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Eurotier-Messe: OM-Landwirtschaft präsentiert sich in Hannover

Die Fachmesse findet vom 15. bis 18. November in der Landeshauptstadt statt. Neben Tierwohl und Tiergesundheit stehen die Digitalisierung und die Transparenz entlang der Lieferkette im Mittelpunkt.

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Landwirtschaft im Fokus: Zahlreiche Unternehmen aus dem Oldenburger Münsterland präsentieren sich wieder bei der Eurotier-Messe in Hannover. Foto: Archiv/Hermes

Landwirtschaft im Fokus: Zahlreiche Unternehmen aus dem Oldenburger Münsterland präsentieren sich wieder bei der Eurotier-Messe in Hannover. Foto: Archiv/Hermes

29 Betriebe aus dem Landkreis Vechta und 14 Unternehmen aus dem Kreis Cloppenburg sind bei der kommenden Eurotier in Hannover vertreten. Die Fachmesse findet vom 15. bis 18. November (Dienstag bis Freitag) statt. Neben Tierwohl und Tiergesundheit stehen unter anderem die Digitalisierung und auch die Transparenz entlang der Lieferkette im Mittelpunkt.

Nach Angaben der Veranstalter führen immer mehr Fleisch verarbeitende Betriebe Rückverfolgungssysteme auf Einzeltierebene ein, was angesichts der Komplexität heutiger Lieferketten eine Mammutaufgabe ist – denn die Herkunftssicherung beginnt mit der Geburt und reicht bis zur Kennzeichnung an der Fleischtheke oder dem Etikett der Verpackung.

Mehrere Staaten der EU wenden bereits eine elektronische Tierkennzeichnung an – oft auf freiwilliger Basis, wie Deutschland. Anders beispielsweise in Österreich, wo seit Herbst 2019 neben der konventionellen Ohrmarke die zweite Marke auf dem linken Ohr mit einem integrierten elektronischen Chip verpflichtend eingezogen werden muss. Alle Kälber sowie die aus Drittländern eingeführten Rinder müssen demnach mit dem neuen System gekennzeichnet werden. Die Erfassung der Tiere erfolgt über Radio-Frequenz-Identifikation, was ein berührungsloses und automatisches Identifizieren im Abstand von 20 bis 30 Zentimetern mit mobilen Lesegeräten und bis zu 100 Zentimetern mit stationären Lesegeräten ermöglicht.

Eurotier in Hannover: In verschiedenen Messehallen gibt es thematische Schwerpunkte. Foto: Archiv  HermesEurotier in Hannover: In verschiedenen Messehallen gibt es thematische Schwerpunkte. Foto: Archiv / Hermes

Die elektronische Ohrmarke schaffe neue Möglichkeiten zur automatisierten Erfassung von Tier-, Leistungs- und Gesundheitsdaten. Lösungen würden dabei nach und nach um Elemente des Bestandsmanagements ergänzt. Im modernen Stallmanagement bedeute dies, dass an allen elektronisch gesteuerten Stationen wie Tränke, Futterstation oder Melkstand nur noch die Lebensnummer der Ohrmarke gelesen wird. Auch das Wiegen werde so, ohne großen Zeitaufwand und ohne das Tier zusätzlich zu stressen, möglich – denn das Gewicht wird zum Beispiel beim Laufen über eine Plattform mit Wiegezellen automatisch aufgezeichnet.

Als eine Premiere auf der Eurotier werden die Deutsche Landwirtschaft-Gesellschaft (DLG), das Landwirtschaftszentrum Haus Düsse und die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn erstmals Live-Vorführungen von Laufflächen- und Reinigungsrobotern präsentieren. Auf einer verschmutzten Teststrecke zeigen die Roboter, wie sie die Laufflächen automatisch und selbstständig reinigen. Eine Herausforderung im Parcours dürften die integrierten Liegeboxen darstellen, welche die realen Anforderungen eines Boxenlaufstalls simulieren.

