Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Gründerprogramm in Lohne: Wie die Innenstadt sich wandelt

Bei einem Rundgang verschaffte sich die Jury einen Eindruck. 13 Geschäfte hat die Stadt in den vergangenen 2 Jahren mit der Förderkulisse unterstützt.

Artikel teilen:
Ein Teil der Jury des Gründerprogramms war jüngst im Family Baby Shop am Neuen Markt zu Gast: (von links) Thomas Schlarmann, Nicki Rösener, Jessica Boll, Anne Nußwaldt, Petra Bammann und Evren Demirkol. Foto: Stadt Lohne/Hense

Ein Teil der Jury des Gründerprogramms war jüngst im Family Baby Shop am Neuen Markt zu Gast: (von links) Thomas Schlarmann, Nicki Rösener, Jessica Boll, Anne Nußwaldt, Petra Bammann und Evren Demirkol. Foto: Stadt Lohne/Hense

Im Kleinen Kaufhaus ist ordentlich Betrieb. In den Verkaufsräumen stöbern Kunden nach Kleidung, Geschirr, Weihnachtsdeko und Büchern. Im Lager wird die morgens gelieferte Ware ausgepackt, geprüft, aus- und einsortiert. 60 Ehrenamtliche sind in dem Second-Hand-Geschäft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) an der Marktstraße regelmäßig im Einsatz. "Ich könnte noch gut 10 weitere Freiwillige gebrauchen", sagt Kaufhausleiterin Stefanie Haring beim Rundgang mit den Jury-Mitgliedern des Gründerprogramms "Neue Läden. Neues Leben".

Das Kleine Kaufhaus war eines der ersten Projekte, die die Stadt 2021 im Rahmen der Förderkulisse mit 10.000 Euro prämiert hat. Nach 2  Jahren überzeugte sich die Jury nun davon, ob und wenn ja, wie die Förderung zur Belebung des Stadtzentrums beiträgt. "Das Bild der Innenstadt hat sich wirklich gewandelt“, freut sich Petra Bammann vom Beratungsunternehmen Cima aus Hannover. Natürlich spiele da der Nyhuis-Neubau eine entscheidende Rolle. "Aber es sind auch so viele andere schöne neue Geschäfte hinzugekommen, die das Bild der Innenstadt nachhaltig verändern", lobt die Expertin laut einer Pressemitteilung der Stadt.

13 neue Läden sind es bisher insgesamt – ob der Asia-Shop SK Markt, die Energievermittler von Envevo, das Textil-Outlet Marine Royal oder das Restaurant Adriatik. Zu Besuch geht es an diesem Tag für die Jury aber zu anderen Geschäften: Außer beim Kleinen Kaufhaus schauen die Mitglieder beim Stoffparadies "Die Zauberfee" von Simone Töpfel, in der von Kai Titjen jüngst übernommenen Fleischerei Schmidt, dem Concept Store von Ruth Sattler sowie Jessica Bolls Family Baby Shop vorbei.

Eine der ersten Gründerinnen war Ruth Sattler

Sie hören dabei viel Positives: So zeigen sich Simone Töpfel und Jessica Boll mit den ersten Wochen durchweg zufrieden. Die beiden sind seit September in der Innenstadt. "Ich habe viel Laufkundschaft und profitiere zum Beispiel davon, dass Kunden bei den benachbarten Ärzten Wartezeit überbrücken müssen", erzählt Töpfel, die nicht nur Stoffe, sondern auch Wolle, viel Nähsortiment und neuerdings Nähkurse im Angebot hat. Auch zu Jessica Boll, die bisher ihre selbst genähte Babyausstattung ausschließlich im Internet verkauft hat, finden neue Käufer den Weg: "Die Kunden vom Bastelbogen und meine Kundschaft ergänzen sich gut. Aber natürlich muss ich noch bekannter werden."

Eine, die schon länger in der Fußgängerzone ihre neue Heimat bezogen hat, ist Ruth Sattler. Mit ihrem Concept Store hat sie sich mit 58 Jahren noch einmal neu erfunden. Ursprünglich hatte sie mit dem Schmuckkästchen ein kleines, etwas dunkles Ladenlokal in der Fußgängerzone. Nachdem ihr die Vermieter Ende 2020 gekündigt hatten, zog sie in das ehemalige Sportgeschäft Böckmann: beste Lage am Marktplatz, deutlich größer und vor allem heller.

Gründerin der ersten Stunde: Ruth Sattler (2. von links) vom Concept Store am Marktplatz erhielt Besuch von Mitgliedern der Gründerprogramm-Jury. Foto: Stadt LohneHenseGründerin der ersten Stunde: Ruth Sattler (2. von links) vom Concept Store am Marktplatz erhielt Besuch von Mitgliedern der Gründerprogramm-Jury. Foto: Stadt Lohne/Hense

"Dein Geschäft ist ein Gewinn für die Lohner Innenstadt. Was du aus diesem Laden gemacht hast, ist echt phänomenal", lobt Nicki Rösener vom Handels- und Gewerbeverein "Wir Lohner": "So ein moderner, freundlicher Laden, liebevolle Dekoration und einladende Schaufenster." Sattler sagt: "Ich bin eben Einzelhändlerin mit Leib und Seele."

Sie ergänzt nachdenklich: Ohne dieses Herzblut hätte sie die Corona-Zeit nicht überstanden. Auch der Ukraine-Krieg, die gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise und die schwindende Kauflust bereiten ihr Sorgen. Ein Lichtblick ist laut ihrer Aussage das Schönes-Wohnen-Geschäft der Familie Nyhuis ein paar Meter weiter. Am Eröffnungstag habe das zu deutlich mehr Kundschaft auch bei ihr geführt.

Den Jurymitgliedern ist bewusst, wie schwierig die Zeiten für Einzelhandel und Gastronomie sind. Deshalb sagt Wirtschaftsförderin Anne Nußwaldt: "Gerade in den vergangenen Monaten hat sich so viel in der Innenstadt getan – auch mithilfe des Gründerprogramms. Gefragt sind aber auch die Menschen und Gäste der Stadt, die neuen Läden und Angebote zu entdecken und zu nutzen. Der Besuch der Innenstadt lohnt sich wirklich. Es hat sich viel getan – und so wird es auch weitergehen."

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Gründerprogramm in Lohne: Wie die Innenstadt sich wandelt - OM online