Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Düngung: Nur noch im Kreis Cloppenburg wird die Obergrenze beim Stickstoff gerissen

Die Landwirtschaftskammer hat den Nährstoffbericht 2019/2020 vorgestellt. Im Kreis Vechta gelang die Wende beim Abbau von Überschüssen. Doch: Zu viel Phosphat bleibt auch hier ein Problem.

Artikel teilen:
Gülle ist ein wertvoller Dünger - im richtigem Maß. symbolfoto: dpa

Gülle ist ein wertvoller Dünger - im richtigem Maß. symbolfoto: dpa

Es geht weiter voran in Niedersachsen mit dem Abbau der Überschüsse an Stickstoff durch Gülle, Trockenmist und Gärresten aus Biogasanlagen. Mit Cloppenburg gibt es allerdings noch einen Landkreis, in dem die gesetzliche Obergrenze von 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar überschritten wird. Der aktuelle Wert liegt bei 198 Kilogramm pro Hektar. Das geht aus dem Nährstoffbericht 2019/2020 hervor, der von der Landwirtschaftskammer im Auftrag des Agrarministeriums erarbeitet wird und am Mittwoch vorgestellt wurde. 

Im Landkreis Vechta ist derweil die Wende gelungen: Der Anfall von Stickstoff liegt den Angaben zufolge bei 168 Kilo pro Hektar – also leicht unter der gesetzlich vorgeschriebenen Obergrenze. Im vorherigen Berichtszeitraum (2018/2019) waren landesweit noch 5 Landkreise über dieser Grenze. Der Stickstoffdüngesaldo hat sich so weit verringert, dass erstmals eine nahezu ausgewogene Stickstoffdüngebilanz auf Landesebene errechnet wurde.

Sinkende Tierzahl ist Hauptgrund für positive Entwicklung

 „Die Nährstoffüberschüsse schrumpfen deutlich und zeigen eine sehr positive Entwicklung“, sagte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Als ein Hauptgrund für diese Entwicklung gilt ein weiterhin rückläufiges Nährstoffaufkommen aufgrund sinkender Tierzahlen besonders im Bereich Weser-Ems.

Außerdem: Insbesondere durch einen historischen Tiefstand des Mineraldüngerabsatzes (rund 200.000 Tonnen) sowie einer weiter rückläufigen Stickstoffausbringung aus organischen Düngemitteln habe sich das landesweite Stickstoff-Düngesaldo (Bedarf der Pflanze versus Düngung) von rund 31.000 Tonnen auf einen Überschuss von nur noch rund 692 Tonnen verringert.

Problematisch bleibt aber die Bilanz beim Phosphat: Hier können noch 28.000 Tonnen (Vorjahr 33.000) eingespart werden. Zu den 12 Überschussgebieten zählen auch die Landkreise Vechta und Cloppenburg.

Zu hohe Stickstoffeinträge führen zur Nitratbildung im Grundwasser. Ein Übermaß an Phosphat ist eine Belastung für Oberflächengewässer (Bäche, Flüsse, Seen).

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Düngung: Nur noch im Kreis Cloppenburg wird die Obergrenze beim Stickstoff gerissen - OM online