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Die "roten Gebiete" sind geschrumpft

Vor dem Hintergrund der neuen Düngeverordnung sind die landwirtschaftlichen Flächen in Niedersachsen erneut auf Nitrat- und Phosphatbelastung bewertet worden.

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Symbolfoto: dpa

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Nach einer Neubewertung ist die Fläche der von landwirtschaftlicher Düngung besonders belasteten «roten Gebiete» in Niedersachsen geschrumpft. Nach derzeitigem Stand seien rund 31 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Niedersachsen zu stark mit Nitrat und Phosphat belastet, teilte das Agrarministerium am Mittwoch in Hannover mit. Bislang galten 39 Prozent der Flächen als «rote Gebiete».

Das Ministerium hatte eine Neubewertung der betroffenen Flächen vorgenommen. Hintergrund ist die im Frühjahr in Kraft getretene neue Düngeverordnung, die Einschränkungen auf den besonders belasteten Gebieten vorsieht. In diesem Zusammenhang hatten Bund und Länder im September eine neue Verwaltungsvorschrift beschlossen, deren Entwurf am Mittwoch ins Landeskabinett zur Ressortabstimmung eingebracht wurde.

Ministerin sieht einen guten Kompromiss

Mit ihr soll das Verursacher-Prinzip stärker berücksichtigt werden. «Mit diesem Vorgehen können wir gezielter als bisher nitratsensible Gebiete ausweisen und noch besser als bei der vorigen Ausweisung darlegen, warum auf diesen Flächen erhöhter Handlungsbedarf besteht», sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Aus ihrer Sicht sei die Neufassung der Verordnung ein guter Kompromiss, die Anliegen der Landwirtschaft, der Wasserwirtschaft und der Verbraucher zu berücksichtigen.

Die Düngeregeln zum Schutz des Grundwassers sind vielen Bauern ein Dorn im Auge, weil sie geringere Erträge fürchten. Lange hatten sie dagegen protestiert, die Vorgaben wie von der Europäischen Union gefordert zu verschärfen. Der Bundesrat hatte die neue Düngeverordnung im März dennoch gebilligt - ohne Zustimmung aus Niedersachsen. Angesichts der Corona-Epidemie gelten zusätzliche Maßnahmen in den besonders belasteten «roten Gebieten» erst von 2021 an.

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