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Grieshop verlässt Dammer Krankenhaus St. Elisabeth

Schon 2018 hatte der Geschäftsführer die Weichen für den Abschied in diesem Jahr gestellt. Er sieht das Krankenhaus gut aufgestellt für die zukünftigen Herausforderungen.

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Ein Mann und seine Mitarbeiter: Ralf Grieshop (vorne) verabschiedet sich Ende März vom Dammer Krankenhaus. Der Hubschrauberlandeplatz, auf dem sich die Beteiligten fürs Foto einfanden, gehört zu den Projekten, für die der scheidende Geschäftsführer intensiv gekämpft hat. ⋌Foto: Lammert

Ein Mann und seine Mitarbeiter: Ralf Grieshop (vorne) verabschiedet sich Ende März vom Dammer Krankenhaus. Der Hubschrauberlandeplatz, auf dem sich die Beteiligten fürs Foto einfanden, gehört zu den Projekten, für die der scheidende Geschäftsführer intensiv gekämpft hat. ⋌Foto: Lammert

Nach ungefähr 18 Jahren im Dienst des Krankenhauses St. Elisabeth verabschiedet sich Geschäftsführer Ralf Grieshop zum 1. April in die passive Phase der Altersteilzeit.

Sein Nachfolger wird bereits am 15. Februar den Dienst aufnehmen. Dessen Namen wollte der 60-Jährige allerdings nicht nennen. „Es handelt sich um einen Kollegen, der bereits als Geschäftsführer seit Jahren in rheinländischen Krankenhäuser tätig war beziehungsweise ist und sich sehr auf unser Haus freut.“

Der neue Geschäftsführer kommt nach Ansicht Ralf Grieshops in einen Landkreis, der hinsichtlich der Versorgung mit Krankenhäusern gut aufgestellt ist. Das gelte auch dann, wenn es zur Fusion der beiden Häuser in Vechta und Lohne zu einem neuen Krankenhaus kommt.

Es werde, dessen ist sich Ralf Grieshop sicher, zukünftig noch weitergehende Abstimmungen der Häuser im Kreis Vechta geben. Dazu müsse der Ausbau von Schwerpunkten bei den Behandlungen kommen.

"Ich bin stolz darauf, was wir in den Jahren aufgebaut haben."Ralf Grieshop, Krankenhaus-Geschäftsführer

Der zweifache Vater Grieshop verlässt das Krankenhaus jedenfalls erhobenen Hauptes. Er, der parallel zur beziehungsweise nach dem Ende seiner Ausbildung zum Krankenpfleger und dem Beginn seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre in Münster sein Abitur machte sowie Weiterbildungen zum Stationsleiter und Pflegedienstleiter absolvierte, sagt: „Ich bin stolz darauf, was wir in den Jahren aufgebaut haben.“

Er bezieht ausdrücklich alle Mitarbeiter mit ein. Es sei gelungen, im Krankenhaus als Team zu arbeiten, kurze Wege zu schaffen und die Arbeit gut zu koordinieren.

Zum Abschluss seiner Tätigkeit als Geschäftsführer sei es nun noch gelungen, dass das Dammer Krankenhaus ob der Kooperation mit einer Universität zum Akademischen Lehrkrankenhaus geworden ist. "Das freut mich sehr“, sagte er.

Doch nicht nur damit bleibt der Name Ralf Grieshop verbunden. In seine Tätigkeit fallen viele Maßnahmen, die das Krankenhaus zukunftssicher aufgestellt haben.

Vierter Bauabschnitt war ein Meilenstein

Während seiner Arbeit hat es viele Baumaßnahmen gegeben. Dazu gehört unter anderem der sogenannte vierte Bauabschnitt im Rahmen der Gebäudeerweiterung. Der Erweiterungsbau beinhaltet Stationen für Akutneurologie, Innere Medizin, Chirurgie, Orthopädie und Gynäkologie. Zudem gibt es in den unteren Bereichen eine Funktionsdiagnostik, den klinischen Arztdienst, die Küche und die Technikzentrale sowie auf dem Dach den lang ersehnten  Hubschrauberlandeplatz.

Ebenfalls in die jüngere Vergangenheit fallen die Erweiterung der Intensivstation sowie die Erstanschaffung einer digitalen Subtraktionsangiographie (DSA) und die Konzeption eines Neubaus der Zentralen Notfallaufnahme, die im Bereich des noch abzureißenden Schwesternwohnheimes entstehen wird.

Die neue DSA-Anlage eröffne weitere Möglichkeiten bei der kardiologischen Intervention und Behandlung eines Herzinfarktpatienten. Zudem erweitert sie das Behandlungsspektrum in der Neurologie mit ihrer zertifizierten Stroke Unit.

Vor nicht allzu langer Zeit hatte Staatssekretär Heiger Scholz aus dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung das Dammer Krankenhaus als einen Leuchtturm in der Region gewürdigt. Es sei hervorragend aufgestellt und habe weit über die Region hinaus eine große Bedeutung.

Staatssekretär Scholz: Neurologie entwickelt sich hervorragend

Vor allem entwickele sich die Neurologie hervorragend weiter. Der Bedarf in der Region sei groß. Das Dammer Krankenhaus sei eines der ersten im Land gewesen, das auf die Kombination einer Neurologie mit einer neurologischen Frührehabilitation gesetzt habe.

In dem Zusammenhang betonte Ralf Grieshop: Auch wenn am Ende 2020 in der Abrechnung eine schwarze Null stehen werde, habe er das Krankenhaus nicht nur wirtschaftsorientiert geführt. So seien in den vergangenen Jahren im Bereich der Pflege die Kosten stets höher ausgefallen als die Erstattungen durch die Kostenträger. Das werde sich mit der Novellierung des Pflegegesetzes ändern.

Gut aufgestellt und vernetzt sieht der scheidende Geschäftsführer das Krankenhaus St. Elisabeth auch wegen der qualifizierten Kooperationsverträge mit anderen Krankenhäusern und dritten Anbietern im Gesundheitswesen. So sei das Haus zum Beispiel mit seiner zertifizierten Stroke Unit für die Landkreise Vechta und Diepholz zuständig.

2019 wurden 15.037 Patienten stationär behandelt

Verschiedene Zahlen verdeutlichen nach Worten Ralf Grieshops die in den vergangenen Jahren gestiegene Bedeutung des Dammer Krankenhauses nicht nur für den Kreis Vechta. So wurden 2019 exakt 15.037 Patienten im Dammer Krankenhaus stationär behandelt. Das war im Vergleich zu 2004 ein Zuwachs um 78 Prozent.

Noch deutlicher fiel die Steigerung bei den ambulanten Behandlungen aus: Von 9500 (2004) auf rund 52.000 Patienten (2019), ein Plus von 447 Prozent. Die Zahl der Operationen nahm in diesem Zeitraum um 51 Prozent auf 6254 zu, die Zahl der Geburten um 41 Prozent, und die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich von 498 auf 1028.

Dass er trotzdem nun in den Ruhestand geht, hatte der Diplom-Kaufmann bereits 2018 mit dem Krankenhausträger vertraglich vereinbart. Als Grund dafür nennt der Oldtimer- und Campingfan in einem Schreiben an die Mitarbeiter seine persönliche Lebensplanung.

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