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Fräsen, schneiden, schrauben: Steffen Lamping gewinnt Berufswettbewerb

Der Lastruper hat den Fahrzeugbau von der Pike auf gelernt. Die Konkurrenz auf Bundesebene hatte das Nachsehen. Der 22-Jährige war einfach der Beste.

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Überlegener Bundessieger: Steffen Lamping aus Lastrup. Foto: Meyer

Überlegener Bundessieger: Steffen Lamping aus Lastrup. Foto: Meyer

Metallbauer Steffen Lamping hat den Berufswettbewerb des Deutschen Handwerks gewonnen. Der Lastruper setzte sich in der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau gegen die bundesweite Konkurrenz durch. Zuvor war Lamping bereits aus den Wettbewerben auf Kammer- und Landesebene als Sieger hervorgegangen.

Seine Ausbildung absolvierte der 22-Jährige beim Lastruper Fahrzeughersteller Böckmann. Auch sein Vater arbeitet dort, doch der Weg zum Metallbauer sei für ihn keineswegs vorgezeichnet gewesen, betont Steffen. Zwar durfte er bereits als Kind in der heimischen Werkstatt zum Akkuschrauber greifen – aber nur, wenn er dazu Lust hatte. "Handwerker wollte ich aber eigentlich nie werden", bekennt der frisch gebackene Geselle.

Nach der Realschule begann Steffen zunächst eine Ausbildung im EDV-Bereich, die er aber nach kurzer Zeit wieder abbrach. Bei Böckmann passte dagegen von Anfang an alles. "Steffen war mit Abstand der beste Lehrling, den wir in den vergangenen Jahren hatten", bestätigt Produktionsleiter Christian Lammers. Das schlug sich auch bei den Bewertungen nieder. Als Notenbester überzeugte der junge Handwerker bei sämtlichen Leistungswettbewerben. Den Bundestitel errang er coronabedingt im Video-Call. In einem Fachgespräch musste er anhand einer Zeichnung den Zusammenbau eines Dämpfungsstücks erklären.  

Preisverleihung fand in Berlin statt

Anfang Dezember durfte Steffen Lamping zur Preisverleihung nach Berlin reisen. Dort wurde den Bundessiegern ein großer Empfang bereitet. Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, gratulierte dem Lastruper ebenso wie allen anderen Top-Nachwuchshandwerkern. "Sie haben auf höchstem Niveau mit Präzision und Leidenschaft ihr Talent unter Beweis gestellt." Wollseifer wies auch auf die widrigen Pandemie-Umstände hin, unter denen die jungen Leute Spitzenleistungen vollbracht hätten. "Dafür spreche ich Ihnen im Namen der gesamten Handwerksorganisation meine besondere Hochachtung aus.“

3 Jahre dauerte die Lehre. Spaß hatte Steffen während dieser Zeit nicht nur an seinem Arbeitsplatz. In Rostrup fand die theoretische Ausbildung statt. "Meine Berufsschulklasse war einfach super." Unter seinen Mitschülern war allerdings keine Frau. Der Metallbau sei noch immer weitgehend Männersache, bedauert Christian Lammers. Das sei bei Böckmann bislang nicht anders. Dabei besteht das Handwerk keineswegs nur aus Knochenarbeit. Zurzeit ist Steffen Lamping an der CNC-Maschine eingesetzt. Die High-Tech-Fräse stellt viele der aus Leichtmetall bestehenden Fahrzeugteile millimetergenau her. Allerdings nur, wenn sie richtig bedient wird. "Ich habe hier jeden Tag mit Computern zu tun", erklärt Lamping. Dass die Branche im Wandel ist, bestätigt sein ehemaliger Ausbilder. Auch bei Böckmann nehme die Automatisierung zu.

Lamping möchte jetzt die Meisterschule besuchen

Das Unternehmen bietet zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten im handwerklichen und käufmännischen Bereich. Einen so guten Lehrling wie Steffen Lamping würde Christian Lammers natürlich gern behalten. Doch der Überflieger hat erstmal andere Pläne. Er möchte kommendes Jahr die Meisterschule besuchen. Dafür bewirbt er sich um ein Stipendium. Und danach? "Mal sehen", sagt der 22-Jährige selbstbewusst. Mit dem Meistertitel in der Tasche wären seine beruflichen Möglichkeiten noch größer. Außerdem dürfte er dann selbst ausbilden. "Darauf hätte ich große Lust." Sorgen um seine Branche macht sich Steffen trotz der aktuellen Umwälzungen in der Autoindustrie nicht. "Den Fahrzeugbau wird es in Deutschland immer geben", ist er überzeugt.


Fakten:

  • Seit 1951 ehrt das Handwerk jährlich die Besten der Besten in über 130 Gewerken.
  • 2021 haben sich bundesweit  rund 3000 Nachwuchskräfte dem Leistungswettbewerbs gestellt. Mehr als 800 von ihnen hatten sich als Landessieger/innen für den Bundeswettbewerb qualifiziert. Am Ende konnten 113 in ihrem Gewerk den Bundessieg erzielen. Hinzu kommen 26 Sieger im Kreativ-Wettbewerb "Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten".
  • Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, Frank-Walter Steinmeier. Ausrichter sind der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk. 

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