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EWE-Chef Dohler räumt 30.000 offene Problemfälle ein

Nachdem der Kundenservice zur Chefsache erklärt worden ist, werden jetzt die Ausmaße offenbar, wie groß die Probleme beim Oldenburger Energie- und Telekommunikationskonzern sind.

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Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG. Archivfoto: dpa/Dittrich

Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG. Archivfoto: dpa/Dittrich

Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE, hat eingeräumt, dass es mittlerweile 30.000 Kundenbeschwerden gibt, die in der Oldenburger Konzernzentrale aufgelaufen sind. Das berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung am Freitag auf ihrer Internetseite. Gegenüber der Ostriesen-Zeitung kündigte er außerdem einen Fünf-Punkte-Plan an, wie er die Probleme in den Griff bekommen will.

Bereits im Frühjahr habe der Aufsichtsrat ein externes Gutachten in Auftrag gegeben. Darin sollen die Ursachen der Probleme fixiert werden. Dohler rechnet im Herbst mit Ergebnissen. In der Zwischenzeit wolle er die "Kommunikationspolitik" bei der EWE ändern.

Wie bereits berichtet, hatte Dohler Mitte Juli den Kundenservice de facto zur Chefsache erklärt. Auslöser war die Trennung von Michael Heidkamp, dem der Posten als Marktvorstand anvertraut war. Die Trennung ist laut Unternehmensangaben "einvernehmlich" geschehen. Einen Nachfolger für den vakanten Posten im Vorstand gibt es auch Ende Juli nicht.

Beschwerden sind laut NOZ unterschiedlicher Natur

Heidkamps Aufgaben sind kommissarisch auf mehrere Schultern verteilt worden. Der Vorstandsvorsitzende selbst hatte den Kundenservice übernommen. "Aktuell befinden wir uns in einer Energiemarktkrise, deren Auswirkungen noch nicht absehbar sind. Umso wichtiger ist es, dass wir uns mit aller Kraft um unsere Kundinnen und Kunden kümmern. Mir ist es ein persönliches Anliegen, dass wir nun schnell und unkompliziert Lösungen finden und unseren Kundenservice wieder nah an die Menschen in unserer Region bringen", teilte Dohler mit.

Die Beschwerden selbst sind laut NOZ ganz unterschiedlicher Natur. Unter anderem gehe es um verschollene Zählerstandsmeldungen, überhöhte Strom- und Gasrechnungen auf Basis von Verbrauchsschätzungen, Vertragsbestätigungen und Zahlungsaufforderungen für fremde Wohnungen, ignorierte Widersprüche, unautorisiert gekündigte Verträge bei anderen Energielieferanten und um unberechtigte Mahnverfahren bis hin zur Androhung einer Schufa-Mitteilung. Um der Flut von Beschwerden Herr zu werden, sollen nun unter anderem Mitarbeiter intensiver geschult, IT-Experten eingestellt und „ein kulanterer, besserer Umgang mit Kunden“ gefunden werden, zitiert die NOZ Vorstand Dohler.

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