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Geflügelpest: Auch im Kreis Oldenburg gibt es nun einen Verdachtsfall

Betroffen ist ein Betrieb mit 13.000 Tieren. Bereits am Montag war im Kreis Cloppenburg ein Vogelgrippe-Fall nachgewiesen worden.

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Symbolfoto: dpa

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Das nationale Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) hat am Dienstag den Verdacht auf einen weiteren Geflügelpest-Fall in einem Mastputenbetrieb im Landkreis Oldenburg bestätigt. Demnach handele es sich um die hoch ansteckende Variante der Geflügelpest H5N8, teilt das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit.

Betroffen ist ein Betrieb mit 13.000 Tieren. Der Landkreis hat nach Angaben des Ministeriums bereits als Vorsichtsmaßnahme die Tötung der Puten angeordnet. Zudem wurde ein Sperrbezirk mit einem Radius von 3 Kilometern um den Betrieb eingerichtet. Zusätzlich gibt es ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von 10 Kilometern.

Bereits am Montag mussten im Kreis Cloppenburg 17.000 Puten getötet werden. In einem Geflügelbetrieb in Kellerhöhe (Stadt Cloppenburg) war das aggressive H5N8 Virus nachgewiesen worden. Derzeit laufen die Reinigungs- sowie Grobdesinfektionsarbeiten. Das teilte Cloppenburgs Landkreissprecher Frank Beumker auf Nachfrage von OM online mit. Der Kontaktbetrieb, eine Putenaufzuchtanlage, sei beprobt worden. Das Ergebnis sei negativ. Deshalb soll der Bestand nicht getötet werden, so Beumker. Im Sperrbezirk laufe die Untersuchung der Betriebe mit gewerblicher Tierhaltung. Insgesamt müssen 18 Betriebe untersucht werden.

Otte-Kinast stellt Tierseuchenkrisenfall für Niedersachsen fest

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast erklärte: „Wir nehmen leider eine große Dynamik wahr. Deshalb habe ich heute den Tierseuchenkrisenfall für Niedersachsen festgestellt, die Aktivierung des Tierseuchenkrisenzentrums in meinem Ministerium und die Errichtung des Krisenkoordinierungsstabes beim LAVES angeordnet.“ Die Ministerin steht dem Landeslenkungsstab vor, der sich aus einem interministeriellen Krisenstab, Verbänden, Kammern und Vertretern der Tierseuchenkasse zusammensetzt. Außerdem wurde das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) einbezogen.

Die aggressive Vogelgrippe ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Eine Übertragung auf Menschen wurde bislang nicht festgestellt. Seit November 2020 ist das Virus in mehreren deutschen Küstenländern aufgetaucht. In vielen niedersächsischen Regionen kam es insgesamt zu 45 Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln. Deshalb haben viele Landkreise in Niedersachsen bereits ein Aufstallungsgebot für Freilandgeflügel erlassen - darunter auch die Kreise Cloppenburg und Vechta.

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