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E-Autos: Bestand hat sich im Nordkreis verdoppelt

Über 450 Fahrzeuge mit Elektromotor sind derzeit im Cloppenburger Nordkreis unterwegs. Ihr Anteil am Gesamtbestand ist dabei jedoch gering.

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Trotz Boom nur eine Nische: Die Elektromobilität verzeichnet auch im Nordkreis hohe Steigerungsraten. Insgesamt aber machen E-Autos am Gesamtbestand nach wie vor nur einen extrem geringen Prozentsatz aus.   Foto: Stix

Trotz Boom nur eine Nische: Die Elektromobilität verzeichnet auch im Nordkreis hohe Steigerungsraten. Insgesamt aber machen E-Autos am Gesamtbestand nach wie vor nur einen extrem geringen Prozentsatz aus.   Foto: Stix

Der deutschlandweit erkennbare Boom bei den Elektroautos macht auch vor den vier Nordkreis-Kommunen und dem gesamten Landkreis Cloppenburg nicht Halt. Im zweiten Halbjahr 2020 waren in Friesoythe, Bösel, Barßel und Saterland 454 reine Elektroautos oder Hybridfahrzeuge zugelassen.

Die Steigerungsraten sind dabei – wie immer, wenn das Ausgangsniveau niedrig ist – beeindruckend. 454 Fahrzeuge mit Elektromotor sind mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2019 (210) und 67 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres (271). Verglichen mit dem zweiten Halbjahr 2015 hat sich die Zahl der zugelassenen Autos mit Elektroantrieb fast verzehnfacht. Damals waren im Nordkreis gerade einmal 49 Fahrzeuge mit Elektroantrieb zugelassen.

Mild-Hybride stärker als Elektroautos und Plug-in-Hybride

Den größten Anteil machen im Nordkreis, wie schon in den vergangenen sechs Jahre, die sogenannten Mild-Hybride aus. Das sind Fahrzeuge, die sowohl einen klassischen Benzin- oder Dieselmotor als auch einen elektrischen Antrieb haben und deren Batterie nicht an der Steckdose, sondern nur durch Rückgewinnung beim Bremsen aufgeladen wird. 218 dieser Fahrzeuge waren im zweiten Halbjahr 2020 im Nordkreis zugelassen. Das sind 94 Fahrzeuge oder 217 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2019 und195 mehr als im zweiten Halbjahr 2015. Damals waren im Nordkreis gerade einmal 23 Mild-Hybride zugelassen.

Den 218 Mild-Hybriden standen im zweiten Halbjahr 2020 133 reine Elektroautos, die ausschließlich über einen elektrischen Antrieb verfügen, gegenüber. Auch hier ist das Plus beachtlich. Im Vergleich zu 2019, damals waren 47 reine Elektroautos im Nordkreis zugelassen, liegt der Zuwachs bei 182 Prozent. 2015 waren lediglich 17 Stromer im Nordkreis unterwegs.

Die dritte große Gruppe der Elektroautos sind die sogenannten Plug-in-Hybride. Sie verfügen über Verbrennungs- und Elektromotor, die Batterie kann wie bei reinen E-Autos über eine externe Stromquelle (Haushaltssteckdose, Ladesäule) aufgeladen werden.

Fachleute nennen mehrere Gründe für den Anstieg

Von diesem Fahrzeugtyp sind im Nordkreis derzeit 103 Fahrzeuge unterwegs. Der Anstieg ist hier am höchsten: Von Juli bis Dezember 2019 wurden davon 39 zugelassen, im Vergleichszeitraum 2015 gerade einmal zwei.

Fachleute machen für den Anstieg der Elektromobilität mehrere Gründe verantwortlich. Der Präsident des Kraftfahrtbundesamtes, Richard Damm, nennt beispielsweise „verlässliche Technologien und ein wachsendes Angebot“ als Ursache. Darüber hinaus hat die günstige Dienstwagenbesteuerung dafür gesorgt, dass die Fuhrparks großer Firmen mehr und mehr elektrifiziert werden. Hier steigen Mitarbeiter vor allem auf Plug-in-Hybride um. Und nicht zuletzt hat die E-Auto-Prämie der Bundesregierung vielen Privathaushalten den Umstieg schmackhaft gemacht.

So groß die Entwicklung bei den absoluten Zahlen auch sein mag, insgesamt spielt die Elektromobilität im Landkreis Cloppenburg nach wie vor kaum eine Rolle. Am 1. Januar 2021 waren im gesamten Landkreis 155 605 Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antriebsarten – Benzin, Diesel, Strom und Gas – zugelassen. Die knapp 1500 Elektro-
und Hybridfahrzeuge machen dabei gerade einmal ein knappes Prozent aus. Aber immerhin: Auch das ist eine Steigerung. Am 1. Januar 2018 lag der Anteil noch bei 0,18 Prozent.

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