2 Strömungen bei den Betriebsmitteln

Bei den Betriebsmitteln seien in diesem Jahr 2 Strömungen zu erkennen: Zum einen gehe es um die Gesundheitsvorsorge der Tiere. Hier werde Wert gelegt auf eine zielgerichtete individuelle Versorgung  mit den benötigten Nähstoffen und auf eine datengestützte Früherkennung von Versorgungsstörungen. Gleichzeitig werde versucht, durch entsprechende Fütterungssysteme die Umweltauswirkungen der Tiere zu reduzieren. Bei der Betriebstechnik sei das Ziel weiterhin die Arbeitserleichterung. "Dies reicht von der Stallarbeit bis zur Weiterentwicklung von Weidezaunsystemen, um neuen Herausforderungen durch Wildtiere auch arbeitsoptimiert entgegentreten zu können", heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Digitalisierung in der Landwirtschaft ist ohnehin ein großes Thema im Oldenburger Münsterland. So gibt es das Programm "5G Nachhaltige Agrarwirtschaft". Erste Zwischenergebnisse wurden zuletzt im Kreishaus Vechta vorgestellt. Eine Förderung gibt es vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, das Volumen beläuft sich auf 4 Millionen Euro. Beteiligt sind verschiedene Akteure aus den Kreisen Cloppenburg und Vechta. Darunter befinden sich Unternehmen, Vereine und Landwirte, die ihre Ställe für Forschungszwecke zur Verfügung stellen.

Digitalisierung ein großes Thema im Oldenburger Münsterland

Ziel des Projekts sei unter anderem die Vernetzung der Wertschöpfungsketten. Im Fokus stehen der geschützte Datenaustausch und die Steigerung von Tierwohl, Tiergesundheit, Nachhaltigkeit, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie Transparenz für den Verbraucher. Helfen soll dabei ein Kamerasystem, das die Tiere rund um die Uhr überwacht. Dabei spielen die Bewegung und das Verhalten bei verschiedenen Temperaturen im Stall eine Rolle.

Die digitalen Möglichkeiten und Entwicklungen werden auch Thema bei der Eurotier sein. "Die Entwicklung führt dabei von der automatisierten Datenerfassung mit vernetzten Sensortechniken über Datenbanksysteme hin zur Automatisierung von Analysen und Prozessen und zu einem intelligenten Stallmanagement", erklärt Professor Dr. habil. Heinz Bernhardt von der Neuheitenkommission. Der Systemansatz unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit rücke dabei weiterhin in den Vordergrund.

Im Schweinebereich zeichne sich ein deutlicher Schritt in der Sensortechnik ab. Die Sensorik müsse nicht mehr am Tier fixiert sein. Innovative Ansätze wie Bild- oder Tonanalyse würden es ermöglichen, auch ohne direkte Anbindung individuelle Daten zu erheben. Somit seien neue Ansätze möglich, die vorher strukturell oder ökonomisch schwierig umzusetzen waren. Die neuen technologischen Entwicklungen ermöglichen es demnach, die Ziele Arbeitserleichterung, Ökologie und Ökonomie zu erfüllen.


Diese Firmen aus dem Oldenburger Münsterland sind mit dabei

  • Landkreis Vechta: Big Dutchman, Fienhage Poultry-Solutions GmbH, Stallklimashop.de, Weda Dammann & Westerkamp GmbH, Prüllage Systeme GmbH, PS-System GmbH, PSL-Light Prüllage Systeme GmbH, Hugo Vogelsang GmbH & Co. KG, V.V.M. TechTrade GmbH, Maschinenfabrik Meyer-Lohne GmbH, ISN - Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V., A. Krebeck GmbH, CRV Deutschland GmbH, Erich Stallkamp ESTA GmbH, Stadiko Profi - Hochdruckreiniger, Envitec Biogas AG, Weltec Biopower GmbH, Ruhe Biogas Service GmbH, Erich Stallkamp ESTA GmbH, WDW Waagen- und Dosiertechnik GmbH, H. Wolking Mühlen- und Maschinenbau GmbH, Feedmill Systems GmbH & Co. KG, Bela-Pharm GmbH & Co. KG, Better Insect Solutions, Vilofoss - Deutsche Vilomix, WEDA Dammann & Westerkamp GmbH, Bröring Unternehmensgruppe, Agromed Austria GmbH und Biochem - Zusatzstoffe Handels- und Produktionsgesl. mbH.
  • Landkreis Cloppenburg: Nordfuel GmbH, Moorgut Kartzfehn v. Kameke GmbH, Miavit GmbH, Anicon Labor GmbH, Kessens Technik mit System, Franz Högemann GmbH, bwe Energiesysteme GmbH & Co. KG, Emission Partner, Hugo Vogelsang GmbH & Co. KG, Witte Lastrup GmbH, GGI Spermix GmbH, CAM Energy und MMT Supergas GmbH.

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