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Gigafactory: Lagerzelte aus Vechta stehen am Tesla-Werk in Grünheide

Den Auftrag für den Aufbau flexiblen Lagerraums erhielt die Firma Otto Kühling aufgrund einer Weiterempfehlung. 6 Monate lang stehen die Zelte in Brandenburg.

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Die Firma Otto Kühling aus Vechta errichtet an der Baustelle der Tesla-Gigafactory in Brandenburg ihre Mietzelte. Foto: Ralf-Thomas Petersohn

Die Firma Otto Kühling aus Vechta errichtet an der Baustelle der Tesla-Gigafactory in Brandenburg ihre Mietzelte. Foto: Ralf-Thomas Petersohn

Der von Unternehmer Elon Musk gelenkte US-amerikanische Automobilkonzern Tesla wird in Brandenburg Elektroautos produzieren. Dessen erste europäische Fabrik entsteht seit dem Frühjahr dieses Jahres in der südöstlich von Berlin liegenden Gemeinde Grünheide. Mittendrin im Baugeschehen auch ein Unternehmen aus Vechta: Die Firma Otto Kühling stellt dort gerade große Zelte auf, die während der laufenden Bauarbeiten am neuen Tesla-Werk als vorübergehende Lagerfläche dienen. Deponiert werden hier laut Firmenchef Ludger Emken empfindliches Baumaterial und/oder Teile maschineller Anlagen, die später im Fahrzeugbau eingesetzt werden.

Die Art und Weise wie Kühling an den Auftrag gekommen ist, beschreibt Emken als "ganz witzig". Danach war das in einem Zelt von Kühling gefeierte Betriebsfest einer bekannten Bremer Baufirma der Grund für eine klassische geschäftliche Weiterempfehlung. "Seinerzeit waren wir von der feiernden Firma gefragt worden, ob wir denn nicht auch das technische Personal für den Betrieb des Zeltes stellen könnten. Da ging es etwa um die korrekte Einstellung und Überwachung der Heizung und andere Dinge. Das haben wir getan. Im Gesamtpaket hat alles wohl so gut geklappt, dass wir in Erinnerung geblieben sind."

Den Auftrag in Grünheide gab es auf Empfehlung, freut sich Ludger Emken. Foto: ChowanietzDen Auftrag in Grünheide gab es auf Empfehlung, freut sich Ludger Emken. Foto: Chowanietz

Eine Tochtergesellschaft der Bremer Baufirma ist im Baulogistikbereich tätig. Unter anderem arbeitet diese in der Abwicklung der Bauarbeiten an der Gigafactory in Grünheide mit. Als es nun dort darum ging, kurzfristig Lagerkapazitäten zu schaffen, "gab es aus Bremen wohl die Empfehlung für uns", erzählt Emken. Nach dem Anruf der Baulogistiker habe er nicht lange gezögert "und den Auftrag angenommen".

"Wir müssen uns allen Aufgaben stellen. Wir müssen arbeiten."Ludger Emken, Geschäftsführer der Firma Otto Kühling

Es gab zwar kurze Bedenken, denn der Verleih von Lagerzelten sei nicht mehr "so wirklich das bekannte Kerngeschäftsfeld von Kühling, aber angesichts der Corona-Einbußen, der ganzen wirtschaftlichen Lage, haben wir das Geschäft mitgenommen. Wir müssen uns allen Aufgaben stellen. Wir müssen arbeiten", erklärt Emken.

So gibt es jetzt die Option, dass Kühling ein halbes Jahr lang 5000 Quadratmeter Zeltfläche in Grünheide zur Verfügung stellt. Dass es nur 6 Monate werden, glaubt Emken allerdings nicht: "Die Zelte werden wohl länger stehen."

Der gesamte Auftrag wurde wegen der Corona-Beschränkungen auf der kaufmännischen wie auch der bauplanerischen Seite komplett über E-Mail abgewickelt. Ausschließlich über den digitalen Weg wurden Notausgänge abgesprochen oder andere Themen geklärt.

In der vergangenen Woche nun war ein Team von Kühling zum ersten Mal vor Ort in Grünheide, errichtete ein 1500 Quadratmeter großes Lagerzelt mit Thermowänden. In der kommenden Woche wird ein weiteres, hoch isoliertes Thermozelt mit aufblasbarem Dach aufgestellt. Dieses Zelt bietet bei einer Traufenhöhe von 4,20 Meter 1000 Quadratmeter Lagerfläche. Zum Vergleich: Das Kernzelt von Kühlings Niedersachsenhalle auf dem Stoppelmarkt hat eine Fläche von rund 1800 Quadratmetern. "Wann wir die restlichen 2500 Quadratmeter Zelt in Grünheide aufbauen werden, wissen wir allerdings noch nicht. Wir erhalten kurzfristig Bescheid", sagt Emken.

Tesla-Chef Elon Musk besucht die Baustelle der Gigafactory: In Grünheide bei Berlin sollen ab Juli 2021 maximal 500.000 Fahrzeuge pro Jahr vom Band rollen - dabei soll nach den Plänen des Autobauers so schnell wie möglich das Maximum erreicht werden. Foto: dpaStähleTesla-Chef Elon Musk besucht die Baustelle der Gigafactory: In Grünheide bei Berlin sollen ab Juli 2021 maximal 500.000 Fahrzeuge pro Jahr vom Band rollen - dabei soll nach den Plänen des Autobauers so schnell wie möglich das Maximum erreicht werden. Foto: dpa/Stähle

Nach den Standorten in den amerikanischen Bundesstaaten Nevada und New York sowie im chinesischen Shanghai entsteht in Deutschland, im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg der weltweit vierte Produktionsort von Tesla. Im Unternehmen werden die Standorte der Fabrikation als "Gigafactory" bezeichnet. In Deutschland will Tesla zukünftig Fahrzeugmodelle für die weltweiten Märkte entwerfen, entwickeln und produzieren.

Künftig sollen in Grünheide bis zu 500.000 Elektroautos vom Band rollen

Ab Sommer 2021 sollen in Brandenburg die ersten Autos vom Band rollen. Vorgesehen ist eine Jahresproduktion von bis zu 500.000 Fahrzeugen. Das erste Tesla-Modell, das in Grünheide gebaut wird, wird das „Model Y“ sein. Das großräumige SUV (Sports Utility Vehicle) soll nach Angaben von Tesla bis zu 7 Erwachsenen Platz bieten.

Den Genehmigungsunterlagen zufolge sollen in Grünheide bei Vollauslastung bis zu 12.000 Beschäftigte im 3-Schicht-System arbeiten.

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