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Galoppierende Preise

Thema: Inflation – Mit 7,3 Prozent hat die Inflationsrate eine neue Qualität erreicht. Eine Anpassung der Löhne und Gehälter ist das Gebot der Stunde, eine Lohn-Preis-Spirale eher unwahrscheinlich.

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Seit 8 Monaten klettern die Verbraucherpreise steiler als in den vergangenen Jahrzehnten nach oben. Die Inflationsrate im März ist dabei von neuer Qualität: Nach ersten Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt sie bei 7,3 Prozent. Für das Gesamtjahr 2022 rechnen Ökonomen mit einer Inflation von mehr als 6 Prozent. Das hat es seit 1950 erst viermal gegeben.

Geschuldet ist dieser kontinuierliche Preisanstieg Corona und dem Ukraine-Krieg – zwei hoffentlich vorübergehenden Ereignissen. Die Preise allerdings werden danach nicht aufhören zu steigen, denn die Inflationsrate wird weiter über Null liegen. Mit einer Deflation ist nicht zu rechnen, die hat es in Deutschland seit 1950 nur dreimal gegeben, zuletzt 1986 mit -0,1 Prozent.

Die Konsequenz daraus kann und darf eigentlich nur in ebenfalls steigenden Löhnen und Gehältern bestehen. Das birgt zwar die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale, doch auch hier hilft der Blick in die Vergangenheit: Zuletzt hat es das in den 70er Jahren gegeben, Gewerkschaften und Arbeitgeber haben seitdem einiges dazugelernt. 

Der jüngste Tarifabschluss für die Beschäftigten bei der Flughafensicherheit – Lohnsteigerungen zwischen 4,4 und 7,8 Prozent je nach Lohngruppe und Region – könnte ein guter Fingerzeig sein. Bleibt nur zu hoffen, dass auch Unternehmen, die sich aus der Tarifpartnerschaft verabschiedet haben, ihrer Verantwortung für die Angestellten gerecht werden. Bei derart galoppierenden Preisen ist es schlicht unsozial, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern individuelle Gehaltsverhandlungen abzuverlangen.

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