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Geflügelpest: Hunderte tote Wildvögel im Nachbarlandkreis Leer entdeckt

Die Geflügelpest grassiert unter Wildvögeln. Im Nachbarlandkreis Leer wurden Hunderte verendete Tiere gefunden. Doch nicht nur zwischen Ems und Dollart gibt es Nachweise auf das tödliche Virus.

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Zwei vermutlich an der Geflügelpest verendete Vögel liegen am Emsdeich in Leer. Foto: Lars-Josef Klemmer / dpa

Zwei vermutlich an der Geflügelpest verendete Vögel liegen am Emsdeich in Leer. Foto: Lars-Josef Klemmer / dpa

Die hochansteckende Geflügelpest breitet sich unter Wildvögeln im Kreis Leer aus. Bislang seien entlang der Ems-Deiche, am Dollart und auf angrenzenden Gebieten Schätzungen zufolge rund 400 verendete Vögel gefunden und eingesammelt worden, wie der Landkreis Leer mitteilte. Darunter seien vor allem Gänse, aber auch Bussarde, Enten und Rabenvögel. Der Kreis geht davon aus, dass viele durch die grassierende Geflügelpest ums Leben kamen. In einigen Fällen könnten die Tiere aber auch schon länger tot gewesen sein. Um die Kadaver zu entsorgen sind in den Gemeinden Jemgum, Bunde, Moormerland und Weener nun Container aufgestellt worden.

Vor einer Woche 150 tote Vögel im Rheiderland

Eine Häufung der Funde gebe es bereits seit November vergangenen Jahres, teilte der Kreis mit. Mehrere Kadaver wurden nach Ostern bei der ehemaligen Bohrinsel Dyksterhusen im Rheiderland angespült - vermutlich aufgrund der Wetterlage mit kräftigem Wind. Vor einer Woche waren allein an einem Tag rund 150 tote Tiere gefunden worden. Das Rheiderland wird von vielen Wildvögeln als Rast- und Durchzugsgebiet genutzt - die Wildvogeldichte ist entsprechend hoch.

Wie aus Angaben des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg hervorgeht, ist die Vogelgrippe mittlerweile bei Wildvögeln in der Mehrheit der 45 Kreisen und kreisfreien Städten im Land festgestellt worden. Insgesamt liegen Nachweise aus 29 Kreisen vor.

Von November bis Mitte April wurden demnach 1060 Proben von Wildvögeln auf die Geflügelpest (Aviäre Influenza) untersucht - davon fielen 120 Proben positiv aus. Bei dem überwiegenden Teil sei der Erreger H5N8 nachgewiesen worden, teilte eine Laves-Sprecherin mit. In einzelnen Fällen wurden auch die Subtypen H5N5, H5N1 und H5N3 identifiziert. Einen Überblick über das gesamte Ausmaß der Virusverbreitung bei Wildvögeln geben diese Zahlen jedoch nicht, da nicht alle Totfunde auch auf Erreger untersucht werden.

Virus traf die Geflügelwirtschaft im Kreis Cloppenburg hart 

Wegen der Geflügelpest war es in den vergangenen Monaten in mehreren Geflügel-Mastbetrieben zu Ausbrüchen der hochansteckenden Tier-Infektionskrankheit gekommen - besonders im Landkreis Cloppenburg, zuletzt auch im Landkreis Vechta. Der inzwischen 40. Ausbruch in einem Stall im Landkreis Cloppenburg ist am 24. März festgestellt worden. Seitdem ist die Geflügelpest nicht mehr aufgetreten. Mittlerweile sind 574.500 Tiere (476.400 Puten, 71.900 Hähnchen und 26.200 Enten) getötet worden.

Der Frühjahrsvogelzug nordischer Wasservögel kann nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts zu einer überregionalen Verbreitung beitragen. Daher werde das Risiko einer Ausbreitung bei Wasservögeln und auch der Eintrag in Geflügelhaltungen weiter als hoch eingestuft.

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