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Flüchtling schafft Weg ins Berufsleben

Ezatullah Hassani kam 2016 aus Afghanistan in den Landkeis Vechta. Beim Metallbaubetrieb Diekmann absolvierte er seine Ausbildung.

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Erfolgreiche Integration: (von links) VerA-Regionlkoordinator Josef Stukenborg, Ausbildungsbegleiter Franz-Bernd Schüßler, Ezatullah Hassani, Beate Lübbe und Metallbaumeister Jörg Diekmann. Foto: Esslinger

Erfolgreiche Integration: (von links) VerA-Regionlkoordinator Josef Stukenborg, Ausbildungsbegleiter Franz-Bernd Schüßler, Ezatullah Hassani, Beate Lübbe und Metallbaumeister Jörg Diekmann. Foto: Esslinger

Ezatullah Hassani kam 2016 aus Afghanistan nach Endel/Visbek und Goldenstedt. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) suchte damals Pflegeeltern für junge Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Deutschland kamen.

Beate Lübbe aus Langförden meldete sich, und Ezatullah Hassani kam zu ihr. Der 15-Jährige ging in die Geschwister-Scholl-Schule in Vechta, lernte Deutsch, nahm in einer normalen Klasse am Unterricht teil und schaffte seinen Hauptschulabschluss.

In Langförden fing der junge Mann eine Ausbildung als Mechatroniker bei Big Dutchman an, wechselte aber nach ein paar Monaten zum Metallbaubetrieb Diekmann. Beim "Theater für Jedermann" lernte er den Elektroingenieur und Softwareentwickler Franz-Bernd Schüßler kennen, der ehrenamtlich als Ausbildungsbegleiter für den Senior Experten Service junge Leute in ihrer Ausbildung begleitet. Er betreute den jungen Mann dreieinhalb Jahre, solange dauert die Ausbildung. Der Metallbauer bestand die Gesellenprüfung und erhielt im Lehrbetrieb einen weiteren Arbeitsvertrag.

Heute ist er in der Feuerwehr, spielt Fußball und Theater

Wie Ezatullah berichtet, hatte er spätestens da verstanden, dass man auf dem Dorf besser lebt als in einer Großstadt. Er ist in der Feuerwehr, spielt Fußball und Theater - und seine Pflegefamilie hat auch seinen ebenfalls aus Afghanistan stammenden Freund aufgenommen, der im Autohaus Anders eine Lehrstelle bekam.

Regionalkoordinator Josef Stukenborg aus Vechta, Regionalkoordinator der Ausbildungsbegleitung, zeigte sich bei einem Besuch im Langfördener Ausbildungsbetrieb erfreut über die erfolgreiche Begleitung, dankte dem Lehrbetrieb, dem Ausbildungsbegleiter Franz-Bernd Schüßler und der Pflegefamilie.
Dabei stellte er auch die Tätigkeit der Ausbildungsbegleitung vor.

"Mehr als 20 Prozent der Jugendlichen in Deutschland brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat der Senior Experten Service (SES) im Jahre 2008 die Initiative VerA gegründet", so Stukenborg. Kennzeichnend für VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) sei das Tandem-Modell: Um jeden Auszubildenden kümmere sich eine Senior Expertin oder ein Senior Experte ganz persönlich.

Hilfe gibt es bei Überforderung oder Prüfungsangst

Wichtige Hilfsbereiche seien Überforderung, Prüfungsangst, Familienprobleme und Unzufriedenheit mit der Berufswahl. Das spezielle an VerA sei, dass für die Auszubildenden und den Ausbildungsbetrieb keine Kosten entstünden und dass die Ausbildungsbegleiter die Berufswelt kennen.

Wie Stukenborg erklärte, ist seit Mitte 2015 VerA auch im Oldenburger Münsterland erfolgreich aktiv. Etwa 40 Senior Experten engagieren sich ehrenamtlich und begleiten junge Menschen als Ausbildungsbegleiter. 150 Anfragen auf eine Ausbildungsbegleitung seien bisher gestellt worden, zurzeit würden 40 Auszubildende begleitet. Die Nachfrage seit sehr hoch, sodass weitere Ausbildungsbegleiter dringend benötigt würden.

  • Info: Informationen gibt es auf der Internetseite des Senior Experten Service. Interessenten könnten sich auch mit dem Regionalkoordinator Josef Stukenborg in Verbindung setzen, Telefon 04441/8876922 oder 0160/90156065, E-Mail: oldenburg@vera.ses-bonn.de.

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