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Gründerprogramm Lohne: Das sind die Gewinner der 1. Bewerberrunde

Die Stadt hat die 3 Konzepte prämiert. Die Idee eines Asia-Marktes mit Eventcharakter, ein Modeladen mit Pop-up-Konzept und das Kleine Kaufhaus mit seinem Fachmarkt erhalten jeweils 10.000 Euro.

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Asiatische Kochkunst für Lohner Küchen: (von links) Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, Wirtschaftsförderin Anne Nußwaldt und Sajanthan Rajenthiram. Foto: Jana Böckmann

Asiatische Kochkunst für Lohner Küchen: (von links) Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, Wirtschaftsförderin Anne Nußwaldt und Sajanthan Rajenthiram. Foto: Jana Böckmann

Das Kleine Kaufhaus mit seinem Fachmarkt, ein Mode-Concept-Store und ein tamilisch-deutsches Gründerduo: Das sind die Sieger der ersten Bewerbungsrunde des neuen Lohner Gründerprogramms. Sie erhalten eine Höchstförderung von jeweils 10.000 Euro. Das schreibt die Stadt Lohne in einer Pressemitteilung.

Die Jury hatte die Projekte aus insgesamt 6 Bewerbungen ausgewählt. "Die prämierten Bewerber überzeugen mit ihren Ideen. Sie schaffen attraktive Angebote in der Innenstadt, beheben teils langjährige Leerstände und sorgen so dafür, dass hoffentlich wieder mehr Frequenz in die Stadt zu kommt", resümiert Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer nach dem Votum.

Gewinner Nr. 1: Das tamilisch-deutsche Gründerduo

Aber der Reihe nach: Hinter dem tamilisch-deutschen Gründerduo stecken Sajanthan Rajenthiram und Arthur Krieger. Beide sind Lohner Jungs, mit 24 und 27 Jahren vergleichsweise jung und hoch motiviert, sich den Traum einer Selbstständigkeit zu erfüllen. Ihre Idee: Sie wollen einen asiatischen Lebensmittelhandel eröffnen. Dafür beschreiten die beiden Gründer neue Wege – auch bei der Vermarktung: Fertig gepackte Kochboxen möchten sie anbieten und Events mit Gastronomen veranstalten. Länderspezifisch – denn Asien ist groß und bietet mehr als Peking-Ente, Wan-Tan und Bami Goreng.

Wer wüsste das besser als Sajanthan Rajenthiram, Sohn sri-lankischer Einwanderer. Speisen, Musik, Getränke, das Flair des jeweiligen Landes sollen den Gästen einen Abendausflug nach Indien, Sri Lanka, Korea, Japan, China und Co. bereiten. Das Duo steht ganz am Anfang seines Vorhabens, verhandelt mit einem Eigentümer über die Anmietung einer Immobilie, konkretisiert den Business-Plan und spricht mit Familie, Lieferanten und Geldgebern. Da kommt die kommunale Prämie genau richtig.

Neuer Standort, neues Konzept: (von links) Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, Ruth Sattler und Wirtschaftsförderin Anne Nußwaldt. Foto: Jana BöckmannNeuer Standort, neues Konzept: (von links) Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, Ruth Sattler und Wirtschaftsförderin Anne Nußwaldt. Foto: Jana Böckmann

Gewinnerin Nr. 2: Ruth Sattler und ihr Concept-Store

Deutlich weiter ist Ruth Sattler. Sie ist ein bekanntes Gesicht der Lohner Kaufmannschaft, betreibt seit vielen Jahren das "Schmuckkästchen" am Marktplatz. Als vor Weihnachten die Kündigung ins Haus flatterte, war sie kurz davor, Lohne den Rücken zu kehren. "Doch dann kam die Stadt mit ihrem Gründerprogramm, hat mich immer wieder angerufen, mich mit Workshops, bei Verhandlungen, mit Rat und Tipps unterstützt. Das hat mich motiviert, weiterzumachen."

Ruth Sattler wird Anfang Mai in einen der augenfälligsten Leerstände der vergangenen Jahre ziehen – ins frühere Geschäft "Sport Böckmann" am Marktplatz – und sich dort quasi neu erfinden. "Mithilfe der Gründerberater der Uni Vechta, dem Lohner Handels- und Gewerbeverein, der Wirtschaftsförderung und meiner Familie habe ich ein ganz neues Konzept auf die Beine gestellt", sagt Sattler.

