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Doppelspitze führt Cloppenburger Dehoga-Kreisverband

Meike Schlömer-Thomann und Rainer Haberland haben die Nachfolge von Klaus Fleming angetreten. Sie blicken in die Zukunft der Gastronomie und auf die Herausforderungen der Pandemie.

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Haben viele Ideen: Meike Schlömer-Thomann uns Rainer Haberland führen den Dehoga-Kreisverband. Foto: Hermes

Haben viele Ideen: Meike Schlömer-Thomann uns Rainer Haberland führen den Dehoga-Kreisverband. Foto: Hermes

Optimistisch und motiviert gehen die neuen Dehoga-Kreisvorsitzenden ihr Amt an. „Wir haben uns für eine Doppelspitze entschieden, so kann man sich gegenseitig unterstützen“, erklären Meike Schlömer-Thomann und Rainer Haberland, die im September des vergangenen Jahres gewählt wurden und die Nachfolge von Klaus Fleming angetreten sind.

Aufgrund der Pandemie habe man allerdings noch nicht viel planen können, so wurden auch der Neujahrsempfang und der Winterball im Januar zum zweiten Mal abgesagt. „Das ist natürlich schade, im Moment aber nicht anders möglich“, sagt Schlömer-Thomann. Dennoch gebe es mehrere Ideen, die sie weiterentwickeln wollen. Neben den traditionellen Veranstaltungen sollen neue Events dazukommen. So seien ein Sommerfest, ein mehrtägiger Ausflug für die Mitglieder oder auch ein regelmäßiges Wirtefrühstück einmal im Monat denkbar. „Dann kann man sich einfach unkompliziert austauschen und Kontakt zu Kollegen halten“, erklärt Haberland.

„Alles, was möglich und erlaubt ist, wollen wir auch machen. Im Moment lohnt sich eine konkrete Planung aber noch nicht. Man weiß ja nicht, was noch kommt“, so Haberland. Die Arbeit als Vorsitzenden-Duo wird nicht ganz neu sein für die beiden. Schlömer-Thomann war zuvor bereits stellvertretende Kreisvorsitzende, Haberland war ebenfalls Mitglied im Vorstand.

Gastronomie wird sich wohl verändern

Für die Zukunft sind beide der Meinung, dass sich Gastronomie verändern wird. Unter anderem müssten sich die Gäste darauf einstellen, dass Preise erhöht werden müssen. „Deutlich höhere Energiekosten, ein teurerer Wareneinkauf und ein steigender Mindestlohn sind nur einige Faktoren“, erklärt die Vorsitzende. Dennoch haben beide die Hoffnung, dass die Gäste nach Ende der Pandemie wiederkommen. Sie gehen allerdings davon aus, dass der spontane Besuch im Restaurant weniger wird, dafür aber die Tischreservierungen steigen. „Das hat auch etwas Gutes, so kann man planen“. Auch die Familienfeiern und Feste würden ihrer Meinung nach weiter nachgefragt.

Eine große Herausforderung wird die Suche nach Mitarbeitern, während der Pandemie hätten sich viele neue Jobs gesucht. „Das kann ich auch nachvollziehen“, so Schlömer-Thomann. Es könne Tage geben, wo man Reservierungen aufgrund des Personalmangels nicht mehr annehmen könne. Dennoch blicken sie nach eigenen Angaben optimistisch in die Zukunft: „Die Menschen wollen ja raus und etwas erleben und Qualität wird sich weiter durchsetzen.“

"Wir können auch nicht immer alles sofort beantworten, zumal sich einiges – gefühlt – ja täglich ändert."Meike Schlömer-Thomann und Rainer Haberland

Zurzeit hat der Kreisverband rund 100 Mitglieder, sie beide seien froh, dabei zu sein. Gerade in der Pandemie hätte der Verband auf Bundes, Landes- und Bezirksebene sehr geholfen, so wurden zum Beispiel die Verordnungen immer wieder verständlich übersetzt. Zudem gab es weitere Unterstützung. Schlömer-Thomann und Haberland sind für die Gastronomen vor Ort die ersten Ansprechpartner, da kommen durchaus einige Anrufe zusammen. „Wir können aber auch nicht immer alles sofort beantworten, zumal sich einiges – gefühlt – ja täglich ändert.“

Besonders die Verordnungen an Freitagnachmittagen seien ihnen ein Dorn im Auge, bei Nachfragen erreiche man keine offizielle Stelle mehr. „Aufklärung bei den wenigen verbliebenen Gästen betreiben wir Gastronomen, nicht die Politiker, die es beschließen und dann doch nicht einheitlich umsetzen“, sagen beide. Sauer aufgestoßen sei auch die Bezeichnung der Gastronomie als „Problembereich“, diese Aussage hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach getätigt.

Deutliche Kritik an der Politik

Natürlich gebe es auch das Außer-Haus-Geschäft, das bei vielen aber eher einen kleineren Teil ausmacht. „Wir haben unsere Restaurants und Säle herausgeputzt, in Hygiene- und Lüftungskonzepte investiert. Wir wollen Gastgeber sein“. Zudem gebe es offenbar eine falsche Vorstellung der Überbrückungshilfen, die teilweise nun auch wieder zurückgezahlt werden müssen. Es gebe je nach Umsatzeinbußen gestaffelte Zuschüsse zu den Fixkosten. „Dazu zählen übrigens keine Unternehmerlöhne sowie eigene Krankenkassen- oder Versicherungsbeiträge“, teilen Schlömer-Thomann und Haberland mit. Viele der Kollegen könnten bereits seit längerer Zeit nicht mehr in die Altersvorsorge einzahlen oder mussten an ihre Rücklagen gehen.

Eine gewisse Verlässlichkeit und Planbarkeit sei erforderlich. Entmutigen lassen wollen sie sich aber in keinem Fall: „Was nützt es denn, den Kopf in den Sand zu stecken“. Unter Kollegen könne man sich auch gegenseitig mal aufbauen und motivieren.

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