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EmslandTel-Chef Schröder erklärt, warum Richtfunk noch lange nicht ausgedient hat

Auch Schröder findet den Glasfaserausbau, der überall auf Hochtouren läuft, gut. Er sieht die Zukunft trotzdem in einer anderen Technologie.

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Mobiler Funkmast in Lastrup: Er wird nach dem Aufbau des Richtfunknetzes wieder abgebaut. Foto: G. Meyer

Mobiler Funkmast in Lastrup: Er wird nach dem Aufbau des Richtfunknetzes wieder abgebaut. Foto: G. Meyer

Der Breitbandausbau hat in den vergangenen Monaten erheblich an Fahrt aufgenommen. Unternehmen wie Telekom, EWE oder Deutsche Glasfaser sind unter anderem in Löningen, Essen und Lastrup aktiv geworden. Parallel dazu möchte die EmslandTel (ETN) aus Meppen im gesamten Landkreis Cloppenburg schnelles Internet per Richtfunk anbieten. Doch ist das angesichts der Glasfaseroffensive eigentlich noch nötig? EmslandTel-Geschäftsführer Andreas Schröder sagt ja.

Generell begrüße er den Breitbandausbau, betont Schröder gegenüber OM Online. "Wir vermarkten ja selbst auch Glasfaseranschlüsse." Daraus, dass er den Richtfunk für die bessere Technik hält, macht der Emsländer aber keinen Hehl. "Er ist unser Premiumprodukt. Kunden, die die Wahl haben und das Prinzip verstehen, entscheiden sich für ihn." Die Wirtschaftlichkeit seines Projekts sieht Schröder deshalb auch nicht gefährdet. "Ich mache mir da keine Sorgen."

Schröder hofft auf früheren Baubeginn

67 Funktürme will EmslandTel im Kreisgebiet bauen. Die Vorbereitungen dafür waren aber im vergangenen Jahr ins Stocken geraten, weil sich die Standortsuche vielerorts als schwierig erwies.  "Wir sind damit noch nicht überall durch", gibt Schröder zu. In manchen Fällen gehe es um geringfügige Verschiebungen des Mastes, etwa aus Gründen des Denkmalschutzes. "Das zieht sich dann", bedauert der Geschäftsführer. In Kneheim etwa konnte bislang kein Standort gefunden werden. Immerhin: 40 Bauanträge liegen dem Landkreis inzwischen vor. Zwar hat die Behörde die Erteilung der ersten Baugenehmigungen für März in Aussicht gestellt. Schröder hofft aber, dass es schneller gehen wird und der erste Mast vielleicht schon im Februar aufgestellt werden kann. 

Richtfunk ist eigentlich eine alte Technologie, es gibt ihn seit Jahrzehnten. Weil sich per Funkwelle auch Internetdaten senden lassen, hat er im digitalen Zeitalter längst nicht ausgedient. Für Schröder stellt er dabei aber deutlich mehr da, als nur eine Alternative zu Kupfer oder Glasfaser. "Der Trend ist eindeutig: Die Zukunft wird kabellos sein", ist er überzeugt. Um die Wartezeit zu überbrücken, hat sein Unternehmen inzwischen 27 mobile Masten aufgestellt, einen davon im Lastruper Gewerbegebiet. Sie werden nach Errichtung der über 60 Meter hohen Funktürme nicht mehr benötigt und deshalb wieder abgebaut. 

Mobilfunkbetreiber mieten Platz auf den Masten

Neben der Internetversorgung können die Richtfunkmasten auch das mobile Telefonieren in der Fläche verbessern. Das Interesse seitens der Mobilfunkbetreiber sei bereits groß, bestätigt Andreas Schröder. Viele Standorte wurden bereits vermietet. Um eine "Verspargelung"  zu verhindern, hat EmslandTel einen neuen Mastentyp entwickeln lassen, der im Landkreis Cloppenburg erstmals eingesetzt werden soll. Er wurde so konzipiert, dass gleichzeitig vier Mobilfunkanbieter, der Richtfunksender und auch der Behördenfunk gemeinsam in luftiger Höhe Platz finden. Den Mietern kommt EmslandTel jedoch nur bedingt entgegen. "Sie wollten, dass wir Masten mitten im Wald aufstellen, damit Jäger oder Förster einen sicheren Telefonempfang haben. Das machen wir aber nicht, weil dort für uns keine Versorgungsattraktivität vorliegt", erklärt Schröder.

Ursprünglich wollte das Unternehmen die Masten gemeindeweise aufstellen. Inzwischen wurde entschieden, die eintrudelnden Genehmigungen ohne Reihenfolge so schnell wie möglich umzusetzen. "Sollten alle 40 zugleich hereinkommen, ziehen wir diejenigen Kommunen vor, die mit uns zuerst die Nutzungsverträge abgeschlossen haben", erklärt Schröder. 

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