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"Digitalk" des Transferzentrums OM: Langsam war gestern

Wie sehen die künftigen Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft aus? Die Experten Sven Göth und Florian Ahle blickten in eine schnelle weil digitale Zukunft.

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Professionell: Florian Ahle im Studio vor dem "Green Screen". Das Publikum folgte am Monitor seinem Vortrag. Foto: TZOM

Professionell: Florian Ahle im Studio vor dem "Green Screen". Das Publikum folgte am Monitor seinem Vortrag. Foto: TZOM

Mit der Teilnehmerzahl zeigte sich Hermann Blanke, Leiter der Steinbeis-Transferzentren Oldenburger Münsterland und Grafschaft Bentheim "äußerst zufrieden". Mehr als 120 angemeldete Personen verfolgten am Bildschirm die Auftritte der Referenten Sven Göth und Florian Ahle im Rahmen des von den Zentren veranstalteten "Digitalk". Angesichts des ungewohnten Formates des als Hybridveranstaltung geplanten Austausches über die aktuellen digitalen Trends in der Welt der Wirtschaft sprach Blanke von einem "super Erfolg". Göth und Ahle gaben mit lebendiger Präsentation und anhand vieler Beispiele einen kleinen Einblick in die Zukunft.

"Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich."Sven Göth, Gründer des "Digital Competence Lab"

"Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich." Sven Göth bezieht sein Lieblingszitat auf jede Form von Veränderung – technologisch, politisch, demografisch. Sein Thema war die aktive Gestaltung des Überganges vom Bekannten zum Unbekannten, die Darstellung eines Weges von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zur Zukunft. Göth hat das Expertennetzwerk "Digital Competence Lab" gegründet und vermittelte sehr anschaulich, wie die vernetzte Welt zu gestalten ist. Auf Unternehmen bezogen brauche es dazu vor allem fünf Fähigkeiten: zur Innovation, zur Digitalisierung, zur Teamarbeit, zur Veränderung und zur Verantwortung.

Seine Beispiele aus der Arbeitswelt waren futuristisch und pragmatisch zugleich. Der Kranführer, der am Steuerpult sitzt und den Kran auf einer 300 Kilometer entfernten Baustelle steuert. Die Ärztin in Australien, die von der Klinik aus per virtueller Visite den Patienten im Outback untersucht. Oder auch der Roboter, der autonom die Pizza ausliefert. Wichtig für Sven Göth: "Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat ganz viel mit Vertrauen zu tun und mit großer Vorstellungskraft."

Basis des Geschäftes ist es den Kunden zu kennen

"Gegenwartist" Florian Ahle warb in seinem Vortrag über Innovationskultur als Erfolgsfaktor für eine "radikale Transparenz" in den Unternehmen und für den maximalen Fokus auf den Kunden. "Die Botschaft ,Kunde zuerst‘ meint etwas völlig anderes als die übliche Kundenorientierung." Er empfahl: "Lernen Sie Ihren Kunden kennen, und machen Sie dieses Wissen zur Basis Ihres Geschäfts."

Hinter seiner Formel "Think 10x" verbirgt sich der Appell: "Setz Dir unerreichbare Ziele." Nicht nur 10 Prozent mehr anpeilen, sondern gleich das Zehnfache. Unternehmen müssten ihren Beschäftigten dafür Zeit und Raum geben. Ahle: "Es wird nie wieder so langsam sein wie heute." Und niemand dürfe langsamer sein als die Kundschaft oder als neue Technologien.

Digital war beim "Digitalk" auch der Austausch mit dem Publikum. Fragen wurden im Chat gestellt, Abstimmungen erfolgten per App. Wie groß denn ein Team sein müsse, um mit Innovationen Erfolg zu haben, wurde Göth gefragt. "Es kommt nicht auf die Anzahl an, sondern auf die Auswahl." Es müssten nicht 100 Personen sein, "oft reichen schon die beiden richtigen".

Gibt es mit Blick auf die neue digitale Welt Unterschiede zwischen Metropolen und dem ländlichen Raum? "Nein", versicherte Ahle. "Digitalisierung ist komplett unabhängig vom Ort – solange man schnelles Internet hat." Diese sei vielmehr "eine Sache von Herz und Kopf, von Kreativität und Mut".

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