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Glasfaserausbau in Molbergen: Superschnelles Internet für 1200 Haushalte

In Molbergen wird das von EWE und Telekom gegründete Unternehmen Glasfaser Nordwest rund 1200 Haushalte und Unternehmen mit modernen Gigabit-Anschlüssen versorgen. Anfang 2022 geht es los.

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Endlich schnelles Internet: Rund 1200 Haushalte in Molbergen werden mit modernen Gigabit-Anschlüssen versorgt. Karte: Glasfaser Nordwest

Endlich schnelles Internet: Rund 1200 Haushalte in Molbergen werden mit modernen Gigabit-Anschlüssen versorgt. Karte: Glasfaser Nordwest

Der Netflix-Stream ruckelt, bei der Videokonferenz gibt es plötzlich nur noch ein Standbild, die Kinder können ihre Hausaufgaben nicht herunterladen: Wenn die Internetverbindung den modernen Anforderungen nicht mehr gerecht wird, ist der Ärger groß. Für mehr als 1200 Haushalte wird sich dieser Zustand in der Gemeinde Molbergen jetzt ändern. Dort beginnt unter der Regie des Gemeinschaftsunternehmens "Glasfaser Nordwest" von Telekom und EWE zeitnah der Glasfaserausbau. Der entsprechende Vertrag wurde nun im Rathaus Molbergen unterschrieben.

Bereits Anfang kommenden Jahres soll mit den Tiefbauarbeiten begonnen werden, berichtet Carsten Höfinghoff, Regionalmanager bei Glasfaser Nordwest. Wenn es das Wetter zulässt, sollen die ersten Bautrupps im Februar in den entsprechenden Gebieten (siehe Karte) anrücken. Bürgermeister Witali Bastian weist auf die Vorteile des neuen Netzes hin: "Glasfasernetze sind in jeglicher Hinsicht den klassischen Kupfernetzen überlegen. Damit schaffen wir wichtige digitale Standortvorteile. Zudem freuen wir uns, mit 'Glasfaser Nordwest' einen sehr starken Partner an unserer Seite zu haben."

Unterschreiben den Vertrag: Sascha Zink (von links), Witali Bastian und Carsten Höfinghoff. Foto: HoffUnterschreiben den Vertrag: Sascha Zink (von links), Witali Bastian und Carsten Höfinghoff. Foto: Hoff

Der Ausbau beginnt auf öffentlichem Grund mit dem Verteilnetz. Dieses besteht aus vielen unterirdischen Hauptkabeln und diversen Knotenpunkten. Die Glasfasern enden zunächst vor den Grundstücken der Anwohner – sobald ein Interessent dann einen Glasfaseranschluss beauftragt, wird die Immobilie an das Netz angeschlossen. Das Projekt sei "eigenwirtschaftlich", betont Höfinghoff: "Fördergelder bekommen wir nicht, weswegen wir auch deutlich schneller agieren können."

Technisch gesehen geht es um "Fiber to the Home" (FTTH) oder "Fiber to the Building" (FTTB) – also Glasfaser, die auch auf der letzten Strecke bis zur Wohnung oder zumindest bis zum Gebäude liegt und nicht nur bis zum grauen Schaltschrank an der Straße. "Da also komplett auf klassische Kupferkabel verzichtet wird, ist das neue Netz nahezu störungsfrei und kann auch auf große Entfernungen stabile Bandbreiten liefern. Somit werden die Anwohner in dem Ausbaugebiet mit Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Mbit/s surfen können", erläutert Höfinghoff.

Seit 1. November können Interessenten Internettarife buchen

Das Unternehmen ist reiner Infrastrukturanbieter und vertreibt keine eigenen Glasfaser-Verträge. Um einen FTTH-Anschluss und den passenden Internettarif zu beauftragen, können sich die Anwohner in den Ausbaugebieten an einen der Vermarktungspartner von Glasfaser Nordwest wenden: In Molbergen sind das Telekom und EWE.  Sascha Zink, Leiter Kommunales und Politik bei Glasfaser-Nordwest, ergänzt: "Bereits seit dem 1. November können Interessenten die neuen Tarife buchen." Wichtig sei zudem die Information, dass der Hausanschluss im ersten Schritt kostenfrei sei. "Das kann sich bereits im Sommer nächstes Jahr ändern. Wenn die Bautrupps dann noch mal extra anrücken müssen, zieht das Kosten nach sich", erklärt Zink, der auch darauf hinweist, dass man mit einer Glasfaserversorgung den Wert der entsprechenden Immobilie steigere. 

In 11 von 13 Kommunen im Landkreis Cloppenburg baut das vor knapp 2 Jahren gegründete Unternehmen Glasfaser aus. Einzige Ausnahmen sind Lastrup und Lindern. Dort hat die Konkurrenzfirma "Deutsche Glasfaser" den Zuschlag bekommen. "Wenn es schon ein anderer macht, ist es unnötig, die gleichen Arbeiten noch einmal auszuführen, auch wenn wir dort auch gerne aktiv geworden wären“, sagt Zink und weist in diesem Zusammenhang auf strenge Kommunikationsrichtlinien für das Unternehmen hin. Bedeutet: Wenn eine Firma Interesse an einer Region hat, muss sie mit der öffentlichen Bekanntmachung 9 Monate warten. Das soll kleinere Unternehmen nicht abschrecken, selbst Interesse zu bekunden. 

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