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Gastronomen übergeben ihre leeren Töpfe an Christoph Eilers

Vertreter des Dehoga-Kreisverbandes Cloppenburg besuchen im Rahmen ihrer Protest-Aktion den CDU-Landtagsabgeordneten. Sie fordern eine echte Perspektive für die Branche.

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Werner Lüdeke-Dalinghaus, Meike Schlömer-Thomann, Landtagsabgeordneter Christoph Eilers, Franz-Josef Schubert, Klaus Fleming und Richard Hochartz (von links). Foto: Hermes

Werner Lüdeke-Dalinghaus, Meike Schlömer-Thomann, Landtagsabgeordneter Christoph Eilers, Franz-Josef Schubert, Klaus Fleming und Richard Hochartz (von links). Foto: Hermes

Eines hat die Hotel- und Gastronomiebranche mit ihrer Aktion „leere Töpfe“ schon erreicht: Sie ist Bestandteil der politischen Beratungen. Ihre Töpfe haben Vertreter des Cloppenburger Dehoga-Kreisverbandes am Dienstagnachmittag an den Landtagsabgeordneten Christoph Eilers (CDU) übergeben.

Dieser kam gerade aus einer Fraktionssitzung und erklärte: „Die Gastronomie und mögliche Öffnungsstrategien waren eines unserer Hauptthemen.“ Wie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann dort erklärte, sei die Überbrückungshilfe zwar gut gewesen, aber nicht ausreichend. Dehoga-Kreisvorsitzender Klaus Fleming wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man dabei aber auch die Steuern und Weiteres mit einrechnen müsse. „Der böse Bumerang kommt für viele noch“, sagte er.

Die Gastronomen machten noch einmal deutlich, dass ihnen nicht nur der Beruf, sondern auch die Leidenschaft genommen wurde. „Der Kontakt zum Gast fehlt“, sagte Fleming. Der Dehoga-Landesverband fordert zudem einen Unternehmerlohn. Von den Überbrückungshilfen würden in erster Linie die Vertragspartner und Vermieter profitieren und nicht die Betriebsinhaber.

27 Anträge im Kreis Cloppenburg mit 1,69 Millionen Euro

Wie der CDU-Abgeordnete mitteilte, wurden im Kreis Cloppenburg 27 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 1,69 Millionen Euro bewilligt. Im Kreis Vechta gab es 37 positive Bescheide mit einem Volumen von 2,65 Millionen Euro. Niedersachsenweit wurden von der Nbank 1.302 Anträge mit insgesamt 89,4 Millionen Euro bewilligt. Gaststättenbetriebe mit einem durchschnittlichen Nettojahresumsatz von über 2 Millionen Euro sowie Franchise-Betriebe und Systemgastronomie waren von der Förderung des Wirtschaftsministeriums ausgeschlossen.

Zu den Möglichkeiten einer Öffnung konnte Eilers erwartungsgemäß noch kein festes Datum nennen. Denkbar sei allerdings ein Start Anfang Juni mit Außengastronomie für Geimpfte und negativ getestete Personen. Dabei müsse man alle Betriebe im Blick haben. Für Werner Lüdeke Dalinghaus aus Löningen sei dies ein guter Anfang, auch zur Eingewöhnung. „Wir müssen uns erst einmal wieder darauf einstellen, auch vom Kopf her“.

Wichtig sei laut Eilers auch ein frühzeitiges Signal an die Branche. Schließlich müssten Waren gekauft, Mitarbeiter eingestellt und die Betriebe wieder hochgefahren werden. „Wir müssen dann aber auch langfristig planen können. Das Schlimmste wäre eine erneute Schließung“, sagte Richard Hochartz aus Dwergte.

Dehoga-Kreisvorsitzender Klaus Fleming. Foto: HermesDehoga-Kreisvorsitzender Klaus Fleming. Foto: Hermes

Einig waren sich alle, dass Gastronomie in Zukunft teilweise anders aussehen werde. Eingeschränktere Öffnungszeiten gehören unter anderem dazu. Denn: Viele Mitarbeiter hätten sich inzwischen andere Stellen gesucht. „Das kann man ihnen auch nicht verdenken“, so Fleming weiter.

Der Blick ging dennoch auch schon in die Zukunft. Positiv sei, dass der Landkreis die Möglichkeit der Luca-App zur digitalen Kontaktverfolgung nutze. Nach Ansicht der Gastronomen dürfe aber nicht der Betrieb dazu verpflichtet werden, die Gäste zu testen. Auch der Impfnachweis war ein Thema. „Es wäre gut, wenn dieser zum Beispiel mit in die Corona-App integriert werden würde“, so Eilers dazu.

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