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Garrel: Getreide soll künftig auf die Schiene

GS agri plant eine große Investition in Garrel, das Unternehmen will dort seinen Anschluss ans Gleisnetz der Friesoyther Eisenbahngesellschaft reaktivieren.

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GS agri in Garrel will zum Zug kommen: Die Schienen führen direkt am Werksgelände vorbei. Foto: Schrimper

GS agri in Garrel will zum Zug kommen: Die Schienen führen direkt am Werksgelände vorbei. Foto: Schrimper

Das Unternehmen GS agri will seinen Standort in Garrel stärken. Geplant ist der Anschluss des Futtermittelwerks an das Schienennetz der Friesoyther Eisenbahngesellschaft (F.E.G.). Das Planfeststellungsverfahren für das Projekt, in das nach Angaben von Unternehmenssprecher Jürgen Focke „ein knapp zweistelliger Millionenbetrag“ investiert wird, hat nun begonnen.

Focke geht davon aus, dass – sofern keine gravierenden Einwendungen gegen das Projekt vorgetragen werden – Ende Januar beziehungsweise Mitte Februar die Baugenehmigung durch den Landkreis erteilt werden kann. Dann werde man in die finale Ausführungsplanung gehen und im Frühjahr mit vorbereitenden Arbeiten beginnen. Die eigentlichen Stahlarbeiten sollen Focke zufolge im Spätsommer beziehungsweise Herbst, „nach der Ernte“, beginnen. Abschluss der Bauarbeiten wäre dann voraussichtlich Mitte 2022.

Rückkehr auf die Schiene verspricht wirtschaftliche Vorteile

Was genau ist geplant? Nach Realisierung des Bauvorhabens sollen pro Woche ein bis zwei Züge – mit je rund 2000 Tonnen Ladung – Getreide im Werk an der Ecke Falkenberger Straße/Wätkamp anliefern. Dafür muss ein bereits vorhandener Gleisanschluss „ertüchtigt“ werden. „Die Bahngleise liegen ja vor der Tür“, betont der Unternehmenssprecher. Der vorhandene Anschluss sei aber seit rund 30 Jahren nicht mehr genutzt worden.

Lkw-Anlieferungen sollen nach der Ertüchtigung wegfallen. „Das sind 90 bis 100 Lkw-Fahrten, die wir mit einer Zugladung sparen“, sagt Jürgen Focke. Das bringe für das Unternehmen wirtschaftliche Vorteile, zugleich könne der Lkw-Verkehr auf den Straßen und somit der Ausstoß von CO2 reduziert werden.

Neue Halle wird 35 Meter groß

Geplant ist demnach, dass pro Jahr 80 bis 90 mit Getreide beladene Züge das Futtermittelwerk anfahren. Bis es so weit ist, müssen noch einige Arbeiten erledigt werden. Außer dem Gleisanschluss ist der Abriss der vorhandenen Annahmehalle geplant, die durch einen Neubau mit zwei Hallengleisen ersetzt werden soll. In dieser 35 Meter hohen und 25 mal 25 Meter großen Halle finden dann unter anderem die Annahme und die Verladung statt. Da die vorhandenen Silos keine Kapazitätsreserven haben, um für die Gleisanlieferungen genutzt werden zu können, ist noch vorgesehen, eine neue Siloanlage zu bauen.

Darüber hinaus sollen ein Büro, ein Labor und Sanitäranlagen entstehen. Geplant ist außerdem der Bau einer vier Meter hohen Lärmschutzwand zum Wätkamp hin. Die Staubemissionen sollen über einen Schornstein abgeleitet werden. Laut Jürgen Focke sollen die Züge zur Anlieferung das Werk in Schüben erreichen. Sie sollen zunächst auf dem Umschlagplatz an der Dieselstraße halten, dort gedrittelt und dann zum Betriebsgelände gefahren werden. Innerhalb eines Tages soll ein Vollzug entladen werden. „Für uns ist das ein hoch spannendes Projekt“, so Focke. „Das trägt uns ganz weit nach vorne.“

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