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Friesoyther Bäckerei Glup bleibt auch nach 157 Jahren in Familienhand

Die Brüder Gerhard und Michael ziehen sich aus dem Traditionsunternehmen zurück. Frisch gebackene Geschäftsführer sind Gerhard jun. und Lorenz Glup, die die Nachfolge von Vater und Onkel antreten.

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Schlüsselübergabe vor dem Stammhaus: Michael Glup (links) und Gerhard Glup übergeben die Geschäfte an die frisch gebackenen Geschäftsführer Lorenz (rechts) und Gerhard Glup jun. Foto: Claudia Wimberg

Schlüsselübergabe vor dem Stammhaus: Michael Glup (links) und Gerhard Glup übergeben die Geschäfte an die frisch gebackenen Geschäftsführer Lorenz (rechts) und Gerhard Glup jun. Foto: Claudia Wimberg

Bäckerluft haben sie schon von klein auf geschnuppert und 38 Jahre das Familienunternehmen geführt: Gerhard, der Bäcker, Konditormeister und Künstler, Michael, der Diplom-Kaufmann. Man könne auch sagen: Gerd der Kreative, Michael der Buchhalter, so haben es die Brüder anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Bäckerei Glup mal formuliert.

7 Jahre später nehmen die Firmeninhaber nun Abschied und machen den Weg für die 5. Generation frei. "Wir freuen uns sehr, dass die Tradition fortgesetzt wird", betonten  Michael und Gerd Glup, dessen Söhne Gerd jun. (27) und Lorenz (22) den Betrieb übernehmen. Die frisch gebackenen Geschäftsführer arbeiten bereits seit einiger Zeit mit, lernten alle Abteilungen kennen und bereiten sich intensiv auf ihre neuen Aufgaben ab dem 1. Mai vor.

Als Kinder haben sie in der Produktionshalle gespielt und "Papa hat uns ins Büro mitgenommen", erzählt Lorenz Glup. Aber ebenso wie bei seinem Bruder gehörte die Nachfolge für die Eltern nicht zum folgerichtigen Schritt. "Das wurde nicht verlangt", unterstreicht Gerd Glup, jun. Und die Firma stand für beide jungen Leute zunächst nicht im Fokus ihrer Lebensplanung. Doch als die Entscheidung gefallen war, schloss der Ältere an sein Mathematikstudium eine Ausbildung zum Bäcker an, die er als Meister abschloss. Außerdem kann er als Betriebswirt des Handwerks seine Kenntnisse einbringen. Auch der Jüngere weiß, wovon er spricht und hat seine Meisterprüfung als Bäcker in der Tasche.

Anna und Gerd Glup legten 1864 den Grundstein

Verantwortungsbereiche wollen die beiden noch nicht schaffen. "In der zurzeit laufenden Einarbeitungsphase ist noch jeder für alles zuständig." Gerhard und Anna Glup legten 1864 den Grundstein für die unternehmerische Erfolgsgeschichte an der Lange Straße. 1908 gab der Gründer den Betrieb an Johann Glup weiter und der wünschte dann 1939 seinem Sohn Gerhard, dem Vater des bisherigen Führungsduos, alles Gute.

Die völlige Zerstörung der Stadt legte auch die Bäckerei lahm, 1947 wagten Glup und Ehefrau Martha den Neuanfang. Bis 1980 regelten die 5-fachen Eltern die Geschäfte und verpachteten dann den Betrieb, bevor ihre Söhne sich zur Selbstständigkeit entschieden. Beschwerliche Anfänge waren ab dem 4. März 1983, dem Tag der Neueröffnung, zu meistern. Kunden mussten sich konzentrieren, wenn sie ins Stammhaus wollten, denn die Lange Straße wurde zeitgleich saniert "und wir waren nur über schmale Bretter zu erreichen", erinnern sich die Brüder, die darüber hinaus "viel arbeiten und noch sehr viel lernen mussten", damit auch ihre Mitarbeiter in Lohn und Brot bleiben konnten.

Viele Mitarbeiter sind schon seit Jahrzehnten dabei

Die Mühe sollte sich auszahlen, schon ein Jahr später wurden die ersten Geschäfte beliefert und 1986 öffnete die erste Filiale mit Frischbacksystem. 10 Jahre später dann der Neubau einer Produktionshalle im Friesoyther Industriegebiet. Unter der architektonischen Regie von Edith Hemmen-Glup, die Ehefrau von Gerd Glup, wurde unter anderem der Hauptsitz umgebaut und modernisiert. Heute hat der Betrieb 11 Filialen im Umkreis von rund 40 Kilometern, rund 160 Mitarbeiter sind beschäftigt. "Viele von ihnen schon seit Jahrzehnten", danken Gerd und Michael Glup für die langjährige Treue, für Fleiß und Engagement. Ein Dank geht auch an alle Kunden und Lieferanten.

Das neue Duo hat bereits Pläne für die Zukunft, um sich weiterhin erfolgreich am Markt und "gegen die Konkurrenz der Backshops in den Supermärkten" behaupten zu können. Vater und Onkel wünschen ihnen dafür "gutes Gelingen und eine glückliche Hand" und stehen, "wenn wir gefragt werden" als Ratgeber zur Verfügung.

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