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Einkaufen mit Termin: Keine grenzenlose Begeisterung bei Cloppenburger Händlern

Es ist ein erster zögerlicher Öffnungsschritt im Einzelhandel: Das Team des Cloppenburg City-Marketing wünscht sich die rasche Rückkehr zur Normalität.

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Glauben an die Zukunft des lokalen Einzelhandels: Hubert Kulgemeyer und Conny Meyer vom Cloppenburg-Marketing. Archivfoto: Benita Penning

Glauben an die Zukunft des lokalen Einzelhandels: Hubert Kulgemeyer und Conny Meyer vom Cloppenburg-Marketing. Archivfoto: Benita Penning

Wenn sich Hubert Kulgemeyer in den vergangenen Monaten auf den Weg von seiner Wohnung zum Büro in der Mühlenstraße machte, blickten ihm die gewaltigen Probleme seiner Klienten allerorten entgegen. Leere Straßen, finstere Schaufenster, wenige maskierte Fußgänger und hier und ein kleiner Verkaufstisch an einer Ladentür. Von blühendem Handel und einer lebhaften Einkaufsstadt keine Spur. Aber genau dafür war er als Geschäftsführer der CM Cloppenburg Marketing angetreten, um gemeinsam mit einer Expertin für klingende Kassen, zufriedene Kundschaft und eine lebendige Stadt zu sorgen.

Deshalb begrüßen er und die City- und Eventmanagerin Conny Meyer das erste zögerliche Öffnungsszenario, das am Donnerstag im Landkreis Cloppenburg aufgrund sinkender Inzidenzzahlen möglich wurde. Kunden können jetzt wieder nach dem „Click and Meet“-Prinzip einkaufen. „Das ist ein kleiner Schritt auf dem richtigen Weg“, freut sich Kulgemeyer.

Doch seine Begeisterung hält sich in Grenzen, weil er manche Regelungen im Detail nicht nachvollziehen kann. Und die betreffen beispielsweise die Überbrückungshilfe. Wenige Euro mehr Umsatz könnten bereits zu einem vollständigen Verlust Fixkostenzuschüsse führen. Ob sich da das Terminshopping überhaupt lohne? Ferner hätten die Geschäftsleute für die Nutzung des „Click an Meet“-Prinzips viel Papierkram zu leisten, weil der gesamte Besuchsvorgang dokumentiert werden müsse.

Hier nur mit Test und Termin, im Discounter aber hemmungsloses Einkaufen

Von den Kunden werde auch noch verlangt, einen negatives Testergebnis vorzulegen, das nicht älter als 24 Stunden sein dürfe. Zudem müsste für jeden Kunden eine Verkaufsfläche von 40 Quadratmetern vorhanden sein. „Das bedeutet beispielsweise für eine kleine Boutique, dass zur Zeit immer nur ein Kunde einkaufen darf. Was soll das denn bringen?“ fragt der CM-Chef. Zwischenzeitlich hat das Land Niedersachsen angekündigt, dass Geschäfte bis zu einer Größe von 200 Quadratmetern, in denen sich maximal zehn Kunden zugleich aufhalten dürfen, von der Testpflicht ausgenommen werden sollen.

Seinen Unmut über die vielen Corona-Regeln macht das CM-Marketing-Team an einem krassen Vergleich deutlich. Um nur ein Handy aus der Wartung in einem Shop in der Lange Straße abholen, müsse man einen Termin machen und sich auf Corona testen lassen - und dabei immer schön den Abstand wahren. Dagegen würden täglich Tausende von Menschen die Discounter der Stadt fluten, um ihre täglichen Einkäufe zu verrichten - ohne Test, ohne Termin und mit fragwürdigen Abständen. Die drastische Ungleichbehandlung ärgere das CM-Team und die Händlerschaft sehr. „Das kann doch keiner verstehen,“ entrüstet sich der Geschäftsführer. Dennoch wüssten die Kaufleute aber auch, was sie der Pandemiebekämpfung schuldig seien und forderten die Verbraucher auf, alles für weiter sinkende Inzidenzzahlen zu tun.

Auch das forcierte Impfgeschehen werden mit großer Zustimmung beobachtet. Eine faire Gesetzgebung und die Niederschlagung der Pandemie seien schließlich Voraussetzung dafür, dass die Cloppenburg City bald zur bekannten Vitalität zurückkehren könne. Dem CM-Marketing mangele es nicht an Ideen für die Zeit nach einer vollständigen Öffnung.

„Das Portal www.shopping-clp.de lässt sich kinderleicht bedienen. Man klickt direkt die Firma an, die man besuchen möchte“Hubert Kulgemeyer

Dazu arbeite man eng mit rund 20 privaten Gesellschaftern und der Wirtschaftsgemeinschaft Cloppenburg zusammen. Bis dahin, so Conny Meyer und Hubert Kulgemeyer, sollten die Verbraucher aus Cloppenburg und Umgebung alle Angebote des lokalen Einzelhandels nutzen. Angesichts der wärmer werdenden Witterung sei das ein ansprechendes Erlebnis. Konkrete Shopping-Erlebnisse könnten man mit dem Handy auch leicht umsetzen, indem man beispielsweise das digitale Terminshopping auf www.shopping-clp.de nutze. „Das lässt sich kinderleicht bedienen, und man klickt direkt die Firma an, die man besuchen möchte“, so das Cloppenburger Marketing-Team.

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