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Emsteker Handel soll digitaler werden

Gutscheine sind nicht nur in der Krise gefragt und können ab sofort auch per App geordert werden. Mittelfristig soll es einen "Online-Marktplatz Emstek" für alle Betriebe geben.

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Die HGV-Spitze ist schon dabei: Gutscheine, die über die App gekauft werden, können als Dateianhang weitergeschickt werden und so problemlos weltweit verschenkt werden. Im Landkreis Cloppenburg ist der HGV Emstek mit diesem Angebot als erstes am Start, sagen Claus Frye-Büssing (links) und Peter Kleene.   Foto: Thomas Vorwerk

Die HGV-Spitze ist schon dabei: Gutscheine, die über die App gekauft werden, können als Dateianhang weitergeschickt werden und so problemlos weltweit verschenkt werden. Im Landkreis Cloppenburg ist der HGV Emstek mit diesem Angebot als erstes am Start, sagen Claus Frye-Büssing (links) und Peter Kleene.   Foto: Thomas Vorwerk

2020 war zweifellos ein Ausnahmejahr für den Emsteker Handels- und Gewerbeverein. Nicht nur, dass der erste und zweite Lockwdown viele Betriebe quasi stillgelegt hat, in keinem Jahr zuvor hat der Vorstand zusammen mit Unterstützern so viele Aktionen auf die Beine gestellt, um durch die Krise zu kommen. Daraus hat man gelernt und will sich für die Zukunft in einigen Bereichen verbessert aufstellen.

Gutscheine für 50.000 Euro im Umlauf

Es wurden noch nie so viele Gutscheine ausgestellt, wie in diesem Jahr. "Zeitweise waren für über 50.000 Euro HGV-Gutscheine im Umlauf. Das ist das Fünfache gegenüber dem Vorjahr", sagt HGV-Vorsitzender Claus Frye-Büssing. Nicht nur die Corona-Pandemie ist der Grund dafür, einige Firmen haben sich ganz bewusst dafür entschieden, den lokalen Handel zu stärken und geben ihren Mitarbeitern zusätzlich zum Gehalt eine Sachleistung im Wert von bis zu 44 Euro, die frei von Steuern und Sozialabgaben ist.

Emstek ist im Landkreis Vorreiter mit App

Das händisch zu organisieren, übersteigt allerdings langsam aber sicher die Möglichkeiten des HGV, weshalb man sich für eine digitale Lösung entschieden hat. Die App gibt es bereits über einen Dienstleister und der HGV-Vorsitzende Büssing sowie sein Stellvertreter Peter Kleene sind mit ihren Betrieben bereits angemeldet. Das ganze läuft unkompliziert und Kosten entstehen den Teilnehmern erst, wenn ein Gutschein gekauft wird, sagt Frye-Büssing.

Alsbald möchte man auch Gutscheinkarten anbieten, wie man sie von Internethändlern und Elektronikriesen bereits an Tankstellen- und Supermarktkassen findet. "Das gibt es im ganzen Landkreis Cloppenburg noch nicht", erklärt Kleene. Eine Kooperation mit Betrieben aus anderen Kommunen wollen beide nicht ausschließen.

Bestellung kommt noch am gleichen Tag

Mittelfristig möchte man einen "Online-Marktplatz Emstek" schaffen. Digitales Shoppen mit Lieferservice "und das am gleichen Tag. Niemand ist schneller als wir", skizzierte Frye-Büssing die Ausrichtung. Einen kleinen Vorgeschmack hat es schon vor Weihnachten gegeben. Die Gemeinde Emstek hatte einen Bulli zur Verfügung gestellt, mit dem in den Geschäften telefonisch oder online georderte Bestellungen zum Kunden gefahren wurden. Das wurde gut angenommen - nicht nur in der Gemeinde Emstek.

Der Forsythiensonntag 2020 war die letzte Großveranstaltung vor Corona und soll nach dem Willen der Organisatoren am 14. März 2021 wieder über die Bühne gehen. "Notfalls wird wochenweise nach hinten verschoben, falls die Auflagen es nicht zulassen", berichtet der HGV-Vorsitzende. Die Gewerbeschau, die eigentlich im kommenden Jahr viele Tausend Besucher hätte anlocken sollen, wird frühestens in 3 Jahren stattfinden.

Heimatshoppen ist vierter verkaufsoffener Sonntag

Handel und Gewerbe in der Gemeinde Emstek ist mehr als nur die im Verein organisierten Betriebe. Die Gastronomie, die besonders im Lockdown zu leiden hat, aber auch Kleinunternehmen, die zwangsverordnet schließen mussten, wurden durch verschiedene Aktionen unterstützt. Die Emsteker Nachrichten sind in Sonderausgaben erschienen und mit einer großen Plakataktion wurde für den Einkauf vor Ort geworben. Das sogenannte Heimatshoppen ist als vierter verkaufsoffener Sonntag fest in den Jahreskalender integriert. Frye-Büssing: "Wir haben gerade in den vergangenen Wochen viele positive Rückmeldungen von Kunden bekommen, die gerade in der Krise ganz bewusst auf den örtlichen Handel setzen."

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