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Einzelhandel: Kritischer Blick zu Nachbarn

Der Landkreis Cloppenburg unterstützt die Gemeinde Saterland in dem Moderationsverfahren. Die Sorge gilt ganz besonders der Nahversorgung in Strücklingen.

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Der K+K-Markt in Strücklingen: Als Nahversorger im Dorf ist er wichtig für die Einwohner. Die Gemeinde Saterland möchte, dass das so bleibt. Foto: Passmann

Der K+K-Markt in Strücklingen: Als Nahversorger im Dorf ist er wichtig für die Einwohner. Die Gemeinde Saterland möchte, dass das so bleibt. Foto: Passmann

Erst ein neuer Edeka-Markt an der Hauptstraße, der im September 2019 eröffnete, dann Pläne für einen Umzug von Aldi aus dem Gewerbegebiet an die Hauptstraße neben Edeka und Gerüchte über einen Umzug von Combi ins Ida-Center: Wenn sich in der Gemeinde Ostrhauderfehn im Einzelhandel etwas bewegt, dann schaut auch die Gemeinde Saterland genau hin. Schließlich könnte der Einzelhandel in der eigenen Kommune leiden, wenn in der direkten ostfriesischen Nachbarschaft das Angebot noch größer wird.

„Wir haben Angst, dass weitere Kaufkraft abfließt.“
Bürgermeister Thomas Otto

In diesem Fall gilt insbesondere die Sorge dem Nahversorgungsangebot in Strücklingen. Dort gibt es einen kleinen K+K-Markt. „Wir haben Angst, dass weitere Kaufkraft abfließt und uns Strücklingen ,um die Ohren‘ fliegt“, sagt der Saterländer Bürgermeister. Da seien sich Verwaltung und Politik einig in der Einschätzung.

„Von den Gerüchten über Combi haben wir gehört. Mehr wissen wir derzeit nicht. Wir sehen aber alleine schon das Vorhaben von Aldi in Ostrhauderfehn als grenzwertig an“, erklärte Otto. Das habe die Gemeinde auch in einer Video-Gesprächsrunde mit dem Landkreis Leer deutlich gemacht. „Wir lassen das begutachten. Dafür haben wir ein Fachbüro eingeschaltet“, informiert Thomas Otto. 

Eingebunden ist das Saterland in die Planungen für eine Standortverlagerung und Vergrößerung von Aldi in Ostrhauderfehn. Beim Landkreis Leer läuft ein Moderationsverfahren zur raumordnerischen Beurteilung im Vorfeld der Bauleitplanung. Geprüft wird derzeit beim Landkreis Leer für den vorhandenen Aldi-Markt die raumordnerische Verträglichkeit hinsichtlich einer geplanten Standortverlagerung an die Hauptstraße neben Edeka und verbunden mit einer Erweiterung der Verkaufsfläche. Das teilte der Pressesprecher des Landkreises Leer, Philipp Koenen, auf Anfrage mit.

Ostrhauderfehener Handel soll nicht unbegrenzt wachsen

In dem laufenden Verfahren unterstützt der Landkreis Cloppenburg die Gemeinde Saterland in der Zielsetzung, „einen unzulässigen Abfluss von Kaufkraft aus dem Grundzentrum Saterland zu verhindern“, erklärte sein Cloppenburger Amtskollege Frank Beumker. Diesbezüglich spiele insbesondere die Folgenutzung des bisherigen Aldi-Markt-Standortes eine Rolle. Die Gemeinde Saterland und der Landkreis Cloppenburg fordern, dass durch die Bauleitplanung der Gemeinde Ostrhauderfehn die weitere Nutzung dieses Standortes für den Lebensmitteleinzelhandel ausgeschlossen wird, so Beumker weiter.

Zu den anhaltenden Spekulationen über eine Umsiedlung des Combi-Marktes zum Ida-Center teilte der Leeraner Kreissprecher Philipp Koenen mit: „Bezüglich eines Neubaus von Combi in Ostrhauderfehn sind dem Landkreis Leer derzeit keine konkreten Planungen bekannt.“ Die ebenfalls am Moderationsverfahren beteiligte Gemeinde Barßel habe keine Bedenken wegen der Umsiedlungspläne von Aldi, wie Bürgermeister Nils Anhuth auf Anfrage feststellte.

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