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Enttäuschende Spargelsaison geht zu Ende

Die Verbraucher halten sich an der Ladentheke zurück. Dabei sind die Preise so niedrig wie lange nicht mehr.

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Spargel in einem Hofladen. Am Johannistag (24. Juni) geht die Saison wie in jedem Jahr zu Ende.

Spargel in einem Hofladen. Am Johannistag (24. Juni) geht die Saison wie in jedem Jahr zu Ende.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben sich in diesem Jahr beim Spargelkauf merklich zurückgehalten. Besonders im Lebensmitteleinzelhandel ging deutlich weniger von dem Edelgemüse über den Tresen, berichtet Fred Eickhorst, Vorsitzender der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer in Sandhatten, anlässlich der am Freitag zu Ende gegangenen Saison auf Anfrage von OM-Online.

„Bis Pfingsten haben die Spargelbauern, die an den Einzelhandel liefern, nichts verdient“, sagt Eickhorst. Grund sei die Kaufzurückhaltung wegen der durch den Ukraine-Krieg kräftig angestiegenen Preise für Lebensmittel. Dabei sei Spargel ebenso wie Erdbeeren überhaupt nicht teurer geworden. Im Gegenteil: Das Edelgemüse war laut Eickhorst günstiger als im 5-Jahres-Mittel davor. Neben der Kaufzurückhaltung hat der Verband als Gründe für die Absatzschwierigkeiten auch noch verstärkte Konkurrenz aus dem Ausland ausgemacht, die zusätzlich die Preise drücke.

Besonders grüner Spargel käme vermehrt aus Spanien und Italien – zu Konditionen, bei denen die deutschen Bauern nicht annähernd mithalten könnten. Einige Bauern hätten wegen der Absatzprobleme sogar Felder zeitweise liegen lassen und auf das Ernten verzichtet, weil es zu teuer gewesen wäre, berichtet Eickhorst. Besonders hart habe es die Biobauern getroffen, deren Preise über denen des konventionellen Spargels liegen.

„Wer sein Gemüse beim Erzeuger kauft, legt Wert auf Frische und ist bereit, dafür auch Geld auszugeben.“Fred Eickhorst

Besser lief es nach Angaben des Spargelanbauerverbandes für die Direktvermarkter. „Wer sein Gemüse beim Erzeuger kauft, legt Wert auf Frische und ist bereit, dafür auch Geld auszugeben“, weiß der Experte.

Sorgen bereiten dem Verband neben den gesunkenen Preisen auch die steigenden Mindestlöhne. Wenn diese im Oktober auf 12 Euro angehoben werden, seien das Lohnsteigerungen von 25 Prozent in den vergangenen 2 Jahren gewesen, die sich auch in den Preisen widerspiegeln müssten. Immerhin hätten es die Bauern nach Ende der Corona-Beschränkungen in diesem Jahr leichter gehabt, Mitarbeiter aus Osteuropa zu bekommen.

Nach 3 Monaten möchten die meisten Saisonarbeiter laut Eickhorst aber inzwischen wieder nach Hause. Das liege an der Regelung, dass sie danach Sozialversicherungsbeiträge in Deutschland abführen müssten. Dann bleibe für einige zu wenig in der Lohntüte.

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