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Eisbahnen gibt es dieses Jahr leider nicht

Wegen der derzeitigen Corona-Bedingungen verzichtet Zelte Kühling auf den Aufbau in Vechta und Lohne. Auch wegen der hohen Betriebskosten ist das wirtschaftliche Risiko zu groß.

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Geschätzte Attraktion im Landkreis: Der Weihnachtsmarkt auf dem Alten Markt und dem Europaplatz in Vechta. Foto: M. Niehues

Geschätzte Attraktion im Landkreis: Der Weihnachtsmarkt auf dem Alten Markt und dem Europaplatz in Vechta. Foto: M. Niehues

Während des ersten Lockdowns der Corona-Pandemie hoffte Ludger Emken von Zelte Kühling aus Vechta noch, dass ihm nach den Absagen aller Feste und Veranstaltungen zumindest die Eis-Arena während der Weihnachtszeit erhalten bleibt. Jetzt aber kommt das Aus. Die Arena und auch die Almhütte bei der Vechtaer Zitadelle wird es in diesem Jahr nicht geben, teilt er mit. Normalerweise müsste er jetzt mit dem Aufbau der Eishalle beginnen, was mit einem hohen Aufwand verbunden wäre. „Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen ist uns das Risiko einfach zu groß, alles nach ein paar Tagen wieder abbauen zu müssen“, sagt er.

Im Sommer seien sich Emken und sein Team noch sicher gewesen, dass mit einem ausreichenden Hygienekonzept die Eishalle in Vechta durchführbar gewesen wäre. Die aktuelle Corona-Verordnung stimmt das Unternehmen aber pessimistisch. Denn Gruppenanmeldungen seien seien unter diesen Voraussetzungen nicht möglich. Dies habe letztlich zur endgültigen Entscheidung der Absage geführt. Denn Emken und sein Team gehen davon aus, dass es deshalb dieses Jahr keine Weihnachtsfeiern geben werde, was zur Folge hat, dass die Gruppen bei ihm in der Eishalle ausbleiben werden. „Wir hatten im Sommer den Eindruck, dass es funktionieren kann, doch wir wollen das ganze jetzt nicht mit Biegen und Brechen durchsetzen, sondern haben Verständnis für die Auflagen.“

Und noch ein weiteres Problem erschwert den Betrieb der Eisbahn: „Mit Abstand Schlittschuhlaufen ist einfach nur schwer möglich, und auch die Beschränkung von maximal zwei Haushalten plus die Sperrstunde um 23 Uhr macht eine Eishalle und Almhütte unmöglich“, lautet die klare Entscheidung von Ludger Emken, der sonst auch in Lohne ebenfalls eine Eisbahn aufbaut und dort auf dem Weihnachtsmarkt zur Verfügung stellt. Aber in diesem Jahr wird es auch in Lohne keine Eishalle geben. Auch hier sprechen Corona und die damit verbundenen wirtschaftlichen Gründe dagegen.

„Seit März sind alle meine Mitarbeiter in Kurzarbeit. Ich kann nur hoffen, dass es weiter Unterstützung vom Staat geben wird.“Ludger Emken

Aktuell hält Emken seinen Betrieb mit Hilfe von verliehenen Lagerzelten über Wasser. „Seit März sind alle meine Mitarbeiter in Kurzarbeit. Ich kann nur hoffen, dass es weiter Unterstützung vom Staat geben wird“, sagt er. „Bis Mitte April im kommenden Jahr sind zwar alle Veranstaltungen abgesagt, doch bin ich optimistisch, dass wir das schaffen werden. Ich hoffe, dass es bald einen Impfstoff geben wird.“

Der Lohner Gastronom Alfons Stratmann organisiert den Lohner Weihnachtsmarkt. Er hofft vor allem darauf, dass dieser trotz des derzeitigen Infektionsgeschehens stattfindet. Stratmann hat ein eigenes Hygienekonzept entwickelt, damit die Veranstaltung unter Einhaltung aller geforderten Hygiene- und Abstandsregeln problemlos laufen kann. „Wir machen das so ähnlich wie beim Freizeitpark auf dem Stoppelmarkt“, sagt er. Die Fläche wird eingezäunt, es gibt Desinfektionsspender, und Sicherheitsbeauftragte sollen darauf achten, dass sich alle Besucher an die Vorgaben halten. Statt der Eisbahn hat er eine große Rutsche für die Kinder vorgesehen. Eisstockschießen soll es aber dennoch geben.

Von seinem Konzept ist Stratmann überzeugt. Auch den Bürgermeister habe er überzeugen können, berichtet er und hofft, dass neue Vorgaben von Bund und Land die Durchführung des Weihnachtsmarktes nicht gefährden. Die Sorge ist nicht unberechtigt. Denn heute wollen sich Bund und Länder angesichts der drastischen Entwicklung der Corona-Infektionszahlen besprechen. Kanzlerin Merkel hatte bereits vor einer Lage gewarnt, die „ausgesprochen schwierig“ ist. Welche Maßnahmen möglicherweise ergriffen werden sollen, ist aber noch offen.

Treffen am Freitag soll Klarheit schaffen

Am kommenden Freitag wird es im Kreishaus in Vechta ein Treffen der Bürgermeister mit dem Landrat geben. Wie Lohnes Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer bestätigt, soll vor dem Hintergrund des Ergebnisses der Bund-Länder-Besprechung auch das Thema Weihnachtsmärkte im Landkreis auf den Tisch kommen. Auch die Stadt Vechta gibt sich abwartend. Verwaltung und Politik hätten im Oktober beschlossen, an den Planungen für einen Weihnachtsmarkt festzuhalten, teilt Pressesprecher Volker Kläne mit. Zu berücksichtigen seien aber die dann geltenden Bestimmungen. Hier sei die Abstimmung mit den zuständigen Behörden, basierend auf einem landesweit gültigen Rahmenhygienekonzept, nötig.

Letzteres gebe es aber noch nicht. „Insofern müssen wir zum einen warten und zum anderen schauen, was rechtlich möglich ist“, sagt Kläne. Der Wille, den Weihnachtsmarkt durchzuführen, ist aber da. Das hatte Vechtas Bürgermeister Kristian Kater noch beim Besuch des von den Vechtaer Schaustellern organisierten Freizeitparks auf dem Stoppelmarkt deutlich gemacht. Kater war von dem Hygienekonzept überzeugt. Die Schausteller wollten mit dem Freizeitpark vor allem auch beweisen, dass Weihnachtsmärkte machbar sind. Entsprechend positiv fiel das Fazit des Schausteller-Vorsitzenden Jürgen Meyer nach der Veranstaltung aus. „Wir haben ein Zeichen gesetzt. Wir haben aufgezeigt, dass eine Kirmes trotz Corona funktioniert“, betonte er.

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