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Ein Millionen-Invest hilft dem neuen Rehau-Chef in Visbek beim Start

Lukas Bachmann ist seit dem 1. Januar Leiter des Rehau-Werkes in der Vechtaer Nordkreisgemeinde. Im zweiten Quartal wird am Standort ein neues, automatisiertes Hochregallager in Betrieb genommen.

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Der neue Chef Lukas Bachmann mit dem Hauptprodukt aus dem Visbeker Rehau-Werk: Kantenbänder.   Foto: Rehau

Der neue Chef Lukas Bachmann mit dem Hauptprodukt aus dem Visbeker Rehau-Werk: Kantenbänder.   Foto: Rehau

Die rund 650 Mitarbeiter des Rehau-Werkes in Visbek haben einen neuen Chef. Als Nachfolger von Stephan May hat Lukas Bachmann die Betriebsleitung übernommen. Der neue Mann steht seit dem 1. Januar an der Spitze des Leitwerkes für die Möbelbranche innerhalb der Unternehmensgruppe Rehau Industries SE & Co. KG. "Am Standort Visbek sorgen wir dafür, dass Möbelkomponenten genau zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Ausführung am richtigen Ort eintreffen. Und das in über 30.000 Dekoren und Farben", erklärt Bachmann. Er übernimmt nach eigenen Worten einen weiter wachsenden Standort.

May ist in die Leitungsebene der Rehau Industries SE aufgestiegen, und ist dort zuständig für vier deutsche und zwei ausländische Werke. Er bleibt weiterhin für Visbek zuständig – allerdings an übergeordneter Stelle. Bachmann ist 32 Jahre alt und Maschinenbauingenieur. Seit etwa 9 Jahren ist er bei seinem Arbeitgeber und war an diversen Rehau-Standorten in Deutschland beschäftigt.

Bachmann hat Kindheit und Jugend im Oldenburger Münsterland verbracht

Zuletzt hatte Bachmann als jüngster Werkleiter eines Unternehmens in der gesamten Gruppe die Führung des Stammbetriebes am Hauptverwaltungsstandort inne. Die Stadt Rehau liegt in Oberfranken im Landkreis Hof nahe dem Dreiländereck Bayern-Sachsen-Böhmen. Hier hatte einst die Erfolgsgeschichte des inhabergeführten Konzerns begonnen.

Visbek kennt Bachmann bereits, hat er hier doch Kindheit und Jugend und damit "die prägende Lebenszeit" in der Gemeinde verbracht. Für den Vater zweier Kinder stand "definitiv immer schon fest, als ein Kind der Region in das Oldenburger Münsterland zurückzukehren". Von 2017 bis 2019 war er bereits als Produktionsleiter in Visbek tätig. Den Posten als Werkleiter sieht er nun als dauerhafte Aufgabe. Zu dieser Aussage passt auch, dass die Familie gerade ein Eigenheim baut.

Rehau Visbek ist einer der größten Kantenbandproduktionsstandorte weltweit

In Visbek ist eine der größten Kantenbandproduktionen weltweit ansässig. Vom Rehau-Werk werden innerhalb von 24 Stunden sowohl der industrielle Möbelbau als auch Innenausbauer oder Tischler beliefert – "und sei es nur mit einem Meter Kantenband", erklärt Bachmann. Auf mehr als 50 Extrusionsanlagen werden neben Kantenbändern aus ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) und PP (Polypropylen) auch Schrankrollladenprofile aus PP gefertigt.

Neben der Produktion sorgen weitere Bereiche für einen reibungslosen Ablauf. So finden sich unter den Dächern von Rehau Visbek etwa Rohwarendisposition, Materialaufbereitung, Qualitätssicherung, hauseigenes Labor sowie eine eigene Ausbildungswerkstatt und der Werkzeugbau.

Als einen weiteren "Meilenstein" in der Entwicklung des Standortes bezeichnet Bachmann den "Bau unseres Logistik- und Servicezentrums Fibrin II mit seinem automatisierten Hochregallager", Im zweiten Quartal dieses Jahres wird das Lager fertig sein und in die vorhandenen Produktions- und Serviceabläufe am Standort eingebunden.

Das Visbeker Rehau-Werk wächst weiter: Das weithin sichtbare, neu gebaute automatisierte Hochregallager ist mit 26 Metern das höchste Gebäude auf dem Betriebsgelände.   Foto: KühnDas Visbeker Rehau-Werk wächst weiter: Das weithin sichtbare, neu gebaute automatisierte Hochregallager ist mit 26 Metern das höchste Gebäude auf dem Betriebsgelände.   Foto: Kühn

Der Anbau an einen im Jahr 2008 errichtetes Lager ist weithin sichtbar. Mithilfe des 26 Meter hohen Gebäudes werden die Abläufe in der Warenlagerung und -auslieferung weiter automatisiert. "Während wir heute den Lageristen zur Ware schicken, um sie für die Auftragsbearbeitung abzuholen, werden die Maschinen die Ware zum Lageristen bringen. Das ist neu und bedeutet Zeitersparnis", erklärt Bachmann.

Dank des neuen Hochregallagers können Aufträge innerhalb eines Tages bearbeitet und versendet werden

"Mit der Investition in das neue Zentrum in zweistelliger Millionenhöhe wollen wir den Standort weiter stärken und unsere Lagerkapazitäten für die Express Collection deutlich ausbauen", erläutert Bachmann die Pläne für das Visbeker Werk. Selbst in "Spitzenzeiten" könne man jetzt die Servicekapazität so erhöhen, "dass bis zum Mittag einlaufende Aufträge am selben Tag ausgeliefert werden".

Wichtig für die Region: "Der Ausbau des Werkes ist ein deutliches Bekenntnis des Konzerns." Und: Insbesondere angesichts der erweiterten Servicemöglichkeiten durch das neue Lager sieht Bachmann am Standort "die Zahl der Beschäftigten tendenziell weiter ansteigen".


Fakten zur Rehau-Unternehmensgruppe:

  • In Visbek ist Rehau neben Schulz Systemtechnik und der PHW-Gruppe der größte Arbeitgeber.
  • Die Rehau-Gruppe vereint zahlreiche Unternehmen an insgesamt 190 Standorten weltweit.
  • Die breit aufgestellte Gruppe besteht aus den Säulen Rehau Industries SE & Co. KG, Rehau Automotive SE & Co. KG, Raumedic und Meraxis sowie der Innovationseinheit New Ventures.
  • Die Betriebe entwickeln, fertigen und vertreiben Produkte und Lösungen für die Automobil-, Bau-, Möbel-, Material-, Medizin- und Industrietechnik.
  • Mit seinen polymerbasierten Lösungen erwirtschaftet das Familienunternehmen derzeit einen Jahresumsatz von über 4 Milliarden Euro.
  • Inzwischen sind weltweit mehr als 20.000 Menschen für die Unternehmen der Gruppe tätig.

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