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Genossen machen den Wechsel an der Spitze perfekt

Den Vorstand der VR Bank Dinklage-Steinfeld übernehmen Thomas Niemann und Ralph Schröder. Die Goldene Ehrennadel bekommt das wahre „Urgestein“ Harald Rösler.

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"Morgen kann kommen": Ralph Schröder, Thomas Niemann, Otto Wüst, Cord Schiplage, Harald Rösler, Axel Schwengels, Benno Fangmann, Dr. Thomas Rießelmann und Alfons Echtermann vom Vorstand und Aufsichtsrat sehen die VR Bank Dinklage-Steinfeld eG gut aufgestellt. Foto: Röttgers

"Morgen kann kommen": Ralph Schröder, Thomas Niemann, Otto Wüst, Cord Schiplage, Harald Rösler, Axel Schwengels, Benno Fangmann, Dr. Thomas Rießelmann und Alfons Echtermann vom Vorstand und Aufsichtsrat sehen die VR Bank Dinklage-Steinfeld eG gut aufgestellt. Foto: Röttgers

Die Mitglieder der Volks- und Raiffeisenbank Dinklage-Steinfeld dürfen sich für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 über 6,65 Prozent Dividende freuen. Das haben die Genossen auf ihrer Doppel-Generalversammlung in der Schankwirtschaft Overmeyer in Steinfeld beschlossen. Die Bank hatte beide Geschäftsjahre hintereinander behandelt, da im vergangenen Jahr Corona-bedingt keine Veranstaltungen in Präsenz stattfinden durften.

Für Vorstand Harald Rösler war es gleichzeitig die letzte Generalversammlung, bei der er über "seine" Bank Zahlen, Daten, Fakten verkünden konnte. Altersbedingt scheidet der "Vollblut-Genosse", wie ihn Aufsichtsrat Cord Schiplage in seiner Laudatio würdigte, zum 31. Januar 2022 aus.

Rösler fing 1987 bei der damaligen Volksbank Steinfeld an, wurde 1993 Prokurist, stieg 2000 in den Vorstand auf und erlebte 2002 die Fusion mit der Spar- und Darlehnskasse Dinklage zur heutigen Volks- und Raiffeisenbank Dinklage-Steinfeld eG.

Von 1987 bis ins digitale Zeitalter – Harald Rösler meisterte alles

Für seine langjährige erfolgreiche Tätigkeit hat ihm Verbandsdirektor Axel Schwengels die "Goldene Ehrennadel" des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes (DGRV) verliehen. Mit Rösler gehe ein "Urgestein" von Bord, das seine Bank "sicher durch die Klippen der Niedrigzinsphase" gesteuert, auf die notwendige Digitalisierung und den demografischen Wandel vorbereitet und die Pandemie "mit Bravour gemeistert" habe.

Neu in den Vorstand berufen worden sind Thomas Niemann und Ralph Schröder. Niemann stellte sich als "Dinklager Junge" vor: Der 46 Jahre alte, verheiratete Vater von zwei Mädchen sei nach eigenen Angaben ein "Eigengewächs" der VR-Bank: Nach seinem Abitur am Kolleg St. Thomas in Vechta nahm Niemann sein Duales Studium an der Berufsakademie in Rastede auf, stellte eine Controllingabteilung auf die Beine, übernahm 2008 die Abteilung Rechnungswesen, erhielt Prokura und stieg 2014 als Vorstandsassistent auf. Seit 1. Juli 2021 gehört Niemann nun zum Vorstand.

In den Vorstand kommt frische Luft

Schröder ist 53 Jahre alt, verheiratet, Vater von zwei erwachsenen Söhnen und wohnt in Vechta. Nach seinem Abitur 1987 am Gymnasium Antonianum begann Schröder seine Ausbildung bei der Oldenburgischen Landesbank (OLB), betreute dort das Firmenkundengeschäft, studierte in Göttingen und ist seit eineinhalb Jahren bei der VR-Bank.

"Der Farbwechsel von Grün auf Blau-Orange ist mir gelungen", erklärte Schröder, da er mit der "Region und den Menschen hier verwurzelt" sei und ein "gutes Netzwerk in der Region" pflege. Übergangsweise werde jetzt der Vorstand als Viergespann bestehend aus den Vorständen Benno Fangmann, Thomas Niemann, Harald Rösler und Ralph Schröder die Geschicke der Bank leiten.

Weitere Personalien waren die Wahlen zum Aufsichtsrat: Alfons Echtermann, Otto Wüst und Dr. Thomas Rießelmann wählten die Mitglieder allesamt einstimmig wieder. Bei zwei Gegenstimmen votierten die Mitglieder für ein Satzungsänderung, die es der Bank zukünftig ermöglichen wird, noch stärker ins Immobiliengeschäft einzusteigen. So seien laut Beschluss nun "Erwerb, Erstellung Erschließung, Bebauung und Veräußerung sowie Vermietung, Verpachtung und Verwaltung von Grundstücken und Gebäuden" möglich. "Das ist eine wichtige Ertragsquelle und ein wichtiges Geschäftsfeld für uns sowie eine Renditechance für unsere Kunden", begründete Vorstand Fangmann die Änderung.

Mitglieder können nun in höhere Geschäftsanteile investieren

Ebenfalls geändert ist nun die maximal zulässige Höhe der Geschäftsanteile. Waren es bis dato höchstens 15 Anteile zu je 50 Euro, so erhöht sich die Zahl jetzt auf 50 Anteile, so dass jedes Mitglied bis zu 2500 Euro investieren kann.

Weitere Zahlen und Daten der Bank: 2019 betrug der Gewinn der Bank rund 513,6 Millionen Euro, die Bank konnte ihre Kundeneinlagen auf 365,6 Millionen Euro steigern und zählte 5929 Mitglieder, die insgesamt 56 380 Geschäftsanteile hielten. 2020 bezifferte der Vorstand die Summe der Aktiva auf 550 Millionen Euro, sie verwaltete 389,7 Millionen Euro ihrer Kunden, hatte 6446 Mitglieder, die 62 570 Geschäftsanteile hielten. Die Forderungen an Kunden betrugen 2019 rund 377,9 Millionen Euro, 2020 waren es 418,5 Millionen Euro. Vorstand Fangmann erläuterte den Anstieg damit, dass die Kunden in der Pandemie einerseits "gut Geld zur Seite gelegt" hätten. Andererseits stünden mit 10,8 Prozent Wachstum Unternehmens- und Wohnungsbaufinanzierungen gewerblicher und privater Kunden "in den Büchern".

Im Geschäft setzt die Bank auf ihre Mitarbeiter

Auch das Wertpapiergeschäft erfreue sich bei Dinklagern und Steinfeldern zunehmender Beliebtheit. Hier verwahrt die Bank 52,9 Millionen Euro in Depots – ein Zuwachs von 12,3 Prozent zum Vorjahr. Allerdings seien im gleichen Zug die Kosten für Betriebs- und Personalaufwendungen gestiegen. "Mehr Geschäft durch mehr Mitarbeiter ist unser Anliegen", erklärte Fangmann das Zahlenwerk. Die Betriebsaufwendungen betrugen 2020 rund 7,8 Millionen Euro, davon entfallen 5,1 Millionen auf Personalkosten.

Fangmann und Rösler, die die Geschäftsberichte 2019 und 2020 bei der Versammlung vorgetragen haben, sehen ihre Bank im kommenden Jahrzehnt "gut aufgestellt". "Morgen kann kommen", heißt es dazu unisono vom Vorstand.

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