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Gastrobranche: Gewerkschaft will 1.000 Euro Corona-Soforthilfe

Die Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie machen harte Zeiten durch. Das Kurzarbeitergeld ist angesichts des niedrigen Lohngefüges gering.

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Ein Bild aus vergangenen Tagen: Ein Kellner bedient die Gäste im Außenbereich eines Restaurants. Foto: dpa /Detert

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Ein Kellner bedient die Gäste im Außenbereich eines Restaurants. Foto: dpa /Detert

Der Lockdown der Gastronomiebranche trifft nicht nur die Unternehmen. Darauf macht Matthias Brümmer, Geschäftsführer der NGG-Region Oldenburg-Ostfriesland, aufmerksam. Der Gewerkschafter erinnert an die Arbeitnehmer: "Köchinnen, Kellner und Hotelangestellte haben seit dem Frühjahr mit massiven finanziellen Einbußen durch die Kurzarbeit zu kämpfen. Wegen der meist niedrigen Löhne im Gastgewerbe und des fehlenden Trinkgeldes sind nun auch die letzten Reserven aufgebraucht. Das Geld reicht kaum mehr für die Miete – von Weihnachtsgeschenken ganz zu schweigen". Brümmer fordert deshalb von der Bundesregierung, den Beschäftigten im Gastgewerbe 1.000 Euro Corona-Sofortnothilfe zu zahlen.

Die Kosten dafür würden sich im Dezember auf rund 600 Millionen Euro belaufen, hat die Gewerkschaft ermittelt. "Die Unternehmenshilfen im Gastgewerbe kosten den Staat allein in diesem Monat 17 Milliarden Euro", vergleicht Brümmer. Auch angesichts der historischen Nöte der Branche dürfe es nicht sein, dass sich "Wirte und Hoteliers jetzt 75 Prozent des Vorjahresumsatzes erstatten lassen und wenig später ihre Mitarbeiter vor die Tür setzen", mahnt Brümmer, die Zahlung von Unternehmenshilfen an den Arbeitsplatzerhalt zu knüpfen.

Die NGG bringt ein Mindest-Kurzarbeitergeld ins Spiel

Auch ein "Mindest-Kurzarbeitergeld" könnte helfen, die Einbußen im Niedriglohnsektor gering zu halten, erklärt Brümmer. Die Hans-Böckler-Stiftung habe dessen Höhe mit 1.200 Euro im Monat berechnet.

"Dass Herr Brümmer sich für die Mitarbeiter der Gastronomie einsetzt, ist seine Aufgabe", kommentiert Ulrich Steinkamp, Vorsitzender des Kreisverbandes Vechta des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). "Die Forderungen nach einer Corona-Soforthilfe der Bundesregierung von 1.000 Euro können wir absolut unterstützen." Dass jedoch die Unternehmer der Branche willentlich ihre Mitarbeiter "vor die Tür setzen", das weist Steinkamp von sich. Jeder Gastronom hoffe, "dass es bald weitergeht. Dann werden die Mitarbeiter dringend benötigt. Derzeit ist Kurzarbeit das einzige Mittel, das den Unternehmen zur Verfügung steht, um ihre Kräfte zu halten.“ Bei der Berechnung dieses Geldes blieben jedoch die Zuschläge, die die Gastronomen zahlten, außen vor. Auch Trinkgeld fehle manchem Mitarbeiter.

"Wir gehen selbst auf dem Zahnfleisch."Klaus Fleming, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Cloppenburg

Den Gastronomen geht es ebenfalls nicht gut. "Wir gehen selbst auf dem Zahnfleisch", sagt Klaus Fleming, der Cloppenburger Dehoga-Vorsitzende. "Und diese Aussage ist nicht aus der Luft gegriffen", betont er vor dem Hintergrund zahlreicher mit Kollegen geführter Gespräche. Von den "Novemberhilfen" sei noch kein Euro bei den Betrieben angekommen, Steuerberater würden deren Auszahlung erst im Januar erwarten, macht auch Steinkamp klar. Nach dem jetzt bis zum 10. Januar verlängerten Branchen-Lockdown "herrscht viel Verzweiflung unter den Kollegen", weiß Fleming.

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