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Folgen des Lockdowns auf Arbeitsmarkt bisher kaum spürbar

Im Oldenburger Münsterland setzt sich die positive Entwicklung fort. Die Arbeitslosenquote sinkt im November, liegt aber deutlich höher als im Vorjahr.

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Die Zahl der von den heimischen Betrieben gemeldeten Arbeitsstellen ist gesunken. Diese Entwicklung ist aber auch typisch für den November. Foto: dpa/Reinhardt

Die Zahl der von den heimischen Betrieben gemeldeten Arbeitsstellen ist gesunken. Diese Entwicklung ist aber auch typisch für den November. Foto: dpa/Reinhardt

Leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt im Oldenburger Münsterland: Die positive Entwicklung der letzten Monate setzt sich auch im November fort. Es gibt weniger Arbeitslose als im Oktober, allerdings weiter deutlich mehr als im Vorjahr. Das belegen die am Dienstag veröffentlichten Daten der Agentur für Arbeit Vechta.

„Mögliche Auswirkungen des coronabedingten November-Lockdowns sind bisher kaum spürbar. Lediglich die Zahl der neuen Anzeigen für Kurzarbeit ist wieder gestiegen, liegt aber noch deutlich unter dem Niveau aus dem Frühjahr“, berichtete Tina Heliosch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Vechta.

Weniger Arbeitslose als im Oktober, aber mehr als 2019

Die Arbeitslosenzahl hingegen sei weiter gesunken, es hätten erneut mehr Menschen eine neue Beschäftigung aufgenommen als zur gleichen Zeit vor einem Jahr. Die Zahl der von den heimischen Betrieben gemeldeten Arbeitsstellen ist gegenüber Oktober und dem Vorjahr gesunken. Diese Entwicklung ist laut Heliosch aber auch typisch für den November.

Laut Pressemitteilung waren bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern Vechta und Cloppenburg im November insgesamt 7953 Arbeitslose gemeldet. Das waren 303 Personen beziehungsweise 3,7 Prozent weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote sank damit um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Im Vorjahr waren es 3,5 Prozent. Im Vergleich zum November 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 1.499 Personen beziehungsweise 23,2 Prozent.

„Die Zahl neuer Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit ist nach dem Rückgang in den letzten Monaten im November erstmals wieder gestiegen“, berichtete die Agentur. 228 Betriebe aus dem Oldenburger Münsterland zeigten Kurzarbeit für 2.191 Beschäftigte an. Im Oktober waren es 52 Betriebe mit 448 Beschäftigten. Darunter könnten auch Betriebe und Beschäftigte fallen, für die bereits im Frühjahr Kurzarbeit angezeigt wurde. Die Anzeige müsse dann erneuert werden, wenn mindestens drei Monate keine Abrechnung der Kurzarbeit erfolgte.

Massiver Anstieg bei Kurzarbeit

Seit April haben insgesamt 3.873 Betriebe für 515.28 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es lediglich 37 Betriebe mit 1.483 Beschäftigten. Nach Angaben der Arbeitsagentur sagt die Zahl der Anzeigen aber noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus. „Diese steht erst nach drei Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben.“

Ein Anhaltspunkt könnten die tatsächlich abgerechneten Daten liefern, die inzwischen für den Monat Mai vorliegen. Demnach haben im Oldenburger Münsterland 1.831 Betriebe für insgesamt 18.992 Arbeitnehmer Kurzarbeit abgerechnet. Das waren erfreulicherweise 311 Betriebe und 476 Arbeitnehmer weniger als im April.

Ergänzend zur gesetzlich definierten Zahl der Arbeitslosen veröffentlicht die Agentur für Arbeit auch Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber zum Beispiel im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Nach vorläufigen Angaben waren im November, einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, insgesamt 10.353 Menschen unterbeschäftigt. Das sind rund 10,5 Prozent mehr als im November 2019.

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