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Grimme setzt auf digital: Papier hat in der Ausbildung ausgedient

Block und Stift haben zumindest weitgehend ausgedient. Die Landmaschinenfabrik stellt stattdessen Tablets und Notebooks bereit. Den Auszubildenden eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.

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High-Tech im Einsatz: Dennis Kreymborg (links) und Finn Mowitz zeigen die Möglichkeiten. Foto: Lammert

High-Tech im Einsatz: Dennis Kreymborg (links) und Finn Mowitz zeigen die Möglichkeiten. Foto: Lammert

Noch ist der Einsatz eines Tablets im Rahmen seiner Ausbildung zum Industriemechaniker Fachrichtung Maschinenbau im Unternehmen Grimme Landmaschinen für den 17-jährigen Finn Mowitz eher die Ausnahme denn die Regel. Doch ab dem 1. August werden er und die übrigen 139 Auszubildenden, darunter 36 Absolventen eines Dualen Studiums, ausschließlich digital lernen. Der Einsatz von Papier ist dann Geschichte.

Die Absolventen in einer gewerblichen Ausbildung erhalten jeweils ein Tablet. Alle Auszubildenden in kaufmännischen Berufen sowie die Absolventen eines Dualen Studiums bekommen von Grimme Notebooks oder Tablets bereitgestellt.

"Die ständig fortschreitende Digitalisierung in allen Bereichen des Lebens macht auch vor der Ausbildung nicht halt."Dennis Kreymborg, Ausbilder bei Grimme

"Die ständig fortschreitende Digitalisierung in allen Bereichen des Lebens macht auch vor der Ausbildung nicht halt. Eine digitale Umstellung an den Berufsschulen durch immer neue nutzbare Medien wie Tablets und Smartboards und das Erweitern von Rahmenlehrplänen um immer mehr digitale Inhalte verlangt auch eine Veränderung der Ausbildung bei Grimme", erklärt Dennis Kreymborg, Ausbilder im Grimme-Ausbildungszentrum.

Friedrich Horstmann, Leiter des Ausbildungszentrums, betont: "Die digitalen Medien sollen dabei die bisherigen Bildungsangebote nicht ersetzen, sondern erweitern und verbessern."

Grimme als einer der führenden Ausbildungsbetriebe im Landkreis Vechta gehe daher mit gutem Beispiel voran und stelle sich die Frage "Wie kann die Ausbildung digital, zeitgemäß und attraktiv gestaltet werden, um auch zukünftig ein hoch attraktiver Ausbildungsbetrieb zu sein, der mit den modernsten Tools arbeitet?", heißt es in einer Mitteilung weiter.

Lernmanagementsystem ist seit Januar ein Thema

Das Ergebnis ist die Einführung eines Lernmanagementsystems (LMS). Das soll den Auszubildenden Lernmaterial wie Dokumente, Videos und Bilder digital bereitstellen. Es diene der Kommunikation unter Ausbildern und Auszubildenden, übernehme Verwaltungsaufgaben und ermögliche Bewertungen, sagt Dennis Kreymborg.

Ein großer Vorteil eines LMS sei der, dass der Nutzer die Lerninhalte unabhängig von Ort und Zeit betrachten könne. Ein multimedialer Einsatz von Lernmaterial fördere Aufmerksamkeit und Motivation.
Nach intensiven Überlegungen fiel im Haus Grimme die Wahl beim LMS auf Moodle, eine kostenfrei nutzbare Lernplattform.

Sie garantiere eine sichere und geschützte Lernumgebung, sei intuitiv nutzbar und sehr weit verbreitet an Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen. Unterstützende Tutorials erklärten den Umgang, um schnell selbst damit arbeiten zu können.

Nutzer können Lerninhalte selber erstellen

Nutzer könnten Lerninhalte selbst erstellen und anpassen, heißt es. Moodle ermögliche zudem Lernen auf unterschiedlichen Niveaustufen. Auszubildende könnten ihr eigenes Tempo bestimmen und so entsprechend ihrem Lernniveau im System voranschreiten.

Das "Projekt Moodle" startete bei Grimme im Januar 2021 unter der Leitung Dr. Bernd Niemöllers (Leiter Validierung und gewerbliche Ausbildung). Neben Dennis Kreymborg ist auch Lukas Kreke, ein ehemaliger Auszubildender und inzwischen Student im Bereich "Berufliche Bildung", beteiligt.

Es gibt Kurse vom Feilen und Matheübungen

Die Einführung hat sich zunächst beschränkt auf das Ausbildungszentrum und die gewerblichen Ausbildungsberufe. Moodle wird dort nach Worten Dennis Kreymborgs in den Bereichen Prüfungsvorbereitung, digitales Berichtsheft, Handfertigkeiten, Drehen, Fräsen, Schweißen, Schulungen, Lehrgänge, Hausarbeiten und Betriebsunterricht eingesetzt. Es gibt Kurse vom Feilen über den Umgang mit dem Schweißgerät bis hin zu Matheübungen.

Im Betrieb bekommen die Auszubildenden Tablets auch gestellt, um alle Informationen an den Maschinen oder Werkbänken stets griffbereit zu haben. Nach der Ausweitung auf die gesamte Ausbildung sei es das Ziel, eine gute Gestaltung des Lernens zu etablieren - als Mix aus traditionellen Lehrmethoden, neuen Medien und einem neuen Rollenverständnis, in dem ein Ausbilder als Lerncoach selbst organisiertes Lernen fördert, sagt Dennis Kreymborg.
Durch die Einführung von Moodle habe Grimme einen wichtigen Grundstein für eine innovative Ausbildung gelegt.

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