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Eröffnung von Gründerzentren in Vechta und Emstek auf der Zielgeraden

Sie sollen Hilfe für Start-Ups bieten. Partner sind die Uni Vechta, die Kreise Vechta und Cloppenburg sowie die Stadt Vechta. Auch eine Gründerregion soll etabliert werden. Los geht es am 15. April.

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Workshop als Geburtshilfe: Seminar für Jungunternerhmer. Symbolfoto: dpa/Kahnert

Workshop als Geburtshilfe: Seminar für Jungunternerhmer. Symbolfoto: dpa/Kahnert

Am Anfang steht eine Idee. Für ein Produkt, für eine Innovation, für eine Dienstleistung. Wer vom Erfolg seines originellen Einfalls überzeugt ist, denkt schnell daran, eine eigene Firma ins Leben zu rufen – ein Start-Up. Doch: Um loszulegen, braucht es mehr als die Gewissheit, eine bahnbrechende Neuerung anbieten zu können. Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Marketing, Kapitalbeschaffung und in allerlei rechtlichen Dingen sind wichtig – neben dem Fachwissen für die Herstellung.

Zur Unterstützung und Begleitung von Start-Ups gibt es bundesweit an vielen Orten sogenannte "Gründerzentren". Sie bieten jungen Unternehmen professionelle Geburtshilfe an. Nun soll es davon auch im Oldenburger Münsterland 2 geben: in Vechta und in Emstek. Dabei handelt es sich um eine Kooperation der Universität Vechta, die das Personal für die Gründerberatung stellt, mit den Landkreisen Vechta und Cloppenburg sowie mit der Stadt Vechta. Die Kommunen sind für die Räumlichkeiten und sonstige Kosten zuständig.

Außerdem: Die bereits bestehenden Angebote für Existenzgründer in der Region sollen stärker vernetzt werden. Mit den neuen Gründerzentren soll daraus die "Gründungsinitiative Oldenburger Münsterland" entstehen – mit eigenem Markennamen und Logo, wie die Kreisverwaltungen Vechta und Cloppenburg auf Anfrage mitteilten. Die Vermarktung soll der Verbund Oldenburger Münsterland übernehmen.

Nun ist das Vorhaben auf der Zielgeraden. Die Gründerzentren in Vechta und Emstek und die Gründerinitiative starten zeitgleich am 15. April. Wichtige Punkte und Stimmen im Überblick:

Gründerzentrum in Vechta:

In der Kreisstadt soll das Gründerzentrum in eigens dafür hergerichteten Räumlichkeiten der Geschwister-Scholl-Oberschule einziehen. Da dafür noch Baumaßnahmen ausgeführt werden, die bis nach den Sommerferien dauern, nimmt das Gründerzentrum nach weiteren Angaben der Stadt Vechta seine Arbeit zunächst in Übergangsräumen an der Großen Straße auf.

Die Stadt Vechta sieht sich nach Angaben ihres Sprechers Herbert Fischer als "Initiator" eines Gründerzentrums vor Ort. Die Stadt leistet ihren Beitrag zum Gründerzentrum, indem sie leer stehende Räume im Trakt D der Geschwister-Scholl-Schule (in unmittelbarer Nachbarschaft zur Uni) zur Verfügung stellt und für die Umbaukosten aufkommt. Hier soll es Büro- und Besprechungsräume, einen sogenannten Co-Working-Space (Arbeitsbereiche für mehrere Personen) und Veranstaltungsflächen geben, wie es in einer Vorlage zum Kreistagsbeschluss vom 15. Juli für das Gründerzentrum heißt.

Der Landkreis Vechta wiederum beteiligt sich finanziell mit 51.400 Euro. Gedacht ist das Geld für die Ausstattung der Räume. Außerdem gibt es aus der Kreiskasse 20.000 Euro jährlich für Marketingausgaben.

Gründerzentrum Emstek:

Für das Gründerzentrum im Landkreis Cloppenburg werden nach Angaben des Landkreises Räumlichkeiten im interkommunalen Gewerbegebiet "Eco-Park" in Emstek angemietet, der sich nahe der Autobahn 1, befindet. Dort soll neben dem Personal der Uni Vechta auch die Existenzgründungsberatung der Stabsstelle Wirtschaftsförderung des Landkreises Cloppenburg einziehen.

Die Uni Vechta:

Sie steuert den finanziellen Löwenanteil bei: Etwa eine Million Euro stehen für die Schaffung einer Gründungskultur zur Verfügung. Das Geld stammt aus der erfolgreichen Teilnahme der Hochschule am Wettbewerb „Exist-Potenziale“ des Bundeswirtschaftsministeriums im Jahr 2019. Die Uni will auch aus der Studentenschaft heraus Start-Ups fördern. Die Uni hat den Gründungsservice "Trendi" (Transformation durch Entrepreneurship, Nachhaltigkeit und Digitalisierung) ins Leben gerufen. Das Team ist zentraler Kooperationspartner der Kommunen bei den Gründerzentren.

"Ziel soll es sein, Einzelpersonen oder Teams vom ersten Geistesblitz über die Geschäftsmodellentwicklung bis hin zur Unternehmensgründung zu begleiten."Jochen Steinkamp (Sprecher Landkreis Vechta) und Frank Beumker (Sprecher Landkreis Cloppenburg)

Konzept:

Die Gründerzentren in Vechta und Emstek bieten nach Angaben der Landkreise Programme für Veranstaltungen und sogenannte Inkubatoren (Existenzgründer in der ganz frühen Phase) an. "Das können beispielsweise Vorträge erfolgreicher Unternehmerinnen und Unternehmer sein, Filmvorführungen, Gründungs-Workshops oder Ausstellungen", teilten die Landkreise mit. Gleichzeitig werde Interessierten „ein strukturiertes Förderprogramm angeboten“. Dabei werde das Trendi-Team der Uni in enger Zusammenarbeit mit den Partnern der Gründungsinitiative im Oldenburger Münsterland Seminare, Workshops, Coachings, Mentorings bis hin zur Finanzierungsvermittlung anbieten.

