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Gastwirte wollen zurück auf den Dancefloor

Bis zu 220 Teilnehmer werden bei einer Kundgebung des Dehoga-Bezirksverbands in Oldenburg erwartet. Dort wollen die Gastronomen ihre Forderungen in Zeiten von Corona deutlich machen.

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Wollen auf Probleme aufmerksam machen: Diese Gastronomen hatten zur Pressekonferenz eingeladen. Foto: Schrimper

Wollen auf Probleme aufmerksam machen: Diese Gastronomen hatten zur Pressekonferenz eingeladen. Foto: Schrimper

Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen bereiten Gastronomen und Hoteliers große Sorgen. Viele fühlen sich von der Niedersächsischen Landesregierung im Stich gelassen und sehen den Fortbestand ihrer Betriebe infrage gestellt. Das wurde bei einer Pressekonferenz des Dehoga-Bezirksverbands Weser-Ems in Oldenburg deutlich.

"Wer nicht handelt, für den wird gehandelt", sagte Gastwirt Ralf Kempermann aus Großenkneten. Darum will der Dehoga-Bezirksverband am kommenden Freitag ab 11 Uhr auf dem Schlossplatz in Oldenburg bei einer Kundgebung auf die aktuellen Probleme der Gastronomie- und Hotelbranche aufmerksam machen. Bis zu 220 Teilnehmer dürfen an der Demonstration teilnehmen.

Gastronomen wollen Planungssicherheit

Mit dabei auf der Kundgebung in Oldenburg wird Stefan Surmann sein, Inhaber des Gasthauses "Picker's" in Lutten und Gesellschafter bei "Picker's" in Rechterfeld. Während es für Restaurants inzwischen Vorgaben gebe, wie sie in Corona-Zeiten Gäste bewirten können, sei noch immer unklar, ab wann Veranstaltungen mit weniger als 1000 Gästen wieder möglich sind. "Wir brauchen ein Datum", sagte Surmann mit Blick auf Geburtstags-, Firmenfeiern oder Tagungen. Auch Hochzeitspaare würden anfragen, wann sie ihre Feier buchen können. Danach richte sich auch der Termin der Eheschließung, sagt Surmann. Es müsse Klarheit hergestellt werden.

Bei der Kundgebung wollen sich die Gastronomen für zwei zentrale Forderungen einsetzen: Ein wichtiges Anliegen ist ihnen, Planungssicherheit zu haben. Man brauche Klarheit darüber, was wann wieder erlaubt sein wird, so Kempermann. Wie er ausführte, hätten er und seine Berufskollegen nur kurze Zeit gehabt, auf die Verordnungen aus Hannover zu reagieren. Es sei aber ein Vorlauf von mindestens 14 Tagen notwendig.

In einem solchen zweiwöchigen Rhythmus stellen sich die Gastronomen weitere Lockerungen vor: Ab dem 22. Juni sollen Hochzeiten, Familienfeiern und Ähnliches mit Tanz und bis zu 50 Personen erlaubt sein. Zwei Wochen später sollen sich schon bis zu 100 Personen zu Feiern mit Tanz einfinden dürfen, ab dem 20. Juli bis zu 150 Personen. "Wir brauchen Veranstaltungen jeder Art", mahnte Kempermann.

Forderung nach finanzieller Unterstützung 

Außerdem fordern die Gastronomen für den Zeitraum März 2020 bis März 2021 eine finanzielle Unterstützung in Höhe von mindestens 30 Prozent des Vorjahresumsatzes. "Damit wären unsere Probleme nicht wirklich gelöst", so Kempermann. Aber man wäre unter anderem in der Lage, das Kurzarbeitergeld aufzustocken und seinen Verpflichtungen nachzukommen. Am Rande der Pressekonferenz war von monatlichen Umsatzeinbußen in Höhe von 80 bis
85 Prozent die Rede. "Keinem von uns wurde gesagt, wie wir das überleben sollen", betonte Kempermann.

Die aktuelle Situation bekommt auch Bernd Sieger, Gastwirt aus Thüle und Dehoga-Bezirksvorsitzender, zu spüren. In seinem Betrieb sei es "sehr ruhig" geworden. "Die Leute sind verunsichert." Viele Veranstaltungen seien abgesagt oder auf 2021 verschoben worden. Er habe aber die Hoffnung, so Sieger, dass der Saalbetrieb im September wieder anlaufen könne.

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