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Die von der Landesregierung angeordnete "Winterruhe" macht die Gastronomen sauer

Noch bis zum 23. Februar sind Bars und Clubs in Niedersachsen geschlossen, Gemeinschaftsfeiern mit mehr als zehn Personen sind untersagt. Die Saalbetriebe leiden unter der "unlogischen" Vorschrift.

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Große Gemeinschaftsveranstaltungen mit zahlreichen Gästen, wie Kohlessen oder Hochzeiten, fallen aufgrund der Corona-Vorgaben für Niedersachsens Gastronomie völlig weg.  Symbolfoto: dpa / Hase

Große Gemeinschaftsveranstaltungen mit zahlreichen Gästen, wie Kohlessen oder Hochzeiten, fallen aufgrund der Corona-Vorgaben für Niedersachsens Gastronomie völlig weg.  Symbolfoto: dpa / Hase

Am Mittwoch der kommenden Woche (16. Februar) wird sich die Ministerpräsidentenkonferenz mit der aktuellen Corona-Situation in Deutschland befassen. Angesichts leichterer Krankheitsverläufe der Virusvariante Omikron sprechen sich immer mehr Landes- und Bundespolitiker für die Anpassung von Kontaktbeschränkungen aus. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte Lockerungen "deutlich vor Ostern" angedeutet. Karfreitag fällt auf den 15. April.

Für die im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) organisierten Gastronomen in den Kreisen Cloppenburg und Vechta ist es längst Zeit, über Lockerungen nicht mehr nur zu sprechen, sondern sie auch anzuordnen. Besondere Verärgerung hatte die Verlängerung der so genannten "Winterruhe" durch die Niedersächsische Landesregierung hervorgerufen. Bars und Clubs müssen danach noch bis zum 23. Februar geschlossen bleiben. In Innen- wie Außengastronomie gilt die 2G-Plus-Regel: Einlass erhalten die Gäste nur, wenn sie Impf- oder Genesenennachweis plus aktuellem Test oder Booster-Impfung vorlegen.

Dehoga-Weser-Ems-Bezirkschef Stamsen wettert gegen die Zehn-Personen-Regel

Weser-Ems-Bezirksverbandschef Olaf Stamsen hat jetzt in einem Brief an die Landesregierung besonders die "unlogische" Anordnung kritisiert, dass private Zusammenkünfte und Feiern von Geimpften und Genesenen auf zehn Personen begrenzt bleiben müssen. Diese gilt innen wie auch unter freiem Himmel sowie bei Feierlichkeiten in gastronomischen Betrieben. Stamsen erklärt die Folge der Anwendung dieser Regel: Danach "dürfen 5 Personen in einem Restaurant für jeweils 10 Personen einen Tisch reservieren, wenn aber 1 Person 5 Tische für jeweils 10 Personen reserviert, ist es verboten". Die Anwendung der Vorschrift bedeute ebenso, dass 5 mal 10 Gäste, die sich nicht kennen, zusammensitzen dürften, "5 mal 10 Gäste, die sich kennen oder eine Familie sind, dürfen es nicht". Das könne man niemandem mehr erklären, erbost sich der Dehoga-Funktionär.

Cloppenburgs Dehoga-Kreisvorsitzende Meike Schlömer-Thomann weiß: "Der Frust der Gastronomen, gerade der Inhaber von Saalbetrieben, ist riesig. Die Landespolitik hatte eigentlich Lockerungen bei Familienfeiern, wie Beerdigungen, Hochzeiten und Geburtstagen, oder anderen Gemeinschaftsveranstaltungen zugesagt." Die Enttäuschung der Gastronomen sitze tief, ergänzt Vechtas Dehoga-Chef Ulli Steinkamp. Wie Stamsen sieht er durch den Ausfall der Gemeinschaftsfeiern – etwa der beliebten Kohlfahrten – derzeit massive Umsatzverluste der Saalbetriebe und "nackte Existenzangst" in der gesamten Branche. Besondere Angst habe man "vor der nächsten Landesverordnung".

Die Abschaffung der Kontaktdatenerfassung wäre schon ein Lichtblick

Stamsen fordert Bewegung in der Politik. So wäre etwa der Verzicht auf die Kontaktdatenerfassung in der Gastronomie schon längst fällig und "ein kleiner Lichtblick mit enormer Erleichterung". Die gesammelten Daten würden heute nur noch in Einzelfällen abgefragt, im Zuge der Omikronwelle sei die Kontaktverfolgung durch die Gesundheitsämter ohnehin nahezu eingestellt. "Von der Steuerverschwendung für die App-Lösungen ganz zu schweigen", gibt sich Stamsen bärbeißig.

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