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Gastronomen reagieren entsetzt

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband und seine Mitglieder kritisieren die Schließung der Branche. Viel Zeit und Geld sei in den vergangenen Monaten investiert worden.

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Koch aus Leidenschaft: Dehoga-Kreisvorsitzender Klaus Fleming ärgert sich über die nun getroffene Entscheidung. Foto: Hermes

Koch aus Leidenschaft: Dehoga-Kreisvorsitzender Klaus Fleming ärgert sich über die nun getroffene Entscheidung. Foto: Hermes

Mit Entsetzen haben zahlreiche Gastronomen die Schließung von Restaurants, Bars und Hotels im November aufgenommen. Dies berichten die regionalen Verantwortlichen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Gespräch mit OM Online.

„Ich bin bitterböse enttäuscht über diese Entscheidung“, erklärte Kreisvorsitzender Klaus Fleming gestern. Der Großteil der Mitglieder habe seine Aufgaben in den vergangenen Wochen und Monaten gut erfüllt, einzelne wenige schwarze Schafe gebe es leider in jeder Branche. „Wir alle arbeiten aus Leidenschaft und das wird uns jetzt schon wieder genommen“, so Fleming weiter.

Ähnlich äußert sich Hildegard Kuhlen, Geschäftsführerin des Bezirkes Weser-Ems. „Ich habe bereits am Mittwoch zahlreiche Rückmeldungen und Fragen bekommen. Viele sind einfach entsetzt.“ Zudem herrsche eine große Ungewissheit, einige Gastronomen befürchten sogar eine Verlängerung Ende November.

Hildegard Kuhlen kann sich vorstellen, dass geklagt wird

Die Aussicht einer finanziellen Entschädigung von 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahresmonat sei zwar zunächst einmal positiv. „Man muss aber abwarten, wie viel und wann das Geld wirklich fließt“, so Kuhlen. Zudem sei ebenfalls noch offen, wie das Verfahren bei Gastronomen, die erst in diesem Jahr eröffnet haben, geregelt werden soll.

Die Enttäuschung sei umso größer, weil viele unter großer Anstrengung und einigen Investitionen die Vorgaben stets umgesetzt hätten. „Viele haben das Gefühl, dass das nicht honoriert wird.“ Zumal unter anderem auch das Robert-Koch-Institut jüngst berichtet habe, dass die Gastronomie kein größerer Infektionstreiber sei.

Kuhlen geht davon aus, dass in der Branche auch Klagen in Erwägung gezogen werden. „Wir als Verband können allerdings nicht klagen, das muss ein Mitglied machen. Wir können unterstützen.“ Man müsse dabei genau abwägen. Und auch wenn viele Gastronomen die Notwendigkeit von allgemeinen Maßnahmen erkennen, dürfte die Entscheidung nicht so einfach wie im März hingenommen werden.

Wichtig sei jetzt die Verordnung des Landes Niedersachsen sowie die Ausführungen der finanziellen Entschädigung abzuwarten. Dann könne man die Situation abschließend bewerten.

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