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Geduld, starke Nerven und Flexibilität

Mit verlässlichen Auskünften zu gebuchten oder geplanten Reisen können Reisebüros derzeit kaum dienen. Denn die Veranstalter warten mit Informationen so lange es geht.

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Langfristige Planung kaum möglich: Gebucht werden kann, was im System ist. Ob die Reise dann auch stattfindet, können Katharina Schlarmann (links) und Lena Nordenbrock ihren Kunden nur kurzfristig mitteilen. Foto: Stix

Langfristige Planung kaum möglich: Gebucht werden kann, was im System ist. Ob die Reise dann auch stattfindet, können Katharina Schlarmann (links) und Lena Nordenbrock ihren Kunden nur kurzfristig mitteilen. Foto: Stix

Die Ankündigungen klingen vielversprechend. Rechtzeitig für den Sommerurlaub sollen, so ist aus Berlin und Brüssel zu hören, die Grenzen wieder öffnen. Reisen in ausgewählte Urlaubsländer seien dann wieder denkbar, heißt es weiter.

Wann das sein wird und wohin es gehen könnte, ist aber nach wie vor unklar. Schon diese Unsicherheit macht den Reisebüros die Arbeit derzeit schwer. Hinzu kommen die unterschiedlichen Vorgaben und Planungen der Reiseveranstalter, die verlässliche Antworten auf die Kundenanfragen erschweren.

Reiseveranstalter planen derzeit mit zwölf Tagen Vorlauf

„Wir bekommen pro Tag bestimmt 20 Mails unserer Reiseveranstalter, die alle unterschiedlich vorgehen“, sagt Katharina Schlarmann, Geschäftsführerin des Hanse Reisebüros in Friesoythe. „Und die meisten Informationen sind extrem kurzfristig.“

Als Beispiel zeigt sie die jüngste Mail eines Veranstalters. Der ist zu entnehmen, dass Informationen zu Reisen ab dem 31. Mai erst am 19. Mai vorliegen werden. Wer am 7. Juni verreisen will, kann erst am 26. Mai erfahren, ob das klappt. Wieder eine Woche später kommen dann die Informationen für Reisen, die am 14. Juni starten sollen.

„Alles, was bei uns im System zu finden ist, können wir auch buchen und unseren Kunden verkaufen."Katharina Schlarmann, Geschäftsführerin des Hanse Reisebüros

„Vorher können wir den Kunden, die natürlich bei uns nachfragen, keine verlässliche Auskunft zu ihren schon gebuchten Reisen geben“, sagt Schlarmann. Und da jeder Veranstalter andere Termine setze, „müssen wir bei jeder Kundenanfrage höllisch aufpassen.“

Die kurzfristigen Informationen bedeuten aber nicht, dass man später im Jahr liegende Reisen nicht buchen kann. „Alles, was bei uns im System zu finden ist, können wir auch buchen und unseren Kunden verkaufen“, sagt Schlarmann. Ob die Reise dann allerdings auch stattfinden wird, könne man heute noch nicht sagen.

Für die Kunden bedeute das Geduld, starke Nerven und eventuell viel Flexibilität, weiß Schlarmanns Mitarbeiterin Lena Nordenbrock. Denn erst wenn eine Reise vom Veranstalter storniert sei, könne man kostenfrei umbuchen. Dafür aber müsse man, wenn der Reisetermin nicht verschoben werden könne, ein neues, buchbares Ziel finden.

Kurzfristige Reisen sind möglich

Langfristige Reiseplanungen sind vor diesem Hintergrund schwierig, das weiß auch Schlarmann. Derzeit allerdings sei auch kurzfristig noch einiges möglich. „Wir hatten gerade eine Anfrage für einen Pfingsturlaub an der Ostsee“, erzählt sie. „Da konnten wir vier Angebote machen.“ Was die Kunden dann am Urlaubsort erwarte, könne sie allerdings nicht sagen. „Die Hotels haben natürlich ihr Hygienekonzept, das ist alles sicher“, betont sie. „Aber welche Läden und Restaurants offen haben, das wissen wir nicht.“

Eine gute Nachricht hat Schlarmann allerdings doch noch: „Die Preise sind nicht hoch gegangen“, sagt sie. „Die Veranstalter sind ja froh, wenn die Leute trotzdem verreisen.“

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