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Friseure freuen sich über ersten Ansturm - Kunden auch

Am Montag durften wieder Kunden empfangen werden. Die Bartpflege ist jedoch noch nicht erlaubt und auch Kosmetikstudios sind noch geschlossen.

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Bereit für den Ansturm: Moussa, Ali und Hussein (von links) haben den Kalender voller Termine. Fotos: Kessens

Bereit für den Ansturm: Moussa, Ali und Hussein (von links) haben den Kalender voller Termine. Fotos: Kessens

Der kühlende Fahrtwind auf dem Fahrrad nach dem Friseurbesuch war eindeutig zu spüren. Ein Wohlfühlmoment trat ein, wenn auch nicht hundertprozentig, denn die Bartpflege war beim Besuch meines Friseurs nicht erlaubt.

So muss ich, was die Bartpflege betrifft, wieder selbst Hand anlegen, was mir mehr oder weniger mit meinem neu erworbenen Bartschneider einigermaßen gelingt. Die Vorfreude steigt also, wenn auch mein Bart wieder von professionellen Händen, in diesem Fall von Hussein Hesso, wieder in Form gebracht werden darf.

Hussein hat mit seinen Kollegen Ali und Moussa alles für den Neustart vorbereitet. Die Wartezone befindet sich draußen, der Desinfektionsspender im Eingang nebst Kontaktformular stehen für die Kunden bereit. Die Annahme, ich sei der Erste am Montagmorgen um acht Uhr, war falsch. Auf dem Friseurstuhl saß bereits Nils Pingel, der schon nach den ersten Scherenschnitten kommentierte „Gott sei Dank“.

Auch bei den drei Friseuren ist eindeutig die Freude an der Wiedereröffnung zu spüren. Bis abends um 19 Uhr werden sie jeweils bis zu 25 Männern die Haare kürzen oder stylen. Vorschrift ist vorher das Waschen, das Tragen von Mundschutz sowohl bei den Kunden als auch bei den Barbieren und immer wieder das Desinfizieren, das Säubern des Arbeitsplatzes und das Wechseln des Mundschutzes.

15 Mitarbeiter zählte der Salon „For Men“ mit drei Filialen in Ahlhorn und in Cloppenburg vor der verordneten Schließung im Dezember. 13 Friseure konnte der Geschäftsführer über die Kurzarbeiterregelung halten, zwei sind freigestellt worden.

„Die Auszahlung der Überbrückungsgelder läuft schleppend“, bedauert Hesso, „die Dezemberhilfen sind nur bislang für zwei Wochen gezahlt worden und weiteres Geld ist noch nicht geflossen“, ergänzt er „und ich persönlich lebe mit meiner Familie vom Ersparten“.

Haare schneiden wieder erlaubt: Irina Leinweber verschönert eine ihrer ersten Kundinnen, ihr Kosmetikstudio ist noch geschlossen.Haare schneiden wieder erlaubt: Irina Leinweber verschönert eine ihrer ersten Kundinnen, ihr Kosmetikstudio ist noch geschlossen.

Dabei laufen alle Fixkosten, wie bei den meisten Friseuren und Einzelhändlern, weiter. So geht es auch Irina Leinweber vom Salon „Haarlights“. Sie ist bereits ab 6 Uhr auf den Beinen und wird um 20 Uhr den Salon schließen. „In drei bis vier Wochen wird sich alles wieder normalisieren“, hofft sie und ihre Auszubildende Agnes Widner kann wieder am „lebenden Objekt“ ihr Handwerk lernen.

Leinweber, die auch noch ein Kosmetikstudio betreibt, darf nur den Haarsalon öffnen. Kosmetikstudios sind immer noch von der Schließung betroffen. Das erklärt mir auch Hussein, der mir meine Enttäuschung ansah, dass der „Bart noch nicht dran wäre“, „denn das gehört zur Kosmetik“, gibt er mir zu verstehen. So muss ich noch warten.

„Wie neu geboren“, verabschiedet sich jedenfalls Nils Pingel mit strahlenden Augen, die über der Maske deutlich zu sehen sind.

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