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Eisengießerei-Belegschaft legt für kurze Zeit die Arbeit nieder

Die IG Metall fordert bei einer Kundgebung in Dinklage unter anderem mehr Geld. Höhere Löhne lehnt die Arbeitgeberseite wegen der Corona-Krise bislang ab.

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"Die IG Metall kämpft für euch": Das versicherte Gewerkschafts-Funktionär Paul Naujoks (am Mikrofon) den Beschäftigten der Eisengießerei Dinklage bei der Kundgebung. Foto: Böckmann

"Die IG Metall kämpft für euch": Das versicherte Gewerkschafts-Funktionär Paul Naujoks (am Mikrofon) den Beschäftigten der Eisengießerei Dinklage bei der Kundgebung. Foto: Böckmann

Just, als der Warnstreik vor dem Werkstor der Eisengießerei Dinklage in vollem Gange war, wurde es ungemütlich am Donnerstagmittag an der Bahler Heide. Es regnete und stürmte plötzlich kräftig, weshalb Paul Naujoks den Mitarbeitern zurief: "Wir werden nicht wegwehen." Das meinte der Vertreter der IG Metall Oldenburg (Außenbüro Lohne) nicht nur wörtlich, sondern auch bildlich. Denn die Gewerkschaft gab den Mitarbeitern bei der knapp einstündigen Kundgebung mit auf den Weg: Sie werde standhaft bleiben.

Mit ihren Warnstreiks in der 2. Woche in Folge vor verschiedenen Betrieben in der Region Küste möchte die IG Metall den Druck in der laufenden Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie erhöhen. Sie kämpft unter anderem um 4 Prozent mehr Lohn für 12 Monate, um eine 4-Tage-Woche (32 Stunden Arbeitsstunden) als einsetzbares Instrument zur Beschäftigungssicherung und Zukunftssicherung im Allgemeinen. 

Die bisherigen Angebote der Arbeitgeberseite seien "unanständig", sagte Gewerkschafts-Sekretär Paul Naujoks in Dinklage vor rund 60 Beschäftigten. Immer von einer Krisensituation zu sprechen, sei "eine Frechheit". Die IG Metall kämpfe dafür, "dass ihr mehr Geld in der Tasche habt und das dann auch ausgeben könnt". Die Gewerkschaft wolle einen Tarifabschluss, der eine Zukunftsperspektive biete und die Einkommen stabilisiert.

„Ihr habt den Betrieb durch die bisherige Corona-Krise getragen. Ihr habt durchgezogen, trotz finanzieller Einbußen durch Kurzarbeit oder Mehrbelastung durch fehlende Kinderbetreuung", sagte Naujoks. "Deshalb sind eure Forderungen nach Sicherheit und einer deutlichen Entgeltsteigerung mehr als berechtigt." Alles andere wäre blanker Hohn mit Blick auf die täglichen Anstrengungen.

Die Arbeitgeberseite lehnt höhere Löhne angesichts der Corona-Krise in diesem Jahr bislang ab. Sie hatte in 4 Verhandlungsrunden stattdessen wie in Nordrhein-Westfalen einen
"Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung ab 2022" vorgeschlagen. Unter anderem in Oldenburg kommen am Freitag Metaller aus Norddeutschland zu einer zentralen Autokundgebung zusammen. 

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