"Ziel soll es sein, Einzelpersonen oder Teams vom ersten Geistesblitz über die Geschäftsmodellentwicklung bis hin zur Unternehmensgründung zu begleiten", erklärten die Sprecher der Landkreise. Zukünftige Firmen würden im Inkubator-Programm also "angebrütet", wie es hieß, und dann in die weiterführenden Strukturen der Wirtschaftsförderung, den Kammern und anderen Anbietern übergeben.

Die Landkreise Cloppenburg und Vechta fördern nach eigenen Angaben Existenzgründungen von Unternehmen bereits seit 2005 mit einem Budget von rund 1 Million Euro im Jahr. Pro Landkreis würden jährlich rund 40 Gründungen finanziell unterstützt. "Dazu gehört auch die versierte Beratung der Gründerinnen und Gründer über die Wirtschaftsförderungen der Landkreise, unterstützt durch die kreisangehörigen Städte und Gemeinden und in Partnerschaft mit Kammern, Arbeitsagentur, Steuerberatern und Banken", erklärten die Kreissprecher.

"Es lag daher auf der Hand, diese Angebote regional zusammenzuführen, um sich im Wettbewerb zwischen den Standorten Oldenburg und Osnabrück zu positionieren", führten die Sprecher aus. Die Stadt Vechta habe beispielsweise schon früh Pläne für ein regionales Gründungszentrum entwickelt, die in das Konzept für eine das Oldenburger Münsterland insgesamt umfassende Gründungsinitiative integriert worden seien.

Die Stadt Cloppenburg betreibe seit einigen Jahren ein Gründerbüro und einen Gründerhof, die ebenfalls in das Gemeinschaftsprojekt integriert werden sollen. Darüber hinaus sei die Gründungsinitiative Oldenburger Münsterland eine offenes Angebot an alle 23 Städte und Gemeinden, die sich einbringen und beteiligen können.

Der Vechtaer Landrat:

"Ich freue mich sehr, dass wir diese Gründungsinitiative auf den Weg bringen", sagte Herbert Winkel. Dass eine solche Initiative mit einem gemeinsamen Markendach zwei Landkreise mit Uni und Kommunen verbinde, "dürfte bundesweit einmalig sein", führte er aus. "Das Projekt ist nicht nur eine Chance, unserer ohnehin wirtschaftsstarken Region neue Impulse zu geben. Es ist vielleicht auch ein Mutmacher in Zeiten der Corona-Krise", erklärte Winkel. Er ist überzeugt: "Gerade unter schwierigen Umständen Neues zu wagen, erfinderisch zu sein und dabei von Profis unterstützt zu werden – all das macht die Gründungsinitiative zu einer großen Chance für unsere Region."

Der Cloppenburger Landrat:

"Es ist ein großer Fortschritt, dass wir nun kurzfristig die neue Gründungsinitiative Oldenburger Münsterland an den Start bringen können", sagte Johann Wimberg. Und weiter: "Damit positionierten wir uns im Wettbewerb mit anderen Regionen und schaffen in Kooperation von Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft ein in dieser Form nahezu einmaliges Projekt." Bereits vorhandene Strukturen wie der Gründerhof und das Gründerbüro in Cloppenburg könnten dabei ebenso eingebunden und vernetzt werden "wie noch entstehende Initiativen in unseren beiden Landkreisen".

Vechtas Bürgermeister:

"Wir sehen uns als Kreis- und Universitätsstadt nicht nur als der geeignete Standort für ein solches Gründerzentrum, sondern als Mittelzentrum mit oberzentraler Teilfunktion zudem auch als einen zentralen Baustein in einer breiten Gründungsoffensive in der Region", sagte Kristian Kater. Mit dem Gründerzentrum soll seinen Worten nach "die Gründungskultur vor Ort" gestärkt werden.

Die Stadt habe sich "bereits seit längerem intensiv darum bemüht, in Vechta ein branchenoffenes Startup-Zentrum zu schaffen". Schon seit einiger Zeit habe es in dieser Frage einen intensiven Austausch mit Unternehmen, dem Landkreis Vechta, der Universität Vechta sowie mit dem Landkreis Cloppenburg, der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik und dem Transferzentrum Oldenburger Münsterland gegeben.

Freut sich auf viele neue Ideen: Uni-Präsident Professor Dr. Burghart Schmidt. Foto: ChowanietzFreut sich auf "viele neue Ideen": Uni-Präsident Professor Dr. Burghart Schmidt. Foto: Chowanietz

Der Präsident der Uni Vechta:

"Nach dem erfolgreichen Start des Gründungsservices 'Trendi' an der Universität freuen wir uns als Hochschule der Region ungemein, dass wir unsere Kompetenzen in das neue Kooperationsprojekt 'Gründungsinitiative OM' einbringen können", sagte Professor Dr. Burghart Schmidt.

Er sei "davon überzeugt, dass es durch die gemeinsamen Anstrengungen gelingen wird, einen zusätzlichen Schub für einen ganzheitlichen Gründungsgeist im Oldenburger Münsterland zu geben". Schmidt: "Ich freue mich bereits jetzt auf viele neue Ideen."

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