Handorfer Straße II" aus. 

Gut Bergmark erhöht Schlachtzahlen in Wildeshausen

Jetzt teilt Heidler mit, in Wildeshausen "kräftig in den Schlacht- und Zerlegebetrieb investiert und ihn modernisiert" zu haben. So sei unter anderem Mitte des vergangenen Jahres ein "hochmoderner neuer Kältetunnel" in Betrieb genommen worden.

Die Investitionen liegen nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters "bisher im siebenstelligen Bereich". Dadurch habe das Unternehmen die Kapazitäten "kräftig ausweiten" können. "Mittlerweile schlachten und zerlegen wir täglich circa 45.000 Tiere in Wildeshausen."

Gegenüber der Wildeshauser Zeitung sagte Heidler außerdem zur Sicherheit der Arbeitsplätze: "Hohe Investitionen zu tätigen, um dann den Standort aufzugeben, macht nicht wirklich Sinn, oder?"

Hat Heidler bei weiteren Kommunen angefragt?

Auf die Frage, ob der Geflügelproduzent bei weiteren Kommunen wegen potenzieller Flächen angefragt habe, antwortet Heidler: "Es gibt immer einen Plan B, wenn Plan A aktuell nicht umsetzbar ist." Diese Aussage lässt viel Raum für Interpretationen.

Aber warum scheuen sich Kommunen aus seiner Sicht überhaupt, den Bau eines neuen Geflügelschlachthofs zu unterstützen? Heidler antwortet schroff: "Welche Kommunen scheuen sich denn? Nur Steinfeld hat die Wertigkeit eines so wichtigen und modernen Betriebes nicht gesehen und erkannt."

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