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Experte rät: Angesichts des Ukraine-Krieges muss sich Weizen voll entwickeln können

"Vom Weizenkorn zum Brot" heißt die Serie, bei der OM-Online in Friesoythe die Entwicklung eines Weizenkorns von der Saat bis in den Backofen begleitet.

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Höhenunterschiede: Pflanzenbauberater Frank Pelk empfiehlt angesichts der aktuell besonderen Bedeutung des Weizens einen Wachstumsregler. Foto: Wimberg

Höhenunterschiede: Pflanzenbauberater Frank Pelk empfiehlt angesichts der aktuell besonderen Bedeutung des Weizens einen Wachstumsregler. Foto: Wimberg

Auf den ersten Blick unterscheidet sich Weizenkorn Karl von seinen Roggen-Kollegen in der Nachbarschaft zurzeit nicht. Sie sind allesamt grün und irgendwie auch gleich gewachsen. Beim genauen Hinsehen werden jedoch die Unterschiede sichtbar: „Der Weizen hat Öhrchen und Häutchen, der Roggen nicht“, erläutern Frank Pelk und Elmar Preut beim jüngsten Treffen zur Serie „Vom Weizenkorn zum Brot“, in der der Gs-agri-Pflanzenbauberater aus Löningen und der Friesoyther Landwirtschaftsmeister die Entwicklungen und einzelnen Arbeitsschritte anschaulich, informativ, aber auch unterhaltsam in Theorie und Praxis erläutern. Das Finale findet dann im Backofen statt, wenn aus „Karl dem Korn“ ein leckeres Brot geworden ist.

Wie berichtet, ist Karl gut durch den Winter gekommen, aber steht aktuell unter besonderer Beobachtung. „Ihm geht's nicht ganz so gut“, diagnostiziert Pelk und zeigt auf weiße Mehltaupusteln, die sich auf dem Grün niedergelassen haben. „Frost hat es gegeben und gehagelt haben muss es hier auch“, erkennt der Fachmann angesichts weiterer heller Flecken und leichter Risse. „Das sind aber mechanische Schäden, die tun ihm nicht weh“, so Pelk.

Befallen: Karl und seine Kollegen wurden von Mehltaupusteln heimgesucht, die nun des Feldes verwiesen werden. Foto: WimbergBefallen: Karl und seine Kollegen wurden von Mehltaupusteln heimgesucht, die nun des Feldes verwiesen werden. Foto: Wimberg

Der Pilz dagegen muss weg, aber nervös braucht Elmar Preut deshalb nicht zu werden. Beim Pflanzenbau sollte man ohnehin „tiefenentspannt bleiben“, wissen die beiden. Und Karl und seine Kollegen auf dem Acker im Friesoyther Ortsteil Pehmertange sind grundsätzlich gut versorgt und zeigen keine Nährstoffmängel.

Ihre Triebe sind allerdings nicht gleichwertig, die einen höher, andere niedriger. Deshalb empfiehlt Pelk neben der Bekämpfung der Mehltaupusteln einen „Wachstumsregler“, um die Dominanz zu brechen.

Ukraine eine der weltweit größten Weizenproduzenten

Ein Rat, den er nicht immer gibt. Doch durch den Krieg in der Ukraine als eine der weltweit größten Weizenproduzenten „hat Karl zwangsläufig an Bedeutung gewonnen, somit sollte der Landwirt die Möglichkeiten voll ausschöpfen, damit das Korn alles geben kann“. Spurennährstoffe sind erforderlich, damit die Pflanzen durch gestärkte Zellwände stehenbleiben und nicht beim ersten Regen und Wind einknicken.

Das Unkraut ist bereits weitestgehend des Feldes verwiesen worden. Aufpassen sollte man noch auf den Windenknöterich, der gerne im Frühjahr keimt. „Nicht jedes Unkraut muss raus und über die ein oder andere Kornblume freut sich der Radfahrer. Hauptsache ist, dass der Bestand nicht gefährdet wird“, sagt Pelk.

Pflanzenschutz deshalb so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. So will es auch Preut halten, der auf eine „drocke Tied“ rund um Ostern verweist. Neben dem Weizen steht der Mais mittlerweile in den Startlöchern. Der Boden ist für ihn bereits warm genug und die Arbeiten auf dem Acker haben begonnen.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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