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Fleischerei Kösters schließt nach 36 Jahren

Die Filiale öffnet am Samstag zum letzten Mal. Durch die Corona-Krise sind zwei wichtige Standbeine weggebrochen: der Partyservice und der Verkauf an Schausteller.

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Schwere Entscheidung: Inhaber Ralf Kösters muss die Filiale in Strücklingen schließen.      Foto: Zein

Schwere Entscheidung: Inhaber Ralf Kösters muss die Filiale in Strücklingen schließen.     Foto: Zein

Nach 36 Jahren schließt die Fleischerei Kösters ihr Geschäft an der Hauptstraße in Strücklingen. Die Filiale öffnet an diesem Samstag zum letzten Mal, wie Inhaber Ralf Kösters bestätigt. Sein Onkel Albert und seine Tante Annegret hatten den Laden 1984 eröffnet. Vor zehn Jahren übernahmen Ralf Kösters und sein Bruder Uwe das Unternehmen.

„Durch die Corona-Krise sind uns zwei wichtige Einnahmequellen weggebrochen. Sowohl der Partyservice als auch der Verkauf von Fleisch und Wurst an die Schausteller liegt seit Monaten brach“, erklärte Ralf Kösters. Daher hätten sich sein Bruder und er dazu entschlossen, künftig sowohl den Verkauf als auch die Produktion in Ostrhauderfehn zu bündeln. Dort besitzen die beiden seit 2017 die Fleischerei Mescher an der Hauptstraße.

Weiter Fleisch und Wurst mit Kösters Rezeptur

Schon vor Beginn der Corona-Krise hatten die Kösters die Öffnungszeiten in Strücklingen reduziert. Das Geschäft hat seit Januar nur noch von donnerstags bis samstags geöffnet. Vier Verkäuferinnen werden dort nun entlassen, zwei weitere arbeiten künftig in der Fleischerei in Ostrhauderfehn. „Auch die beiden Gesellen sind jetzt dort tätig“, informiert der Fleischermeister.

Fleischerei Kösters: Am Samstag öffnet die Filiale zum letzten Mal. Foto: ZeinFleischerei Kösters: Am Samstag öffnet die Filiale zum letzten Mal. Foto: Zein

Der 51-Jährige hofft, dass die Kunden aus Strücklingen nun den Weg nach Ostrhauderfehn finden. „Ich bin da aber zuversichtlich, weil bereits in der Vergangenheit schon viele Ostfriesen extra nach Strücklingen gekommen waren“, erklärt Kösters. Es werde auch in der Fleischerei Mescher weiterhin die Wurstwaren mit der speziellen Kösters-Rezeptur geben, verspricht er.

In Ostrhauderfehn werden nun insgesamt 15 Mitarbeiter in Verkauf und Produktion arbeiten. Das Fleisch erhält Kösters seit dem Frühjahr von Landwirten aus der Region, die ihre Schweine auf Stroh halten. „Die Tiere sind glücklicher, gesünder und das Fleisch ist leckerer“, so der 51-Jährige. Kösters weist darauf hin, dass lediglich die Filiale in Strücklingen geschlossen werde. Der Partyservice sowie der Mittagstisch in der Mescher-Filiale in Ostrhauderfehn sowie am Untenende in Rhauderfehn bleiben erhalten.

Saterlands Bürgermeister Thomas Otto bedauert die Schließung der Filiale in Strücklingen. „Leider setzt sich das Ladensterben in kleineren Ortschaften immer weiter fort“, so der Verwaltungschef. Vor allem die Discounter würden für Fleischereien und Bäckereien zu einer zunehmend größeren Konkurrenz, mit der diese kaum mithalten könnten. Gefragt seien dann neue Formen und gute Ideen, um eine ortsnahe Versorgung auch in den kleineren Ortschaften und Gemeindeteilen des Saterlands weiterhin gewährleisten zu können, sagt der Verwaltungschef.

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