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Exxon darf in Vechtaer Wasserschutzgebiet mehr Gas fördern

Das zuständige Landesamt hat die Erhöhung der Fördermenge genehmigt - trotz jahrelanger Proteste von Naturschützern. In dem Gebiet fördert auch das Vechtaer Wasserwerk.

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Foto: Tzimurtas

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ExxonMobil darf im Vechtaer Wasserschutzgebiet in Holzhausen künftig mehr Erdgas fördern. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat den Antrag der Firma auf Erhöhung des Fördervolumens für die Bohrstelle mit der Bezeichnung Goldenstedt Z 23 genehmigt. Das geht aus einer Mitteilung der Behörde vom Dienstag hervor. Zuvor hatten Umweltschutzverbände jahrelang gegen die Erhöhung protestiert.

Mit der Genehmigung des LBEG kann ExxonMobil künftig mehr die bisher erlaubten 500.000 Kubikmeter Gas pro Tag aus dem Untergrund holen. Die Bohrung mit Anlagenstandort an der Straße "Bei Thesings Kreuz" in Holzhausen reicht rund 2 Kilometer in Richtung Süden bis an die Straße "Kuhmarkt" am Rande der Innenstadt - mit einer Endtiefe von 4925 Metern.

ExxonMobil hatte laut LBEG bereits im März 2018 den Antrag für die Erhöhung der Fördermenge gestellt. Umweltverbände hatten das Vorhaben massiv kritisiert. Der Bundesverband der Bürgerinitiativen (BBU), der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und der Naturschutzbund (Nabu) verwiesen dabei auf das frühere Vorgehen von ExxonMobil in dem Wasserschutzgebiet. 2010 hatte dieses 16 Mal die umstrittene Fracking-Methode angewandt. Dabei wurde ein Wasser-Sand-Chemikalien-Gemisch in den Boden gepresst, um das Gestein aufzubrechen, in dem das Gas lagert.

Bewohner klagen über abgesackte Häuser

Im Nordosten des Stadtgebiets klagen Bewohner unterdessen auch über abgesackte Häuser. Sie gehen davon aus, dass dies mit der Erdgas- oder der Wasserförderung in dem Bereich zusammenhängt.

Für die Genehmigung der Erhöhung der Gasfördermenge wurde laut LBEG ein Planfeststellungsverfahren mit  Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Unter anderem die Stadt und der Landkreis Vechta sowie Naturschutzverbände seien dabei durch Stellungnahmen beteiligt worden. Von ExxonMobil eingereichte Gutachten hätten bestätigt, dass sämtliche Vorschriften unter anderem des Bundesnaturschutzgesetzes und des Wasserschutzgesetzes eingehalten würden. Das LBEG habe allerdings veranlasst, dass das Unternehmen unter anderem die maximale Förderrate begrenzt.

Der aktuelle Planfeststellungsbeschluss sowie die vom Unternehmen eingereichten Unterlagen werden für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger vom 27. August bis 11. September 2020 im Rathaus der Stadt Vechta zur Einsicht ausgelegt. Darüber hinaus können die Unterlagen ab 27. August (Donnerstag) auf der Internetseite des LBEG eingesehen werden.

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