Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Geflügelpest: Erster Fall in norddeutschem Betrieb, Landwirtschaftsministerin besorgt

Das H5N1-Virus jetzt auch in einem norddeutschen Mastbetrieb angekommen. Bislang wurde es nur bei Wildvögeln nachgewiesen. 700 Gänse wurden getötet.

Artikel teilen:
Symbolfoto: dpa

Symbolfoto: dpa

Nach dem Fund bei mehreren toten Wildvögeln ist nun auch in einer Geflügelhaltung in Schleswig-Holstein das Geflügelpestvirus nachgewiesen worden. Am vergangenen Wochenende wurde der erste Fall des Subtyps H5N1 in einem Betrieb mit rund 700 Mastgänsen im Kreis Dithmarschen festgestellt, wie das Landwirtschaftsministerium in Kiel am Montag mitteilte. Die Gänse wurden getötet.

Aus Sicherheitsgründen wurde eine Sperrzone um den Betrieb errichtet. Zuvor hatte das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut, den Virustyp bei 18 tot aufgefundenen Wildvögeln im Kreis Nordfriesland festgestellt.

«Die Situation ist besorgniserregend», bewertete Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) die Entwicklung. Umso wichtiger sei es nun, die für die Geflügelhaltungen vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten.

Virus bei verendeter Möwe im Kreis Aurich nachgewiesen

Aktuell ist kein Fall von Geflügelpest in Niedersachsen in einem Mastbetrieb bekannt. Vor wenigen Tagen ist das hochansteckende H5N1-Virus allerdings bei einer verendeten Möwe nachgewiesen worden. Wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Freitag mitteilte, ist es landesweit der erste bekannte Fall bei einem Wildvogel in diesem Herbst.

Im Mai ist die Stallpflicht im Oldenburger Münsterland ausgelaufen. Der letzte nachgewiesene Fall datiert vom 24. März - betroffen war ein Putenstall in der Gemeinde Emstek. Von Dezember bis März sind allein im Landkreis Cloppenburg 574.500 Tiere wegen Ausbrüchen in den Ställen getötet worden.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) forderte Geflügelhalter in Niedersachsen auf, ihre Tiere zu schützen und Maßnahmen zur Biosicherheit einzuhalten. „Die Befunde sind Anlass für eine extrem hohe Wachsamkeit im Land“, sagte Otte-Kinast. Das Landwirtschaftsministerium appellierte zudem an Spaziergänger, verendete Tiere nicht anzufassen. Stattdessen sollte das zuständige Veterinäramt informiert werden, um die Vögel fachgerecht entsorgen zu können, sagte eine Sprecherin in Hannover.

Die Geflügelpest ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln vorkommt. Die Seuche grassiert insbesondere im Winterhalbjahr und steht somit im engen Zusammenhang mit dem Vogelzug. Gefürchtet wird vor allem der hohe wirtschaftliche Schaden, der für die Geflügelwirtschaft, die im Oldenburger Münsterland besonders stark ist, ein extreme Belastung sein kann.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Geflügelpest: Erster Fall in norddeutschem Betrieb, Landwirtschaftsministerin besorgt - OM online