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Gildetag im Zeichen des Friedens und des Marketings

Vor 423 Jahren legten die Friesoyther Schmiede schriftlich fest, dass ihr Gildefest am 30. November stattfindet. Daran erinnert die Eisenstadt mit ihrem Schmiedegildetag, dem St.-Andreas-Tag.

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Feierstunde: Beim  Schmiedegildetag in Friesoythe begrüßte Bürgermeister Sven Stratmann (von links) den Festredner Winfried Frerichs, Geschäftsführer des Stahlwerks Augustfehn, sowie Apens Bürgermeister Matthias Huber. Foto: C. Passmann

Feierstunde: Beim Schmiedegildetag in Friesoythe begrüßte Bürgermeister Sven Stratmann (von links) den Festredner Winfried Frerichs, Geschäftsführer des Stahlwerks Augustfehn, sowie Apens Bürgermeister Matthias Huber. Foto: C. Passmann

In der Eisenstadt Friesoythe wurde – traditionsgemäß am 30. November, dem St.-Andreas-Tag –  der Schmiedegildetag gefeiert. Ohne Hammer, Feuer und Amboss erinnert die Stadt damit an die vergangene Tradition des Gildefestes, das gemäß einer Regelung aus dem Jahr 1599 jährlich an diesem Tag gefeiert werden soll. Bürgermeister Sven Stratmann nutzte die Veranstaltung, um für die Entwicklung einer neuen Dachmarke für die Stadt zu werben.

In früheren Zeiten sollte die Veranstaltung Frieden stiften und Streitigkeiten schlichten. Heute steht der Schmiedegildetag für Tradition und für die enge Verbindung zwischen der Stadt Friesoythe und dem Schmiedehandwerk. Doch angesichts der Kriegsgeschehnisse stand der diesjährige Festakt im Zeichen des Friedens. Das zeigte sich auch in der ökumenischen Andacht bei der Friedensglocke im Stadtpark unter der Leitung von Pfarrer Johannes Rohlfing von der evangelischen Kirche und Diakon Eckehard Drees von der katholischen Kirchengemeinde St. Marien.  Es war ein Aufruf zum Frieden und um Streitigkeiten zu beenden. Dazu gab es, ergänzt durch das Läuten der Friedensglocke, von den beiden Geistlichen nachdenkliche Anregungen zur Geschichte.

"Nun wissen wir in der heutigen Zeit, warum die Friedensglocke im Stadtpark entworfen und errichtet wurde", meinte Bürgermeister Sven Stratmann bei der anschließenden Feierstunde im Kulturzentrum Alte Wassermühle. Friesoythe könne, so der Bürgermeister, auf eine große Schmiedetradition zurückblicken. Doch bei allem Blick auf die Tradition dürfe man die Gegenwart nicht aus den Augen verlieren. Die Stadt Friesoythe sei zurzeit auf einem sehr guten Weg, "allerdings müssen wir in einigen Punkten noch nachlegen. So können wir die Akzeptanz der Stadt noch steigern", erläuterte Stratmann.

Plädoyer für die Entwicklung einer neuen Dachmarke

Letztlich gehe es um Marketing und darum, noch mehr Gäste und Besucher in die Stadt zu holen, noch mehr Alleinstellungsmerkmale zu finden. Bürgermeister Stratmann stellte klar, dass man dafür nichts abschaffen, sondern etwas Neues kreieren möchte. "Wir möchten als Stadt, dass die Bevölkerung im weiteren Prozess mitwirkt. Bringen Sie sich beim Dachmarkenprozess ein", so Stratmann.

Festvortrag: Winfried Frerichs, Geschäftsführer des Stahlwerks Augustfehn, thematisierte humorvoll die Geschichte von Augustfehn und die Entwicklung des Stahlwerkes. Foto: C. PassmannFestvortrag: Winfried Frerichs, Geschäftsführer des Stahlwerks Augustfehn, thematisierte humorvoll die Geschichte von Augustfehn und die Entwicklung des Stahlwerkes. Foto: C. Passmann

Die Einführung und Umsetzung einer Dachmarke habe viele Vorteile für das gesamte Stadtgebiet, versicherte Stratmann. Neben einer einheitlichen Darstellungsform würden dadurch gezielt die Stärken und Vorzüge der Kommune herausgearbeitet, sodass Zielgruppen spezifischer angesprochen und das Image optimiert werden könne. Dabei geht es nicht nur um die Präsenz in der breiten Öffentlichkeit, sondern auch um die Identifikation der Einwohnerinnen und Einwohner mit ihrer Heimat. "Wir wollen eine identitätsstiftende Marke für Friesoythe entwickeln", so Friesoythes Bürgermeister.

Neben netten Gesprächen, Schinkenbrot und kühlen Getränken freuten sich die Gäste über einen spannenden und humorvollen Vortrag von Winfried Frerichs, dem Geschäftsführer des Stahlwerks Augustfehn.  Der Vortrag thematisierte die Geschichte von Augustfehn und die Entwicklung des Stahlwerkes. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Christina Stengert aus Bad Zwischenahn am Klavier.

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