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Gewerkschaft fordert weitere Corona-Tests

Wer in der Fleischbranche arbeite, müsse untersucht werden, fordert die NGG aus Oldenburg. Auch der DGB vor Ort ist in Sorge und hat dem Landkreis Vechta einen Brief geschrieben.

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Aufgepasst: Die Gewerkschaft NGG fordert nach dem Fall Tönnies vorsichtig zu sein und flächendeckend zu testen. Foto: dpa

Aufgepasst: Die Gewerkschaft NGG fordert nach dem Fall Tönnies vorsichtig zu sein und flächendeckend zu testen. Foto: dpa

Angesichts der jüngsten Corona-Ausbrüche in der Fleischwirtschaft fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die sofortige Untersuchung aller Beschäftigten. In Teilen der Branche würden die Hygieneregeln locker gehandhabt, wodurch Leiharbeiter, Werkvertragsarbeiter und Stammbeschäftigte in ihrer Gesundheit bedroht seien, sagte am Mittwoch der für Oldenburg und Ostfriesland zuständige NGG-Chef Matthias Brümmer. Erneute Reihentestungen unter den gut 17.000 Beschäftigten der Fleischindustrie lehnt Niedersachsen bislang ab.

"Da entwickelt sich ein gewaltiges Bedrohungspotenzial."Matthias Brümmer, NGG-Chef

Aus den Betrieben meldeten sich immer mehr besorgte Betriebsräte. In den vergangenen Tagen sei es oft zum Austausch von Leiharbeitern und Werkarbeitern gekommen, bei denen niemand die Herkunft erklären könne. "Da entwickelt sich ein gewaltiges Bedrohungspotenzial, das den Fortbestand einer ganzen Branche gefährdet und die Gesundheit der Bevölkerung mit bedroht", sagte Brümmer.

In Sorge ist auch der Kreisverband Vechta des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB. In einem Brief hat er sich jetzt an das Gesundheitsamt des Landkreises Vechta gewandt und um Aufklärung gebeten: Vermisst werden präzise Informationen über die abgelaufene Testreihe in den örtlichen Betrieben mit 2.345 Tests, schreibt die Kreisvorsitzende Audra Brinkhus-Saltys. Wie viele der Untersuchten seien Festangestellte, wie viele Leiharbeiter? Wie viele Menschen konnten nicht untersucht werden, da sie vielleicht krank, in Urlaub oder abgereist waren? Und welche Betriebe mit vielen Mitarbeitenden genau waren dabei?

"Die erschreckend hohe Zahl von momentan über 1.300 Corona-Infizierten beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück veranlasst uns als Vertreter der Arbeitnehmerschaft, auch in unserem Landkreis nochmal hinzuschauen", schreibt die DGB-Kreisvorsitzende weiter.

Am Dienstag wurden zudem Corona-Infektionen unter Mitarbeitern eines Wiesenhof-Schlachthofs in Wildeshausen bekannt. Dort sind bislang 23 Infektionen festgestellt worden; 4 Betroffene wohnen im Landkreis Vechta. Ab Mittwoch sollen alle mehr als 1.100 Beschäftigten dort getestet werden.

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