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Gebürtiger Emsteker Martin Woltermann designt ganz besonderen Schlüsselring

Produktdesigner Martin Woltermann hat den "Keybunny", einen Schlüsselring mit Klemmfunktion erfunden. Jetzt sucht er in einer Crowdfunding-Kampagne nach Unterstützern.

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Nützlich kann auch schön sein: Martin Woltermann arbeitet als Produktdesigner und Dozent in Hamburg. Foto: © Woltermann

Nützlich kann auch schön sein: Martin Woltermann arbeitet als Produktdesigner und Dozent in Hamburg. Foto: © Woltermann

Den Schlüsselring neu zu erfinden, das klingt, als wolle man das Rad neu erfinden. Und doch hat sich Martin Woltermann an die Aufgabe gemacht, nachdem er vor Jahren im wahrsten Sinn des Wortes ein Schlüsselerlebnis hatte. Den eigenen Bund mal wieder verlegt und einen dringenden Termin im Kalender, stellte er sich die Frage, wie man solche Situationen künftig vermeiden kann. Auch wenn er es damals noch nicht wusste, dies war die Geburtsstunde des "Keybunny".

"Wenn man eine bestimmte Leidenschaft für Kreativität und Funktionalität hat, stößt man irgendwann auf ein eigenes Problem", sagt der gebürtige Emsteker im Gespräch mit OM-Online. Dann stellt sich für den Produktdesigner die Frage: Gibt es dafür schon etwas und kann man das nicht besser lösen? Seine Idee: Man müsste den Schlüsselbund an den Türgriff klemmen, "denn er muss schnell abzulegen und genauso flott mitzunehmen sein".

Das erste Modell ist rund 4 Jahre alt und wurde aus Draht selber gebogen. "Es lag dann lange herum, weil wegen der komplizierten Form eine Produktion schwierig erschien." Er tüftelte weiter an dem Stück und so ergaben sich die Hasen-Ohren, die dem fertigen Produkt den Namen geben sollten, denn wörtlich übersetzt ist der "Keybunny" ein Schlüsselhase. Entsprechend ist es auch kein Zufall, dass er für seine Crowdfunding-Kampagne Ostern als Starttermin gewählt hat. Über die Plattform "Startnext" ist er auf der Suche nach finanziellen Unterstützern, die Vorbestellungen aufgeben. Ist die Zielsumme von 10.000 Euro erreicht, startet die Produktion.

Hält: Der aus Edelstahl gefertigte Schlüsselring behält seine Form und Funktion über viele Jahre, verspricht Martin Woltermann. Foto: ©WoltermannBehrendHält: Der aus Edelstahl gefertigte Schlüsselring behält seine Form und Funktion über viele Jahre, verspricht Martin Woltermann. Foto: ©Woltermann/Behrend

Der Schlüsselring funktioniert – wie der Produktdesigner auf einem produzierten Video demonstriert. An der Tasche oder dem Fahrradlenker bleibt die Schlüsselsammlung zuverlässig hängen. Ein Modellbauer, der Stunden für den Prototyp gebraucht hat, stellte die Verbindung zu einem Federbauer her, der den Stahl maschinell in die passende Form bringt. Patentierung und Kalkulation folgten und die ersten 200 Exemplare wurden gefertigt. Aber für welche Zielgruppe? "Der Keybunny war doch eher technisch aussehend, also musste Farbe her." Gleichzeitig ist Woltermann eine nachhaltige Produktion wichtig, "denn das Material soll zu 100 Prozent recyclebar sein". Eine Beschichtung, wie sie auch bei Werkzeugen zum Einsatz kommt, wurde gewählt.

Der 63-Jährige ist absolut überzeugt von seinem Produkt. "Es besticht durch Einfachheit, Material-Minimalismus, kann Schmuck sein und ist alltagstauglich." Dabei ist es gar nicht mal die Klemm-Funktion, die vielen als Erstes auffällt, sondern der Mechanismus zum Auffädeln der Schlüssel. Drückt man die Ohren zusammen, ergibt sich ein Spalt. Während man beim klassischen Ring-Modell abgebrochene Fingernägel riskiert, kann der Schlüssel bei der Erfindung des Hamburgers ganz leicht fixiert werden.

14,90 Euro wird der "Keybunny" später im Handel kosten. Wer früh vorbestellt, spart ein paar Euro. "Ein Kino-Besuch kostet mehr und alles ist Made in Germany." Als Wiederverkäufer hat Martin Woltermann Buchläden, Designgeschäfte, Museumsshops und "Szeneläden wie hier im Schanzenviertel" in Hamburg im Fokus. Was dem Designer besonders wichtig ist: Seine Unterstützer gehen kein Risiko ein und geben eine Kaufabsicht ab. Erst, wenn auch wirklich produziert wird, fließt das Geld.

Vielleicht ein Fall für die "Höhle der Löwen"

Der "Keybunny" ist sein erstes Crowdfunding-Projekt, denn sonst ist Martin Woltermann im Auftrag als Produktdesigner aktiv oder er unterrichtet als Dozent an der Akademie JAK in Hamburg. "Es ist für mich ganz wichtig, den Kontakt zum kreativen Nachwuchs zu halten. Die Studenten waren auch als Tester eingespannt", erzählt er.

Der Institutsleiter könnte sich auch die "Höhle der Löwen" als Partner vorstellen. In diesem TV-Format werben kreative Köpfe um Investoren, die mit ihrem Geld und ihren Vertriebskanälen neuen Produkten auf die Sprünge helfen. "Ich möchte das Teil aber nicht als Lifestyle verheizen, der einmal gehypt wird und dann auch wieder verschwindet." Dennoch, wenn sich die Gelegenheit ergibt, "würde ich hingehen, weil ich glaube, dass es ein gutes Teil ist".

Und ein bisschen global denkt Martin Woltermann auch. "Im nächsten  Jahr beginnt das 'Jahr des Hasen' in China. Vielleicht erschließt sich dadurch ein ganz neuer Markt", lässt er seinen Gedanken freien Lauf.

  • Info: Details zum Produkt gibt es unter www.startnext.com/keybunny

Zur Person:

  • Martin Woltermann ist Jahrgang 1958 und in Emstek aufgewachsen.
  • Sein Cloppenburger Kunstlehrer Wilfried Körtzinger förderte seine Kreativität, was im Studium von Kunstpädagogik und Industrie-Design mündete.
  • Heute arbeitet er als Dozent und Produktdesigner in Hamburg.

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