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Grasbestände verdorren – Sorge um den Mais wächst

Während der Heuertrag im Norden Niedersachsens gut ausgefallen ist, gibt es in anderen Bereichen mehr Probleme. Sorge bereitet Landwirten auch die wichtige Futterpflanze Mais.

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Nicht überall stellt sich die Situation bezüglich des Grünfutters gleich dar: Regional ist die Grasernte wegen der Niederschläge sehr unterschiedlich. Im Süden Niedersachsens ist die Lage deutlich angespannter als im Norden. Foto: Landvolk

Nicht überall stellt sich die Situation bezüglich des Grünfutters gleich dar: Regional ist die Grasernte wegen der Niederschläge sehr unterschiedlich. Im Süden Niedersachsens ist die Lage deutlich angespannter als im Norden. Foto: Landvolk

Vielerorts bereitet das Grundfutter vor allem den Haltern von Kühen und Rindern große Sorgen. Durch eine regional sehr unterschiedliche Niederschlagsmenge und -verteilung ergibt sich in Niedersachsen aber kein einheitliches Bild zu den bislang geernteten Grasmengen und Qualitäten. Während im Norden die Rinderhalter zufrieden auf die bisherige Erntebilanz schauen, ist die Lage im Süden Niedersachsens deutlich angespannter.

"Hier ist bei den Masseerträgen eindeutig die fehlende Regenmenge der begrenzende Faktor gewesen", erläutert Landvolk-Vizepräsident Manfred Tannen. "Zurzeit verschärft sich diese Situation, da auch in der Prognose keine nennenswerten Wassermengen vorhergesagt sind und erste Grasbestände regelrecht verdorren." Auf dem Betrieb von Anita Lucassen zeigt sich die Lage im nördlichen Landkreis Cloppenburg bislang entspannt: "Hier hat es insgesamt genug geregnet. Durch die jetzt trockene Witterung konnten wir gut Heu ernten, insgesamt 150 Rundballen, und es kommt noch mehr dazu. Das können wir in anderen Jahren nicht so gut, wenn es öfter regnet."

Dass sich die Situation verschärft, bestätigt hingegen Monika Hintze. Die Viehhalterin aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg berichtet: "Bei uns war der erste Grasschnitt gut, der zweite in Ordnung und der dritte unbrauchbar." Zum Glück gebe es auf dem Hof im östlichen Niedersachsen noch ausreichend Vorräte, so die Bäuerin. Sollte es nächstes Jahr aber wieder so wenig Erträge geben, müsste der Bestand von jetzt 800 Kühen, Bullen, Färsen und Kälbern wohl reduziert werden. Grundfutter hinzuzukaufen ist wegen der aufwändigen Logistik keine einfache Sache und auch betriebswirtschaftlich unattraktiv. Im Jahr 2021 konnten die Futterbaubetriebe nach mageren Jahren wieder größere Reserven für ihre Rinderherden bilden, wenn auch mit unterdurchschnittlichen Qualitäten.

Zur Kolbenbildung und Stärkeeinlagerung braucht der Mais noch mehr Wasser

Große Sorgen machen sich die Landwirte fast überall um die wichtige Futterpflanze Mais, die im September zur Ernte ansteht. "Gerade jetzt zur Kolbenbildung und Stärkeeinlagerung weist der Mais nochmals einen erhöhten Wasserbedarf auf, die Bodenvorräte sind aber vielerorts bereits erschöpft", erläutert Manfred Tannen. Der Mais gilt in der Rinderfütterung wegen seines Stärkegehalts als ideale Ergänzung zum eiweißreichen Grünlandaufwuchs.

Bei allen Sorgen ums Futter lenkt Martin Lüking, Vorsitzender des Rindfleischausschusses im Landvolk Niedersachsen, den Blick noch auf einen anderen Aspekt: "Wir erzielen seit einiger Zeit gute Preise für das Kilo Rindfleisch. Wegen des starken Preisanstiegs zum Beispiel in den Bereichen Energie, Düngemittel und Kraftfutter können unsere Betriebe aber davon kaum profitieren."

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