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Glasfasernetz im Kreis Vechta: Die Leerrohre fehlen

Breitbandinitiative: Die erste Ausbaustufe dauert länger. Auch das hohe Interesse der Haushalte am Highspeed-Internet bedingt neue Planungen im Zeitablauf.

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Sind derzeit Mangelware: Leerrohre für die Verlegung von Glasfaserkabeln. Foto: dpa / Büttner

Sind derzeit Mangelware: Leerrohre für die Verlegung von Glasfaserkabeln. Foto: dpa / Büttner

Die Vermarktung der 2. Ausbaustufe des Glasfasernetzes des Landkreises Vechta läuft noch bis zum 31. März diesen Jahres. Netzbetreiber Vodafone hat seine Vorvermarktung für diese Stufe, die ursprünglich bis zum 31. Dezember 2020 befristet war, noch einmal verlängert.

In Kürze flattert den Haushalten in den Gebieten der 2. Ausbaustufe ein weiteres Schreiben des Telekommunikationsdienstleisters ins Haus, das noch einmal auf die Möglichkeit eines kostenlosen Hausanschlusses aufmerksam macht. Der Zeitrahmen für die erste Ausbaustufe des neuen Netzes musste derweil noch einmal gestreckt werden. Das liegt zum einen an fehlendem Baumaterial sowie am Umstand, dass durch das hohe Interesse der Haushalte "wesentlich mehr Adressen mit Glasfaser erschlossen werden, als ursprünglich geplant war", erklärt die Bauherrin des Netzes, die kreiseigene Breitbandinitiative Vechta. Das Gesamtprojekt "Glasfasernetz" soll jetzt im Sommer 2023 abgeschlossen sein.

Das Interesse an einem Anschluss ist groß

Der Landkreis darf wegen der Inanspruchnahme erheblicher Fördergelder nur in "unterversorgten" Gebieten das Glasfasernetz aufbauen, also nur dort, wo weniger als 30 Mbit/s Internetgeschwindigkeit erreicht werden, und wo kein privates Unternehmen im Ausbau tätig wird. Die Breitbandinitiative baut ihr Netz in zwei Ausbaustufen aus. Als dritte Stufe gelten weitere Anschlüsse, die Vodafone im Zuge der Baumaßnahmen ohne Fördermittel und eigenwirtschaftlich anschließt. Bislang haben für alle 3 Ausbaustufen des Netzes rund 7.450 Haushalte einen Anschluss bestellt, erklärt die Breitbandinitiative auf Anfrage. In der zweiten Ausbaustufe sind bislang 2.100 Anschlüsse beauftragt. Laut Angabe von Vodafone haben sich damit weit mehr als die für den Ausbau nötigen 40 Prozent der in den verschiedenen Ausbaustufen liegenden Haushalte im Kreis zu einer kostenlosen Anbindung entschlossen.

Nicht alle unterversorgten Adressen im Kreisgebiet können mit der ersten Ausbaustufe erreicht werden. Diese war im vergangenen Jahr in Holdorf gestartet. Um weitere unterversorgte Adressen anzubinden, hatte die Breitband-Initiative weitere Förderung beantragt und auch bewilligt erhalten. In der zweiten Ausbaustufe könnten deshalb noch einmal über 3.000 Adressen im Kreisgebiet an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Im Oktober war die Vermarktung der zweiten Ausbaustufe gestartet. Über einen vorgezogenen Vertragsabschluss sparen die Haushalte laut Vodafone rund 2.900 Euro Anschluss- und Installationskosten.

Markus Fischer ist der Leiter des Eigenbetriebes Breitbandinitiative des Landkreises Vechta. Foto: KühnMarkus Fischer ist der Leiter des Eigenbetriebes "Breitbandinitiative" des Landkreises Vechta. Foto: Kühn

Im Dezember war im Rahmen der Planungen für die 2. Ausbaustufe ein Spezialfahrzeug der Firma Eictronic auf den Straßen im Kreis Vechta unterwegs. Das mit Kameras und GPS ausgerüstete Auto erfasste im Vorfeld der Verlegung von Glasfaserkabeln die Oberflächenbeschaffenheit von Straßen und Wegen. Die Analyse ist entscheidend für die europaweiten Ausschreibungen weiterer Tiefbaulose, erklärt Markus Fischer von der Breitbandinitiative. Die Befahrung ist derzeit abgeschlossen. Möglicherweise wird später eine weitere Befahrung erforderlich, heißt es in einer Mitteilung. Das hänge vom weiteren Planungsverlauf und dem endgültigen "von allen Behörden genehmigten Trassenverlauf" ab.

Fest steht, dass sich die Fertigstellung der ersten Ausbaustufe verzögert. Die Bauarbeiten in Holdorf sind dort zu einem Großteil bereits beendet. Die folgenden Bauabschnitte wurden inzwischen ebenfalls von der Breitbandinitiative beauftragt. Allerdings warten die beiden beteiligte Baufirmen noch auf derzeit stark nachgefragtes Material. So fehlen unter anderem die Leerrohre für die Kabelverlegung.

Teuer sind vor allem die Tiefbauarbeiten

Die Verzögerung sei außerdem dem Umstand geschuldet, dass wesentlich mehr Adressen erschlossen werden müssten, als ursprünglich geplant, heißt es von Seiten der Breitbandinitiative. Derzeit ist man dabei, die Planungen der 2.  Ausbaustufe in die erste zu integrieren. Ziel ist, Straßen und Wege nur einmal zu öffnen. Davon verspricht sich die Breitbandinitiative hohe Kostenersparnisse. Der Kostenanteil des Tiefbaus im Breitbandausbau liegt gemeinhin bei rund 80 Prozent, heißt es aus dem Kreishaus. 

Derweil macht Vodafone darauf aufmerksam, dass Haushalte, die in den Gebieten der ersten Ausbaustufe liegen, auch noch nachträglich einen Glasfaser-Anschluss buchen können. Es würden jetzt allerdings Umplanungsgebühren in Höhe von mindestens 399 Euro je Anschluss anfallen.

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