Zwar wird die Unternehmerin weiterhin Mode und Accessoires für Frauen anbieten, aber auch Herren werden künftig bei ihr fündig. Zentrale Veränderung ist nicht nur die trendige Aufmachung ihres neuen Geschäfts, sondern auch die Aktionsfläche im Eingangsbereich. Hier will sie mit Händlern anderer Branchen oder jungen, bisher noch wenig bekannten Modelabels kooperieren. Als Pop-up-Konzept und mit dem neuen Namen "concept store frau s".

Der Fachmarkt ist das Alleinstellungsmerkmal des Kleinen Kaufhauses Lohne: (von links) Wirtschaftsförderin Anne Nußwaldt, Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, Natalie Koene, Anette Kröger und Miranda Koene. Foto: Jana BöckmannDer Fachmarkt ist das Alleinstellungsmerkmal des Kleinen Kaufhauses Lohne: (von links) Wirtschaftsförderin Anne Nußwaldt, Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, Natalie Koene, Anette Kröger und Miranda Koene. Foto: Jana Böckmann

Gewinner 3: das Kleine Kaufhaus des SkF

Bereits eröffnet hat das Kleine Kaufhaus weiter oben in der Marktstraße. Warum es trotzdem gefördert wird? "Wir wollten keinem Gründer sagen: Wartet mal lieber noch. Im Jahr 2021 kommt ein Gründerprogramm. Deshalb haben wir als Starttermin für Gründer den Grundsatzbeschluss der Politik für die Förderung gesetzt. Und der war am 9. Juni 2020", erklärt Wirtschaftsförderin Anne Nußwaldt, die das Projekt bei der Stadt federführend begleitet.

Seit Dezember ist das Kleine Kaufhaus in der ehemaligen Fleischerei Pohlschneider beheimatet. Es startete fulminant, musste aber 3 Tage nach Eröffnung coronabedingt wieder schließen. Seitdem befindet es sich, wie die meisten Einzelhändler, in Wartestellung. Das Besondere am Konzept des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF): Sie haben einen sogenannten Fachmarkt integriert. Menschen, die selbst gewerkelte, selbst genähte oder selbst gebastelte Waren produzieren, können im Kleinen Kaufhaus eine Weinkiste anmieten und dort ihre Produkte feilbieten. So erschließen sich die Macherinnen des Kleinen Kaufhauses ganz neue Kundengruppen.

"Ein solches Konzept gibt es im Landkreis Vechta nicht noch einmal."Tobias Gerdesmeyer, Bürgermeister der Stadt Lohne

Mit der Idee hat der SkF die Jury überzeugt: "Ein solches Konzept gibt es im Landkreis Vechta nicht noch einmal", lobt Gerdesmeyer. Gemeinsam mit Vertretern von Politik und Verwaltung, Handel und Wirtschaft, Uni und Unternehmensberatung hatte er über die Bewerbungen beraten. "Wir waren uns da ziemlich schnell einig", verrät das Stadtoberhaupt.

Insgesamt 6 Bewerbungen waren bei der Stadt eingegangen. Ausgewählt hat die Jury 3 Konzepte. Sie profitieren nicht nur von der Prämie der Stadt, sondern auch von weiteren Vergünstigungen: einem 1:1-Coaching der Gründerberater der Uni Vechta, einem 12-monatigen kostenlosen Geschäftskonto bei der Volksbank Lohne-Mühlen beziehungsweise der hiesigen Filiale der Landessparkasse zu Oldenburg, einem Vermarktungs-Paket der Oldenburgischen Volkszeitung und dem Patensystem des Handels- und Gewerbevereins (HGV).

Mit den 30.000 Euro, die die Stadt im ersten Durchgang auszahlt, soll nun das passieren, was das Gründerprogramm im Namen trägt: Neue Läden. Neues Leben.


Fakten:

  • Das Gründerprogramm geht in die zweite Runde.
  • Bis zum 30. Juni können sich weitere Existenzgründer um eine Prämie bewerben.
  • Den Antrag, was dabei zu beachten ist, welche Immobilien zu günstigen Konditionen zur Verfügung stehen und wann die Uni die nächsten Gründer-Workshops anbietet, gibt es unter www.gruenderprogramm-lohne.de.

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