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Gastronomen fehlt die Perspektive

Bislang gab es Abschlagszahlungen der Novemberhilfen. „Es geht aber gar nicht immer ums Geld. Man darf einfach nicht arbeiten und da kann die Moral schon einmal sinken“, sagt Gastronom Klaus Fleming.

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Dehoga-Kreisvorsitzender: Gastronom Klaus Fleming aus Cloppenburg.Foto: Hermes

Dehoga-Kreisvorsitzender: Gastronom Klaus Fleming aus Cloppenburg.Foto: Hermes

Auch Anfang Januar warten die Gastronomen auf die volle Auszahlung der Novemberhilfen. „Bei uns gab es bislang die Hälfte, das hilft aber schon weiter“, sagt Gastronom Klaus Fleming, der gleichzeitig auch Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa) ist.

Es sei gut, dass etwas in Bewegung ist, aber auch der Rest müsse bald ausgezahlt werden. Die Stimmung unter den Gastronomen sei nicht gut. „Es geht ja auch gar nicht immer ums Geld. Man darf einfach nicht arbeiten und da kann die Moral schon einmal sinken“, sagt Fleming.

Die Perspektive fehle, man habe kein wirkliches Ziel vor Augen. Der Lockdown wurde bis zum 31. Januar verlängert. Was danach folgt, könne niemand verlässlich sagen. Gastronomen und Hotelbetreiber seien laut Fleming oftmals zum Nichtstun gezwungen. „Das haut einen um, das geht auch mir so.“

Außer-Haus-Geschäft oftmals Tropfen auf dem heißen Stein

Natürlich würden viele nun auch ihr Essen außer Haus anbieten, aber das sei oftmals nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Gemeinsam mit meiner Frau habe ich das bei uns organisiert. Ich sehe das aber eher als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“, sagt Fleming. Es müsse auch etwas dabei übrig bleiben und im Restaurant sei es oftmals so, dass man auch an den Getränken verdiene. Nur mit Speisen sei dies schwierig.

Zudem fehle ihm der Kontakt zu seinen Gästen, der Cloppenburger schaut gerne an den Tischen vorbei und unterhält sich mit den Besuchern. „Jetzt beim Abholen muss natürlich alles schnell und kontaktlos gehen. Das ist für mich aber irgendwie kein Kundenservice“, sagt der Koch.

Umfragen bei weiteren Gastronomen haben ebenfalls ergeben, dass bislang lediglich Abschlagszahlungen geleistet worden seien. Für Unmut sorgte dabei unter anderem die abermalige staatliche Hilfe für das Reiseunternehmen TUI, die wohl schneller ausgezahlt werden würde.

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